von Sebastian Daiminger
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Laut Informationen der Zeitung "Am Sonntag" soll eine Frau kurz nach Bekanntgabe der Kassen-Affäre mit einem Geldkoffer im Hauzenberger Rathaus aufgetaucht sein. | Foto: Archiv Riedlaicher Laut Informationen der Zeitung "Am Sonntag" soll eine Frau kurz nach Bekanntgabe der Kassen-Affäre mit einem Geldkoffer im Hauzenberger Rathaus aufgetaucht sein. - Foto: Archiv Riedlaicher
Der Bürgermeister von Hauzenberg, Josef Federhofer (CSU), schweigt beharrlich zur Sache - reagiert auf Presseanfragen merklich gereizt . Medien und Öffentlichkeit monieren mittlerweile die mangelnde Transparenz und eine gefühlte Informationsblockade.
Doch nun werden erstmals Details öffentlich. Wie die "Am Sonntag" aus politischen Kreisen erfuhr, soll schon kurz nach dem Bekanntwerden der unangenehmen Angelegenheit eine Geldübergabe in den Amtsstuben stattgefunden haben. Eine Frau habe dabei einen Geldkoffer ins Rathaus gebracht. Dieser war gefüllt mit Euroscheinen - von einem Betrag über annähernd 20.000 Euro ist spekulativ die Rede. Dass der Vorgang in direktem Zusammenhang mit der Kassenaffäre steht, liegt für Beobachter nahe.
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Bürgermeister will Geldübergabe weder bestätigen noch dementieren
Auf die Thematik angesprochen, reagierte Bürgermeister und stellvertretender Landrat Josef Federhofer am Samstag abweisend. Er wollte die Information auf Anfrage der "Am Sonntag" weder bestätigen, noch dementieren.
Staatsanwaltschaft sowie die Rechtsaufsicht des Kommunalen Prüfungsverbandes arbeiten derzeit auf Hochtouren, um die Kassen-Affäre von Hauzenberg aufzuklären. Die Bestände und Akten der letzten zehn Jahre werden komplett durchforstet. Dies werde aber laut Medienberichten noch Monate andauern. Unerklärlich ist momentan auch, wie der Kassenleiter seine Taten vor den regelmäßigen Prüfungen verschleiern konnte. Hinweise auf Mittäter gab es nach ersten Erkenntnissen aber nicht.
Kassenleiter soll durch "rabiates Auftreten" aufgefallen sein
Der Beschuldigte ist zudem nicht mehr greifbar: Der Leiter der Stadtkasse starb am zweiten Weihnachtsfeiertag mit 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Es wird spekuliert, dass er spielsüchtig war. Laut Informationen der Passauer Neuen Presse soll der städtische Mitarbeiter bei seiner Arbeit durch "rabiates Auftreten" aufgefallen sein: "Ausstehende Gebührengelder wurden auch am Wirtshaustisch kassiert, beim 'Anklopfen' an der Wohnung eines säumigen Schuldners ging schon mal ein Türschloss zu Bruch." Nun stelle sich die Frage, ob der "Vollstrecker" die kassierten Gelder wirklich immer in die Stadtkasse gebucht habe.
Kurz nach seinem Tod waren Unterlagen in dessen Wohnung aufgetaucht, die den Fall ins Rollen brachten. Bürgermeister Josef Federhofer erstattete daraufhin Strafanzeige, folglich kam die Kriminalpolizei ins Rathaus. Die Stadt hat zudem einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Mittlerweile soll eine personelle Nachfolge für die Stadtfinanzen geregelt sein. Doch auch hier mauert man im Rathaus - ein offizieller Name wurde bis dato noch nicht bekannt gegeben.
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