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Bayerisch Eisenstein  |  14.11.2012  |  12:15 Uhr

Angriff vom Arber: Forstchef Friderichs attackiert Bürgermeister Müller

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Raimund Friderichs ist der Chef des Hohenzollern-Forstbetriebs und attackiert in einem Internet-Forum Eisensteins Bürgermeister Thomas Müller wegen dessen Pro-Nationalpark-Haltung.  − Foto: Archiv BBZ

Raimund Friderichs ist der Chef des Hohenzollern-Forstbetriebs und attackiert in einem Internet-Forum Eisensteins Bürgermeister Thomas Müller wegen dessen Pro-Nationalpark-Haltung.  − Foto: Archiv BBZ

Raimund Friderichs ist der Chef des Hohenzollern-Forstbetriebs und attackiert in einem Internet-Forum Eisensteins Bürgermeister Thomas Müller wegen dessen Pro-Nationalpark-Haltung.  − Foto: Archiv BBZ


Noch gibt es ihn nicht, den Nationalpark Nordschwarzwald. Aber seit Mai 2011 ist die Diskussion um Sinn und Unsinn, Chancen und Risiken eines solchen Schutzgebiets in Baden-Württemberg voll im Gange. In diese Diskussion eingemischt hat sich jetzt auch Raimund Friderichs, der Leiter des Forstbetriebs der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern aus Sigmaringen.

Friderichs ist sozusagen auch Chef der Wälder am Großen Arber und vom höchsten Bayerwald-Gipfel aus schießt er jetzt scharf gegen einen Nationalpark im Nordschwarzwald, gegen den Nationalpark Bayerischer Wald − und insbesondere gegen Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Thomas Müller (Grüne).

Müller hatte sich vor ein paar Wochen im Schwellhäusl mit Journalisten aus dem Nordschwarzwald getroffen, um als bekennender Nationalpark-Fan die Werbetrommel für das Schutzgebiet zu rühren. In der Stuttgarter Zeitung ist daraufhin ein Artikel unter dem Titel "Der Borkenkäfer ist Hauptthema" erschienen. Müller bezeichnet den Nationalpark Bayerischer Wald darin als "Goldschatz" und verweist auf positive Effekte für den Tourismus sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Unter der Überschrift "Ideologischer Irrsinn" hat Raimund Friderichs diesen Artikel auf der Internet-Seite der Stuttgarter Zeitung kommentiert und seine Ausführungen auch an die Eisensteiner Gemeinderäte geschickt. Friderichs schreibt: "(...) Während im Nationalpark der Borkenkäfer zum ‘Walderneuerer’ mystifiziert wird, ist das Fürstenhaus Hohenzollern durch das Bayerische Waldgesetz gezwungen, diesen Wald-Schädling mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. (...)

Und der Herr Bürgermeister scheint auch vergessen zu haben, dass erst das Fürstenhaus durch die enormen Investitionen der vergangenen Jahre in das Skigebiet am Hausberg der Gemeinde, dem Großen Arber, den touristischen Untergang der Region verhindert hat – und nicht wie behauptet der Nationalpark, dessen touristische Zentren weitab der Gemeinde liegen und dadurch keinen Einfluss auf Übernachtungszahlen haben dürften.

Vielleicht sollte sich der Bürgermeister (...) zur Abwechslung einmal den wirklichen Sorgen des wichtigsten Arbeitgebers seiner eigenen Gemeinde widmen, statt medienwirksam den Schwarzwäldern gute Ratschläge über Sachverhalte zu erteilen, von denen er nichts versteht. Der wirkliche ‘Goldschatz’ in Bayerisch Eisenstein ist nicht der Nationalpark, sondern der Große Arber, den jährlich 500 000 Menschen besuchen. Dass dieses moderne Skigebiet durch den Niedergang der umgebenden Wälder aufgrund Borkenkäferbefalls sogar zunehmend Schaden erleidet, ist dem Bürgermeister offensichtlich egal. (...)

Die Erkenntnisse des Bürgermeisters Müller sind unter diesem Blickwinkel und bei nüchterner Betrachtung wie Spott für die Betroffenen. In Bayerisch Eisenstein machten in den letzten Jahren übrigens die letzten Läden dicht, auch die Poststelle und sogar das Hallenwellenbad wurden geschlossen. Dass die Befürworter eines Nationalparks im Schwarzwald ausgerechnet Herrn Müller immer noch vor ihren Karren spannen, erinnert deshalb an das Andersen-Märchen ‘Des Kaisers neue Kleider’. "

Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend kritisierte Alfred Baierl das Schreiben Friderichs, es sei von Unsachlichkeit und Unkenntnis geprägt. "So kann man das nicht stehen lassen, die Gemeinde muss darauf reagieren", forderte Baierl. "Dieses Schreiben ist überall auf Unverständnis gestoßen", sagte Bürgermeister Thomas Müller und verwies darauf, dass in dieser Sache bereits Gespräche liefen; auch Landrat Michael Adam habe sich eingeschaltet. "Ich möchte jetzt erst diese Gespräche mit dem Fürstenhaus abwarten und werde mir dann Gedanken machen, wie ich reagieren werde", so Müller.  − chr Den gesamten Artikel und den gesamten Kommentar findet man unter http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nationalpark-der-borkenkaefer-ist-hauptthema.2caeb182-1858-4602-94db-d1c2823913d0.html



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Noch gibt es ihn nicht, den Nationalpark Nordschwarzwald. Aber seit Mai 2011 ist die Diskussion um Sinn und Unsinn, Chancen und Risiken eines solchen Schutzgebiets in Baden-Württemberg voll im Gange. In diese Diskussion eingemischt hat sich jetzt auc
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