von Andreas Nigl
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Jungtier Nummer Zwei wurde vom Nationalpark im Bereich des Rachels fotografiert. Anhand der Fellzeichnungen wurde es als Tessas Junges identifiziert. − Foto: Nationalpark Bayerischer Wald
Jungtier Nummer Zwei wurde vom Nationalpark im Bereich des Rachels fotografiert. Anhand der Fellzeichnungen wurde es als Tessas Junges identifiziert. − Foto: Nationalpark Bayerischer Wald
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Kinder haben den Tod ihrer Mutter überlebt. Die Rede ist von den Jungen der Luchsdame Tessa, die am 13. März in einem Waldstück bei Rinchnach tot aufgefunden wurde. Heimtückisch vergiftet mit einem Nerven-Kontaktgift. Der Täter wurde nie gefunden − obwohl verschiedene Institutionen Belohnungen in Höhe von über 20.000 Euro ausgesetzt hatten.
Als sich die mit einem Sender ausgestattete Tessa längere Zeit in einem bestimmten Bereich aufhielt, war die Freude bei den Nationalparkforschern um Projektleiter Marco Heurich groß: Tessa könnte Mutter geworden sein. Und siehe da − einige Wochen später gab es Gewissheit. Die Luchsame und ein Jungtier gingen zusammen in die Fotofalle.
Die Freude wich jedoch schnell dem Entsetzen. Am 13. März empfingen die Forscher ein sogennanntes Totsignal. Das wird ausgelöst, wenn sich der Luchs längere Zeit nicht mehr von einer bestimmten Stelle bewegt. Tessa lag in einer Fichtenschonung. Auf den ersten Blick schien sie friedlich eingeschlafen. Eine spätere Autopsie ergab, dass sie vom Kadaver eines in der Nähe liegenden Rehbocks gefressen hatte − der mit Gift präpariert worden war.
Daraufhin wurde befürchtet, dass auch Tessas Kinder vergiftet wurden. Doch seit kurzem herrscht Erleichterung. Das erste Junge wurde vom "Luchsprojekt Bayern" außerhalb des Nationalparks Bayerischer Wald fotografiert. Im Zuge routinemäßiger Fellvergleiche der fotografierten Tiere hatte man schnell Gewissheit, dass dies ein Jungtier der vergifteten Tessa sein muss. Und um so größer war die Freude dann, als im Bereich des Rachels − im Nationalparkgebiet − ein weiter Jungluchs in eine Fotofalle ging. Auch hier brachte das genaue Hinschauen Gewissheit − auch der Luchs konnte zweifelsfrei Tessa zugeordnet werden.
Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 16. November oder HIER.
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