
Der im Vergleich zum Vorjahr frühe Einbruch des Winterwetters ließ die Arbeitslosigkeit im Dezember im Bereich der Agentur für Arbeit Deggendorf kräftig ansteigen. 6541 Menschen waren Ende Dezember arbeitslos gemeldet, 535 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote im Schnitt der Landkreis Deggendorf, Regen, Straubing-Bogen und der Stadt Straubing lag bei 3,6 Prozent, 0,3 Prozentpunkte über Vorjahreswert. Der Landkreis Deggendorf konnte seine Vorjahresquote halten, der Landkreis Regen nicht.
Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre hat zugenommen − Grund dafür ist laut Agentur für Arbeit die zunehmende Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse. Weiter rückläufig ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Festzustellen ist allerdings, dass immer mehr Ausländer und Menschen mit Behinderung unter den Arbeitslosen sind.
Der Bestand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen (1459) hat sich im Vergleich zum Vormonat um 121 verringert. Vor einem Jahr gab es noch 1734 Stellenangebote.
Wetterbedingt früher als vor einem Jahr, endete bereits in den ersten Dezembertagen die Beschäftigungsmöglichkeit in vielen Außenberufen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Deggendorf erhöhte sich zum November um 1048 auf 6541.Der Anstieg zum Vorjahresmonat ist allein auf die Entwicklung im Rechtskreis SGB II (Arbeitslosengeld I) zurückzuführen. " Mit ein Grund sind die alljährlich saisonbedingten Meldungen", erläutert Udo Karro, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Deggendorf. Im Rechtskreis SGB II (Arbeitslosengeld II) hat sich die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 38 auf 2.821 Personen verringert. Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeld I) erhöhte sich der Bestand der arbeitslosen Männer und Frauen um 573 auf 3.720. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 3,6 Prozent; vor einem Jahr lag sie bei 3,3 Prozent. Innerhalb der Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Bei Betrachtung der Veränderungen zum Dezember 2011 zeigt sich in der Gruppe der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre eine Zunahme von 18,9 Prozent auf 692 Männer und Frauen. Josef Flingelli, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit in Deggendorf, beobachtet diese Entwicklung besorgt: "Die regen Zu- und Abgangsbewegungen, gerade in der Gruppe der jungen Erwachsenen lassen vermuten, dass die Unternehmen derzeit trotz des hohen Fachkräftebedarfes, doch auf befristete Beschäftigungsverhältnisse setzen". Die Zahl der 55 Jahre und älteren Arbeitslosen hat zum Vorjahresmonat um 5,9 Prozent zugenommen und lag im Dezember bei 1.462 Arbeitslosen. Im Dezember waren im Agenturbezirk in beiden Rechtskreisen insgesamt 1.073 Männer und Frauen gemeldet, die länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind. Dies waren 139 Langzeitarbeitslose bzw. 11,5 Prozent weniger als im Dezember 2011. Weiter zugenommen hat im Berichtszeitraum die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderungen. Sie erhöhte sich zum Vormonat um 45 auf 1.073. Der Anstieg zum Dezember des Vorjahres beträgt 132 Schwerbehinderte, eine Steigerung um 26 Prozent. Die Zahl der Teilnehmer (381) an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen im Bereich der Teilhabe behinderter Menschen, lag im Dezember um 4 Prozent über dem Bestand vor einem Jahr. "Die Verbesserung der persönlichen und berufsfachlichen Voraussetzungen zur Unterstützung der Integration behinderter Menschen in das Arbeitsleben, hat auch in den kommenden Monaten einen hohen Stellenwert in den geschäftspolitischen Aktivitäten der Agentur für Arbeit Deggendorf", erläutert Josef Flingelli. Ebenso ansteigend ist die Zahl der arbeitslos registrierten Ausländer. Sie erhöhte sich zum Vorjahresmonat um 13,7 Prozent auf insgesamt 607. Der Anstieg bei diesem Personenkreis steht laut Flingelli auch im Zusammenhang mit der jährlichen Winterarbeitslosigkeit. Der Stellenmarkt verliert an Schwung. Im Dezember gingen beim Arbeitgeber-Service 597 neue Stellenangebote ein, dies waren 77 weniger als im Dezember 2011. Der Gesamtbestand der gemeldeten offenen Stellen verringerte sich zum November um 121 auf 1.459. Im Dezember vor einem Jahr standen dem Arbeitgeber-Service 1734 Stellen zur Verfügung, das waren 15,9 Prozent mehr. Die meisten Stellen betreffen Berufstätigkeiten im Berufsbereich Produktion und Fertigung, hier ist ein Rückgang zum Vorjahr um 28 Prozent festzustellen. Im Berufsbereich der Erziehungs-,Sozial-, Gesundheits- und Lehrberufe ist dagegen eine Zunahme zum Vorjahresstand um knapp 50 Prozent gegeben. − bb
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