von Katrin Schreiber
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Über www.renatefranzel.de gelangt man direkt zur Seite der Deggendorfer JU. Deren Chef Ludwig Rastorfer (kl. Bild) gibt alles zu, die Grünen-Stadträtin Renate Franzel (kl. Bild) ist findet diese Aktion allerdings nicht lustig. | Screenshot: Rösler/Fotos: Binder/PNP
Über www.renatefranzel.de gelangt man direkt zur Seite der Deggendorfer JU. Deren Chef Ludwig Rastorfer (kl. Bild) gibt alles zu, die Grünen-Stadträtin Renate Franzel (kl. Bild) ist findet diese Aktion allerdings nicht lustig. - Screenshot: Rösler/Fotos: Binder/PNP
Ja, was ist denn da los? Fusion von Grünen und Junger Union etwa? Klingt unglaublich, ist aber so − zumindest virtuell. Denn wer die Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion in den Internet-Browser eingibt, landet direkt auf der Seite des politischen Rivalen: Die Links www.renatefranzel.de und www.renate-franzel.de führen unmittelbar zum JU-Ortsverband.
Ein Schelm, wer dabei Böses denkt und sich an Zeiten des Bierkriegs erinnert fühlt. Damals hatte sich die von der Stadt verpönte Brauerei sämtliche Domains mit "Volksfest" und "Deggendorf" gesichert. "Damit wollen wir nicht in Verbindung gebracht werden", darauf legt Ludwig Rastorfer, Ortsvorsitzender der Jungen Union, Wert. Im Übrigen gibt er gerne zu, dass die Sache auf dem Mist seines Ortsverbands gewachsen ist.
Die Betroffene ist ganz und gar nicht begeistert: "Ich darf Ihnen mitteilen, dass für mich eine Mitgliedschaft in Ihrer Organisation gegenwärtig und auch in Zukunft nicht in Frage kommt", schreibt sie in einem nicht ganz unironischen offenen Brief. "Nach über zwanzigjähriger Stadträtinnen-Tätigkeit für Bündnis90/Die Grünen kommt auch ein Parteiwechsel etwa zur CSU für mich nicht mehr in Frage." Man möge daher in Zukunft Abstand nehmen von solchen Aktionen, die ja wohl dazu gedacht seien, sie zum Wechsel zu animieren.
Derweil wollen Ludwig Rastorfers Mannen der Grünen natürlich entgegenkommen. "Wir sind zu einer umkomplizierten Einigung bereit. Wir geben ihr die Domain gerne zurück. Gegen eine kleine Brotzeit." Franzel hat statt einer Brotzeit erstmal ein Urteil des Bundesgerichtshof von 2003 geschickt: "Bereits in der Registierung eines fremden Namens als Domain-Name liegt eine Namensanmaßung", heißt es darin, "und damit eine Verletzung des Namensrechts derjenigen, die diesen bürgerlichen Namen tragen." Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Deggendorfer Zeitung vom 26. Januar.
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