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Freyung  |  26.11.2012  |  13:39 Uhr

Kommt nach dem Tank-Tourismus der Führerschein-Tourismus?

von Stefanie Heindl und Tobias Wolf

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Der deutsche Führerschein ist aufgrund von Trunkenheit am Steuer oder wegen Fahrens unter Drogeneinfluss verloren, deshalb droht vielen Verkehrssündern die ungeliebte medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) − im Volksmund auch "Depperltest" genannt. Doch der Weg ins Nachbarland Tschechien ist nicht weit, und dort gibt es dank einer Gesetzeslücke und Korruption die Möglichkeit, ganz "legal" wieder an eine Fahrerlaubnis zu gelangen − der Führerschein-Tourismus ist daher eine beliebte Methode um mobil zu bleiben.  − Foto: Wolf

Der deutsche Führerschein ist aufgrund von Trunkenheit am Steuer oder wegen Fahrens unter Drogeneinfluss verloren, deshalb droht vielen Verkehrssündern die ungeliebte medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) − im Volksmund auch "Depperltest" genannt. Doch der Weg ins Nachbarland Tschechien ist nicht weit, und dort gibt es dank einer Gesetzeslücke und Korruption die Möglichkeit, ganz "legal" wieder an eine Fahrerlaubnis zu gelangen − der Führerschein-Tourismus ist daher eine beliebte Methode um mobil zu bleiben.  − Foto: Wolf

Der deutsche Führerschein ist aufgrund von Trunkenheit am Steuer oder wegen Fahrens unter Drogeneinfluss verloren, deshalb droht vielen Verkehrssündern die ungeliebte medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) − im Volksmund auch "Depperltest" genannt. Doch der Weg ins Nachbarland Tschechien ist nicht weit, und dort gibt es dank einer Gesetzeslücke und Korruption die Möglichkeit, ganz "legal" wieder an eine Fahrerlaubnis zu gelangen − der Führerschein-Tourismus ist daher eine beliebte Methode um mobil zu bleiben.  − Foto: Wolf


Wer mit über 1,1 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, ist seinen Führerschein für eine Weile los. Wenn er ihn nach Ablauf einer Sperrfrist zurück haben möchte, muss er sich der gefürchteten medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen − zumindest in Deutschland. Die tschechischen Behörden erteilen die Fahrerlaubnis auch ohne Untersuchung. Kommt nach dem Tanktourismus nun der Führerschein-Tourismus?

"In fast jeder Ortschaft unseres Dienstgebietes wohnen Leute, die einen tschechischen Führerschein haben", berichtet Polizeioberkommissar Max Eder, Mitarbeiter im Sachgebiet Verkehr in der Polizeiinspektion Freyung. Im Gebiet der PI Waldkirchen (Landkreis Freyung) sieht es kaum anders aus, wie Polizeioberkommissar Erich Knab weiß: "Derzeit läuft wieder eine Anzeige gegen eine Person, die einen tschechischen Führerschein erworben hat, um die MPU zu umgehen."

Grundsätzlich ist es legal, beim tschechischen Nachbarn einen Führerschein zu machen − vorausgesetzt die gerichtlich verhängte Sperrfrist ist abgelaufen und die Person ist auf einen Wohnsitz in Tschechien gemeldet. Wirklich wohnen muss sie dort nicht. Mehrere Personen mieten zusammen eine tschechische Wohnung, die ihnen eine darauf spezialisierte Organisation vermittelt. Die Mieter stammen aus verschiedenen deutschen Orten, um nicht die Aufmerksamkeit der Polizei am tatsächlichen Heimatort zu erregen. "Oftmals tragen die tschechischen Behörden den deutschen Wohnort ein, der ihnen ebenfalls bekannt ist. Dann wird der Führerschein nicht anerkannt und es kommt zur Anzeige", erläutert Erich Knab.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Montag, 26. November, in Ihrer Passauer Neuen Presse (F-Ausgabe).



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