
die Entscheidung wirkt nach und wird viel diskutiert. Der Stadtrat hat mehrheitlich beschlossen, die Eishalle weiter zu betreiben. Zumindest so lange, wie die Kommunalaufsicht dem Regener Schuldenmachen noch zusieht, ohne einzugreifen; und zumindest so lange, bis die nächste Steuererhöhungs-Debatte ansteht.
Die Entscheidung hat schön gezeigt, wie Lobby-Arbeit auch auf dieser Ebene funktioniert. Die Eishalle hat eine Lobby. Förderverein und Eisschützen haben getrommelt und haben den Wert der Eishalle gepriesen: Für die Allgemeinheit und für die Region und für den Tourismus ist die Halle von geradezu unschätzbarem Wert; und die Schulen strömen aus dem ganzen Landkreis aufs Regener Eis. Dass sich die Schulleiter der größten Grund- und der größten Mittelschule im Landkreis nicht unbedingt dafür ausgesprochen haben, die Halle zu halten, lässt ahnen, dass es für die Schulen vielleicht ganz nett ist, einmal einen Vormittag auf dem Eis zu verbringen, dass aber nicht unbedingt der Schulerfolg davon abhängt.
Dass die Eishalle, die zum allergrößten Teil von den Regener Bürgern finanziert wird, ganz einfach sehr vielen Eissportlern eine sehr günstige Möglichkeit bietet, ihren Sport auszuüben, dieses Argument ist nicht so offensiv geäußert worden. Für die vielen Sportler − die meisten kommen nicht aus der Stadt Regen − ist die Entscheidung natürlich wunderbar und wird auch entsprechend gefeiert.
Die Lobby-Gruppe der Eishallen-Freunde war einfach besser organisiert, schlagkräftiger und hat zumindest den Anschein erweckt, die Meinung einer Mehrheit zu vertreten. Die Konsequenzen der Entscheidung wird die meist schweigende Mehrheit der Regener Bürger tragen müssen. Es sei denn, es nimmt sich einmal eine andere Lobby-Gruppe dieses Themas an. Der Bund der Steuerzahler zum Beispiel. Der gibt jährlich sein Schwarzbuch heraus, in dem er die Verschwendung von Steuergeldern anprangert. Interessante Frage: Verschwendet die Stadt Regen Steuern, wenn sie vielen Vereinen, die nicht aus der Stadt kommen, deren Sportbetrieb subventioniert?
Michael Lukaschik
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