
Jesus’ rechten Arm muss Claus Peter Mitterdorfer (M.) noch befestigen, seine Weltkugel hat das Kind aber fest im Griff. Ulrike Samberger und Pater Eberhard Lorenz beugtachten die Arbeit des Restaurators. − Foto: Binder
Jesus’ rechten Arm muss Claus Peter Mitterdorfer (M.) noch befestigen, seine Weltkugel hat das Kind aber fest im Griff. Ulrike Samberger und Pater Eberhard Lorenz beugtachten die Arbeit des Restaurators. − Foto: Binder
Bild herunterladenEhrwürdig schauen sie aus, die beiden über mannshohen Figuren, die in Claus Peter Mitterdorfers Werkstatt stehen. Auf dem Arm trägt jeder der beiden Männer das Jesuskind. Die beiden Figuren kommen aus Metten. Links und rechts vom Hauptportal auf der Westseite der berühmten Stiftskirche hatten sie ihren Platz, jeweils in einer passenden Mauernische. Wer genau die beiden gemacht hat und wann genau sie ihre Position in Metten eingenommen haben, können Claus Peter Mitterdorfer, Architektin Ulrike Samberger und Pfarrer Pater Eberhard Lorenz auch nach intensiven Recherchen nicht sagen. Herausgefunden hat man aber, dass die jeweils rund 100 Kilogramm schweren Figuren 1830 aus Fulda nach Metten gekommen sein könnten. Dort haben sie wahrscheinlich barocke Figuren abgelöst, die man nicht mehr haben wollte. Die beiden sind nicht, wie an Kirchen eigentlich üblich, aus Stein, sondern aus Hartholz − Mitterdorfer tippt auf Eiche.
Betrachtet man Christophorus und Josef von hinten, sieht man ihren "offenen Rücken": Der harte Kern des Baumstamms wurde herausgenommen, die Körper sind praktisch hohl. Grund war nicht das Gewicht, erklärt Mitterdorfer. Vielmehr hätte das harte Holz im Inneren ansonsten mit dem weicheren rundherum Spannungen und damit Risse erzeugt.
Während Josef einfach sein Jesuskind auf dem Arm hält, hat Christophorus zusätzlich einen Beutel umhängen, bei ihm hat das Kind zudem eine Weltkugel in den Händen. Christophorus’ Stab ist ihm seit der letzten Restaurierung abhanden gekommen − aber er soll wieder einen bekommen, verspricht Mitterdorfer. Sein Arm und der seines Jesuskinds sind ab, aber vorhanden − mit Holzdübeln und Spezialleim will Mitterdorfer sie wieder dauerhaft festmachen. Verschwunden war nur die große Zehe von Christophorus’ linkem Fuß. Alexander Hintersberger hat sie neu geschnitzt.
Die Stellen, an denen kleine Holzstücke herausgebrochen sind, hat Claus Peter Mitterdorfer bereits mit einem selbst entwickelten Mix aus Kork, Kreide und Knochenleim ausgefüllt. Der kann mit dem Holz arbeiten und sich dehnen. Später kommt auf diese Stellen − streng nach den Vorgaben des Landesamts für Denkmalschutz − spezielle Farbe, so dass die Flächen wieder einheitlich werden, als wäre es nie anders gewesen.
Zuletzt aufwändig hergerichtet worden sind die beiden Figuren im Jahr 1984. 2008 hatte die Witterung den Figuren erneut so zugesetzt, dass sie nicht mehr allein stehen konnten und man sie heruntergenommen hat. In ein paar Wochen will der Deggendorfer sie nun fertig haben, aber an ihren alten Ort kommen sie nicht zurück. Sie sollen am Eingang zur Bibliothek geschütztere Plätze bekommen. − kw
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