
Wir bauen Glaszukunft mit auf: Karlheinz Roth (v.l.), Elke Proßer-Greß, Hermann Beiler und Glaskünstler Klaus Büchler. − Foto: Haydn
Wir bauen Glaszukunft mit auf: Karlheinz Roth (v.l.), Elke Proßer-Greß, Hermann Beiler und Glaskünstler Klaus Büchler. − Foto: Haydn
"Aufbauen" ist das Thema. Spiegelau will aus den Ruinen früherer Glasmacherherrlichkeit wieder aufstehen. Es ist ein neues Glas, es ist aber auch eines, das an die alte Zeit anknüpft. Noch ist das Bewusstsein einer Glasregion da. Noch gibt es Menschen mit Erfahrung und Begeisterung für den Rohstoff. Noch gibt es sogar alte Bausteine aus Glas, die sich der Künstler Klaus Büchler vor Jahren bereits sicherte. Jetzt werden die zu neuen Bausteinen für ein Kunstwerk am TAZ. Der Förderverein startet mit ihnen eine Spendenaktion. Elke Proßer-Greß hatte die Idee eingebracht, möglichst viele Bürger und Engagierte in einem Projekt zu sammeln, bei dem auch erkennbar wird, dass die Spiegelauer hinter ihrem TAZ stehen. Namentlich können sie es jetzt, sichtbar für eine lange Zukunft des Glases, in Glas und zudem kunstvoll verziert. Dabei sind die Würfel, die Klaus Büchler vor Jahren aus einer Glasschmelze bei der Firma Füller holte, sozusagen der anfängliche "Abfall", der aufgefangen und in diese eigentlich völlig profane Form gebracht wurde, bevor die Glaskonsistenz die Homogenität erreichte, die für die Produktion nötig war. Dennoch sind die Würfel kein Wegwerfprodukt. Auch in ihnen steckte schon die Grundidee des Wertes, weil sie Energie benötigten, Form und Schaffen, einen langen Prozess des Abkühlens ohne Spannungen und "Zerwürfnis". So viele Bilder stecken in diesem gläsernen Kubus, dass man sie allesamt für das Gemeinschaftswerk TAZ verwenden könnte.
Vordergründig geht es aber zunächst einmal um die Wertigkeit, die sich auch finanziell einsetzen lässt, um später Studenten zu fördern oder auch Workshops und Aktionen für die Bevölkerung, so Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Wer sich einen Baustein für das TAZ erwerben will, der muss für sein exklusives Stück mindestens 75 Euro zu geben bereit sein. Dafür erhält er ein Zertifikat, eine Quittung, seinen Namen auf einem Stück für die Ewigkeit geschaffener Glaskunst. Denn die weiteren Seiten der Kuben graviert Klaus Büchler in seiner weithin bekannten Art zu lauter Unikaten. Der Spender erhält nur eines nicht: Den Stein selbst. Den muss er statt dessen als Dauerleihgabe für das Kunstwerk zur Verfügung stellen, Draus wird dann voraussichtlich eine Wand aus Glas errichtet.
Etwa 150 Steine sollen zusammenkommen, aufgerichtet in einem Gesamtbild, das zudem von einer Ader aus Würfeln durchzogen wird, die mit Glaspartikeln beschmolzen sind, ein Band, das so auch für den gemeinsamen Glasweg stehen kann. Der Anfang ist bereits gemacht. Schon vor dem eigentlichen Start sind an die 30 Steine bereits vergeben. − hpd
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