von Markus Schön
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Toni Rieger spricht von sehr gut gemachten Kopien. Damit diese nicht mehr auf den Markt kommen, werden die 6600 beschlagnahmten Teile im Häcksler zerstört. − Foto: Schön
Toni Rieger spricht von sehr gut gemachten Kopien. Damit diese nicht mehr auf den Markt kommen, werden die 6600 beschlagnahmten Teile im Häcksler zerstört. − Foto: Schön
"Wirklich nicht schlecht gemacht. Da waren Profis am Werk", sagt Toni Rieger und untersucht einen schwarzen Seitenschweller. Palettenweise stapeln sich die Kunststoff-Teile derzeit in den Lagerhallen seiner Firma Rieger-Tuning. Doch die 6600 Teile warten nicht auf Kunden sondern auf den Schredder, der die in China kopierten Rieger-Seitenschweller vernichtet.
Seit 25 Jahren ist der 53-jährige Toni Rieger im Tuning-Geschäft. Doch in so großem Stil wurden seine Produkte noch nie kopiert. "Über einen Strohmann hatte ein Großhändler unsere Teile gekauft und in China produzieren lassen", erzählt er. Doch die Sache blieb nicht lange im Verborgenen. Denn wie der Zufall es will, sah ein Mitbewerber von Rieger die etwa 80 verschiedenen Teile der Eggenfeldener Firma in einem chinesischen Lager. "Lässt du jetzt in China produzieren?", habe er ihn deswegen gefragt. "Nein", antwortete der 53-Jährige verwundert. Und so kam der Stein ins Rollen.
"Wir mussten so lange warten, bis die Kopien bei uns in Deutschland auf den Markt kamen." Denn nur in Europa gilt der "Geschmacksmusterschutz" für seine designten Seitenschweller, Front- und Heckschürzen sowie Spoiler. Etwa 50 Verfahren gegen die verschiedensten Händler, die Rieger-Kopien vertrieben haben, hat der 53-Jährige bereits angestrengt. Durch die Kopien büßt Rieger etwa 30 Prozent seines Umsatzes ein. Damit die Plagiate nicht wieder in Umlauf kommen, hat er sich die beschlagnahmten Seitenschweller schicken lassen. "Es wird fünf Tage dauern, bis die 6600 Teile geschreddert sind", so Rieger. Am Ende werden rund 14 Tonnen Rohmaterial übrig bleiben.
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