
Der Kreißsaal am Kreiskrankenhaus Viechtach wird am Montag vorerst dicht gemacht − die Suche nach einem Belegarzt geht weiter.
Der Kreißsaal am Kreiskrankenhaus Viechtach wird am Montag vorerst dicht gemacht − die Suche nach einem Belegarzt geht weiter.
Bild herunterladenDas Ende naht. Nur noch dieses Wochenende können am Kreiskrankenhaus Viechtach Babys auf die Welt kommen. Bekanntlich wird zum Montag die Geburtshilfe-Abteilung am Kreiskrankenhaus vorerst geschlossen, nachdem sich kein zweiter Belegarzt als Ersatz für Dr. Walter Kaunzner und Unterstützung für die derzeitige Einzelkämpferin Karin Tegelhütter gefunden hat.
Wie konnte das passieren, wer hat daran schuld? Für so manchen ist die Antwort darauf klar: "Die politisch Verantwortlichen im Landkreis und der Krankenhaus-Vorstand haben versagt. Sie haben es versäumt, Verstärkung für Frauenärztin Karin Tegelhütter zu bekommen". Doch diese Kritik wollen besonders die Krankenhausverwaltungsrats-Mitglieder aus Viechtach nicht auf sich sitzen lassen.
CSU-Kreisrat Edwin Schedlbauer etwa ist verärgert, weil ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen Versäumnisse unterstellt werden. "Was hätten wir denn tun sollen. Sollen wir einem Frauenarzt eine Million zahlen, damit er sich in Viechtach niederlässt, oder was?", machte er seinem Ärger Luft. Seit über eineinhalb Jahren habe man den Erhalt der Geburtshilfe ständig auf der Agenda, zunächst habe es in Zwiesel gebrannt, nun gehe es um die Zukunft der Geburtshilfe in Viechtach.
Regelmäßig habe Krankenhaus-Vorstand Alfons Groitl den Verwaltungsrat darüber informiert, was alles unternommen werde, um einen zweiten Gynäkologen zu finden, der als Belegarzt am Kreiskrankenhaus Viechtach tätig sein wolle. "Vor Jahren wurde Karin Tegelhütter nach Viechtach geholt, die Misere in Zwiesel wurde gelöst und jetzt wird alles daran gesetzt, auch für Viechtach jemanden zu finden, allein daran sieht man schon, dass die Politiker aus dem ganzen Landkreis und auch der Krankenhaus-Vorstand hinter der Geburtshilfe stehen und sich für ihren Erhalt einsetzen", betonte Schedlbauer. Politiker könnten aber nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sich ein weiterer Frauenarzt hier niederlässt, etwa durch die Vermittlung von Häusern oder die Bereitstellung eines Baugrundes. "Wir können aber keinen Gynäkologen herzaubern", erklärte der CSU-Kreisrat. − Daniela Albrecht
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