von Ariane P. Freier
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Rosemarie Wimmer kann dank des beherzten Einsatzes ihrer vier Helferinnen auch nach dem Unfall ohne Angst weiter Auto fahren. Ihren alten Mercedes musste sie allerdings gegen einen neuen eintauschen. − F.: Pangerl
Rosemarie Wimmer kann dank des beherzten Einsatzes ihrer vier Helferinnen auch nach dem Unfall ohne Angst weiter Auto fahren. Ihren alten Mercedes musste sie allerdings gegen einen neuen eintauschen. − F.: Pangerl
"Ich hatte ein ganzes Team von Schutzengeln", sagt Rosemarie Wimmer aus Pfarrkirchen. Eine reine Damenmannschaft wohlgemerkt. Denn als die 74-Jährige am 18. Oktober dieses Jahres auf der Bundesstraße von Pfarrkirchen nach Simbach von der Fahrbahn abkommt und eine Böschung hinab gegen einen Baum rast, sind es vier völlig fremde Frauen, die ihr wie selbstverständlich beistehen: Melanie Sprenzinger (34) aus Postmünster, Martina Gillhuber (38) aus Stammham, Monika Moser-Deck (41) aus Dietersburg und deren Schwester Theresia Moser (46) aus Postmünster (alle Lkr. Rottal-Inn).

Melanie Sprenzinger mit Miriam: "Man wünscht sich selbst ja auch Hilfe." − F.: Privat
Melanie Sprenzinger mit Miriam: "Man wünscht sich selbst ja auch Hilfe." − F.: Privat
Rosemarie Wimmer weiß nur noch, dass sie − von der Mittagssonne geblendet − "auf einmal nichts mehr sehen" kann. Sie steht unter Schock, als die ersten beiden Helferinnen eintreffen. "An der Bergkuppe bei Edermanning war sie in der Rechtskurve wie ferngesteuert schnurgeradeaus gefahren, knapp an einem Baum vorbeigeschrammt und kurz danach gegen einen anderen geprallt", erinnert sich Martina Gillhuber, die am Unfallort die Tür des Unfallwagens aufreißt. Das Unfallopfer ist zum Glück nicht bewusstlos, klagt aber über Schmerzen.

Martina Gillhuber. − F.: Privat
Martina Gillhuber. − F.: Privat
"So wie das Auto aussah, hätte Frau Wimmer tot sein können," erinnert sich Krankenschwester Melanie Sprenzinger. "Für uns war das Zupacken keine große Sache", sagt Theresia Moser bescheiden. Für Rosemarie Wimmer, die seit fast 50 Jahren eine versierte Autofahrerin ist und noch nie in einer ähnlichen Situation war, allerdings schon: "Ohne die Helferinnen wäre ich mit Sicherheit in ein psychisches Loch gefallen. Sie haben mich durch ihre sofortige Aktivität, sowohl mental als auch körperlich, wieder stabilisiert. Dafür bin ich ihnen von Herzen sehr dankbar."

Monika Moser-Deck.
Monika Moser-Deck.

Theresia Moser. − Fotos: Privat
Theresia Moser. − Fotos: Privat
In einem Brief an die Passauer Neue Presse schlägt Rosemarie Wimmer die Helferinnen als "Kavaliere der Straße" vor. Der Vorschlag wurde an den Verleihungsausschuss der bundesweiten Aktion weitergeleitet − und dieser hat bereits grünes Licht signalisiert. Im Januar sollen Melanie Sprenzinger, Martina Gillhuber, Monika Moser-Deck und Theresia Moser mit Plaketten, Urkunden und Ehrennadeln der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" sowie je einer PNP-Überraschung ausgezeichnet werden.
Info: Als "Kavalier der Straße" ausgezeichnet werden Verkehrsteilnehmer, die sich besonders rücksichtsvoll und partnerschaftlich verhalten. Sie sollen als Vorbilder andere Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer anregen, in Notlagen ebenfalls zu helfen − anstatt zu- oder wegzuschauen. Wer einen "Kavalier der Straße" kennt, kann ihn mit einer Schilderung seiner Hilfsleistung melden an: PNP, Kavalier der Straße, Medienstraße 5, 94036 Passau; 0851/802 364; Mail: ariane.freier@pnp.de oder unter www.kavalier-der-strasse.com/formular.php.. Die ungewöhnlichsten Hilfsfälle werden bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" 2013 ausgezeichnet.
Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 1. Dezember oder HIER.
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