Daran werden Stromkunden mit kleinerem Geldbeutel schwer zu knabbern haben: Die Stadtwerke Deggendorf erhöhen den Bruttopreis für die Kilowattstunde Strom zum 1. Januar 2013 von 22,04 auf 25,41 Cent. Ein durchschnittlicher Haushalt, der 3565 Kilowattstunden verbraucht, zahlt dann im Jahr künftig 1013,51 Euro − 120 Euro mehr als heute. "Ich bin seit 1982 in der Versorgungswirtschaft tätig. Aber solch eine Grausamkeit musste ich noch nie verkünden", machte Stadtwerke-Chef Franz-Josef Krempchen deutlich, dass ihm die Hände gebunden sind. Der Aufsichtsrat segnete die Preissteigerung gestern mit der Gegenstimme von Wolf-Günther Bergs ab.
Krempchen hatte reichlich Zahlen- und Grafikmaterial vorbereitet, um dem Aufsichtsrat anschaulich zu machen, dass an der drastischen Preiserhöhung kein Weg vorbeiführt. "Der beeinflussbare Preisbestandteil macht nur 27,5 Prozent aus, der nicht beeinflussbare 72,5 Prozent", sagte er und listete die Kosten- bzw. Preistreiber auf, so etwa Netzkosten, Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage, Konzessionsabgabe, Netzkostenumlage für die Großindustrie oder Stromsteuer. "Allein die neue Offshore-Haftungsumlage liegt bei 0,25 Cent pro Kilowattstunde. Damit werden alle Stromkunden in Haftung genommen", so Krempchen. Die Energiekosten selbst, das einzige Segment, auf das die Stadtwerke Einfluss hätten , seien sogar leicht gesunken − um 0,115 Cent pro Kilowattstunde auf 6,998 Cent. − rm
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