Mit "Schockanrufen" versuchen überregional agierende Täter auch weiterhin Geld zu ergaunern − vorwiegend von Senioren oder Personen aus dem russischen Sprachraum: Am Samstag sind aus Plattling drei Fälle gleichgelagerter Schockanrufe bekannt geworden.
So meldete sich zunächst jeweils eine Frau mit weinerlicher, schluchzender Stimme und gab sich als Schwägerin, Schwester oder Tochter der jeweils Angerufenen aus. Die "Verwandte" gab an, in einem Kaufhaus auf der Rolltreppe gestürzt zu sein und dabei ein kleines Kind mitgerisssen zu haben. Dieses erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und müsse nun notoperiert werden.
Im weiteren Verlauf des in Russisch geführten Gesprächs wurde der Hörer an einen männlichen "Rechtsanwalt" übergeben, der dem Ganzen Nachdruck verlieh. Für eine "außergerichtliche Lösung" des Problems müsse Geld bezahlt werden, da der Angehörigen ansonsten Gefängnis drohe bzw. sie für die Krankenhauskosten aufkommen müsse.
Einmal wurde auch eine konkrete, fünfstellige Eurosumme als Forderung genannt. Alle drei Angerufenen reagierten geschickt und ließen sich nicht weiter auf die Lügengeschichten ein. Ihrer Besonnenheit, so teilt die Polizei mit, seit es zu verdanken, dass die Betrüger erfolglos blieben.
Eine Anzeigeerstatterin ohne Migrationshintergrund war wohl irrtümlich ins Visier der "Schockanrufer" geraten, da sie der russischen Sprache nicht mächtig ist und den Inhalt des Anrufs zunächst völlig falsch einordnete.
Erst am Freitag, 4. Januar, waren nahezu identische Anrufe aus Unterfranken gemeldet worden, , bei denen ein avisierter Abholer in einem Fall mit der üblen Masche tatsächlich 3000 Euro ergaunerte.
Die Ermittler raten potenziellen Opfern bei derartigen Anrufen stets zu äußerster Skepsis und familieninterner Überprüfung, bevor Bargeld an Unbekannte ausgehändigt wird. Beim geringsten Verdacht sollte unverzüglich ein Notruf bei der Polizei erfolgen. Für den Raum Niederbayern laufen die Ermittlungen über die Kripo Straubing. − pz
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