von Isabel Metzger, Jennifer Jahns und Gregor Wolf
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Der Audi, in dem die beiden Cousins saßen, wurde bei dem Unfall in mehrere Teile zerrissen. Die beiden jungen Männer starben. | Foto: Jahns
Der Audi, in dem die beiden Cousins saßen, wurde bei dem Unfall in mehrere Teile zerrissen. Die beiden jungen Männer starben. - Foto: Jahns
Drei Menschen, darunter zwei Cousins, sind am Donnerstagnachmittag bei einem Autounfall auf der B 12 ums Leben gekommen. Die beiden jungen Männer (23 und 16) stammen beide aus Reisersberg in der Gemeinde Röhrnbach (Landkreis Freyung-Grafenau). Eine 69-Jährige aus dem Raum Günzburg (Schwaben) wurde ebenfalls getötet, ihr Mann (71) schwebte auch am Samstagabend noch in Lebensgefahr. War ein illegales Rennen der Auslöser für das schreckliche Unglück?
Der von der Polizei gesuchte Fahrer eines schwarzen Audis hat sich am späten Samstagnachmittag bei der PI Freyung gemeldet. Damit könnte Bewegung in die Ermittlungen kommen. Anderen Verkehrsteilnehmern zufolge fuhr dieser dem Unglücks-Audi voraus, vermutlich leicht versetzt, so Emmer. Angaben zur Sache macht der Mann bisher aber noch nicht. In Anwesenheit seines Rechtsanwalts sagte er aus, die Getöteten nicht gekannt zu haben. "Somit dürfte ein verabredetes Autorennen, das von verschiedener Seite gemutmaßt wurde, nicht stattgefunden haben", so die Polizei in einer Pressemitteilung am Samstag.

Der rote Audi wurde in drei Teile zerrissen. − Foto: Jahns
Der rote Audi wurde in drei Teile zerrissen. − Foto: Jahns
Bild herunterladenDer Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern, Michael Emmer, wollte diese Vermutung am Freitag weder bestätigen noch dementieren. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein Rennen. Allerdings hätten mehrere Augenzeugen übereinstimmend ausgesagt, dass zwei Autos − der rote Audi des jungen Unfallfahrers und ein schwarzer Audi − mit extrem überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen seien.
Der rote Audi war von Kumreut kommend in Richtung Freyung auf regennasser Straße ins Schleudern geraten und mit einem entgegenkommenden Kleinlaster kollidiert. Der Aufprall war so stark, dass die beiden jungen Männer aus dem Audi geschleudert wurden. Jürgen L. (23) war sofort tot. Sein Cousin Sebastian L. wurde schwer verletzt ins Passauer Klinikum gebracht, wo er wenige Stunden später starb.
Der Fahrer (71) des Fiat rang auch am Freitagabend noch mit dem Tod, seine Frau (69) auf dem Beifahrersitz überlebte den Zusammenstoß nicht. Alle vier Opfer waren angeschnallt.
Der Unfall hatte sich in Höhe Aigenstadl ereignet − hier hat die Bundesstraße Richtung Freyung eine Überholspur. Kurz darauf verengt sie sich wieder auf zwei Spuren. "Der Unfall dürfte aber nichts mit dem Zusammenführen der Fahrbahnen zu tun haben", stellte Polizeisprecher Emmer klar. Vielmehr werde überhöhte Geschwindigkeit beziehungsweise ein Fahrfehler als Ursache vermutet.
Noch ist nicht geklärt, ob Jürgen L. oder Sebastian L. das Unglücksauto lenkte. Das sollen Sachverständige des Landeskriminalamtes ermitteln, sagte Emmer. Zudem sei eine Ermittlungsgruppe bei der Freyunger Polizei gegründet worden, um die Spuren auszuwerten. Auch ein Unfallgutachter ist eingeschaltet.
Jürgen L. arbeitete als Mechatroniker bei einer Freyunger Firma. Sebastian L. ging noch zur Schule und besuchte die neunte Klasse. Mitschüler hielten gestern eine Gedenkminute ab. Angehörige und Freunde haben an der Unfallstelle Kerzen aufgestellt.
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