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Regen  |  28.11.2012  |  17:33 Uhr

Bauern aus Asien holen sich Rat im Bayerwald

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Erklärungen vom Fachmann: Josef Pletl (ganz rechts) vermittelte der Abordnung aus Kirgistan Wissenswertes aus der Landwirtschaft, ebenso wie viele andere Landwirte und Fachleute verschiedener Stellen im Landkreis Regen.  − Foto: Kargus

Erklärungen vom Fachmann: Josef Pletl (ganz rechts) vermittelte der Abordnung aus Kirgistan Wissenswertes aus der Landwirtschaft, ebenso wie viele andere Landwirte und Fachleute verschiedener Stellen im Landkreis Regen.  − Foto: Kargus

Erklärungen vom Fachmann: Josef Pletl (ganz rechts) vermittelte der Abordnung aus Kirgistan Wissenswertes aus der Landwirtschaft, ebenso wie viele andere Landwirte und Fachleute verschiedener Stellen im Landkreis Regen.  − Foto: Kargus


Netzwerken wird großgeschrieben. In Politik, Wirtschaft und Tourismus setzen die Verantwortlichen immer stärker auf das Miteinander. Die Volkshochschule für den Landkreis Regen hat ihr Netzwerk nicht nur quer durch den Landkreis Regen, sondern durch zig Länder gespannt. Sogar aus Kirgistan erreichte jetzt eine Bitte um Unterstützung die vhs. Und die organisierte gleich eine Studienreise zur Milchverarbeitung und holte Landwirte aus Kirgistan in den Bayerwald.

 Nein. Herbert Unnasch bewirtschaftet nicht nebenbei einen Bauernhof. Er sieht sich nicht als Experte für Landwirtschaft. Dennoch war der vhs-Geschäftsleiter beim Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbands (dvv-international) und beim Länderbüro in Kirgistan die erste Adresse, als die Kirgisen für ein Bildungsprojekt einen Partner in Deutschland suchten. "Wir sind gut eingebunden in ein europaweites Netzwerk, arbeiten mit mehreren Ländern zusammen, haben Erfahrung und uns international schon einen Namen gemacht", erklärt Unnasch. "Wir sind natürlich nicht bei jedem Thema, das wir anbieten, Experten." Die Stärke der vhs sei es aber, breit gefächert Bildung zu vermitteln. "Wir wissen, wo die Fachleute in der Region sitzen – und die holen wir ins Boot", sagt Unnasch.

 Und so organisierte er für die Studienreise der Delegation aus Zentralasien Informationsrunden und Betriebsbesuche. Eine Woche lang erfuhren die Kirgisen Wissenswertes über die Landwirtschaft im Bayerischen Wald und nahmen jede Menge Tipps aus der Praxis mit nach Hause. Dr. Christine Frank brachte den Teilnehmern der Studienreise Grundlagen der Tiermedizin und der Milchverarbeitung nahe. Josef Steinhuber vom Landwirtschaftsamt diskutierte mit der Gruppe über die Unterstützung von kleinbäuerlichen Milchbetrieben. Dr. Andrea Siemon vom Veterinäramt sprach über Hygiene und Sanitärkontrolle. Auf dem Klimmer-Hof in Kollnburg lernten die Kirgisen, wie auf einem Bio-Bauernhof gearbeitet wird. Bei Willi Gierl ging es vor allem um Fragen zu Aufzucht, Futter und Tierhaltung.

 Bei einem Ausflug ins österreichische Lembach erkundeten die Gäste eine Bio-Molkerei. Wie sich Bauern gegenseitig unterstützen können, erklärte Kreisbäuerin Katharina Zellner den Landwirten. Josef Gürster, Ausbildungsberater am Landwirtschaftsamt in Straubing, machte die Aus- und Weiterbildung zum Thema. Ehrenkreisobmann Josef Pletl und seine Frau Ulrike zeigten den Kirgisen auf ihrem Hof, wie die Aufzucht am besten klappt. Mehr über die Agrargeschichte erfuhren sie im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum.

 Die Technologie bei der Milchverarbeitung stand bei der Hof-Käserei Ecker in Grafenau auf dem Plan. Beim Abschlussabend ließen sich die Gäste auf dem Ferienhof Weiderer in Schweinhütt mit Produkten aus der Region kulinarisch verwöhnen. Die Gäste aus Kirgistan waren durch die Bank Fachleute – und genossen es sichtlich, mit den Berufskollegen aus dem Landkreis Regen zu fachsimpeln und sich von ihnen so manch wertvollen Rat für die eigene Arbeit zu holen.

 Ganz genau wollten sie beispielsweise wissen, wie viel und welches Futter eine Kuh braucht, um eine bestimmte Milchleistung zu bringen; wie lange Kälber alleine stehen, bis sie zu der Jungherde in den Laufstall dürfen oder was die Landwirte im Landkreis auf ihren Feldern anbauen. In den Ställen machten die Gäste Fotos, um die Anregungen für zu Hause möglichst gut festzuhalten. Keine leichte Aufgabe hatte die Dolmetscherin, die die Fachgespräche für die Kirgisen übersetzte.

 Untergebracht war die Delegation in der Bayerwaldakademie Weißenstein. Bei Ausflügen oder kurzen Wanderungen wurden als Auflockerung des straffen Programms die Stadt Regen, das Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck sowie die Städte Passau und Regensburg besucht. Für das Team der vhs um Herbert Unnasch gab es von der Gruppe großes Lob für die gelungene Studienreise.  − bb













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Copyright © Passauer Neue Presse 2013
Dokument erstellt am 2012-11-28 16:31:46





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