
Sebastian Gruber wirft einen ersten Blick auf menschliche Überreste, die in der Nähe von Niederviehbach gefunden worden sind. − Foto: Birgmann
Sebastian Gruber wirft einen ersten Blick auf menschliche Überreste, die in der Nähe von Niederviehbach gefunden worden sind. − Foto: Birgmann
Es sind nur ein paar Knochen, die sorgsam auf einem Tisch ausgebreitet sind. Doch Sebastian Gruber erkennt schon beim ersten Blick wichtige Informationen: "Es handelt sich hier nicht nur um die sterblichen Überreste von Menschen, sondern auch um einen Tierknochen. Und es sind die Knochen von mindestens zwei Menschen." Der Tierknochen sei durch seine glatte Oberfläche leicht erkennbar, sagt Gruber, menschliche Knochen hätten eine raue Oberfläche. Und mindestens zwei unterschiedliche Menschen müssten es deshalb sein, weil zwei Oberschenkelknochen mit auf dem Tisch liegen − in völlig unterschiedlichen Längen.
Bei einem zweiten Blick geben diese beiden Überreste weitere Details preis: Am kürzeren Knochen ist noch deutlich die Wachstumsfuge zu sehen, die bei einem erwachsenen Menschen komplett geschlossen ist. "Um das Alter genau zu bestimmen, müsste ich weitere Knochen, zum Beispiel die des Schädels, untersuchen und mit den Standardwerten vergleichen. Ich vermute aber, dass es sich hier um einen Jugendlichen am Ende der Pubertät handelt", erklärt der 26-jährige Moosthenninger.
Sebastian Gruber hat Biologe studiert und dabei die seltene Richtung der Anthropologie eingeschlagen, also der Entwicklungsgeschichte der Menschen. Als Kind habe er zwar schon immer gerne gebuddelt und Tierknochen untersucht − "jedenfalls sagen das meine Eltern", lacht er. Aber auf diesen Weg habe ihn eine Lehrveranstaltung der Anthropologischen Staatssammlung gebracht, an der er inzwischen seine Doktorarbeit anfertigt. − tomMehr dazu in der Landauer Neuen Presse vom Freitag, 20. Januar.
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