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Neuötting  |  15.11.2012  |  17:40 Uhr

Mehrere Tonnen krebserregenden Bauschutt abgelagert

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Am Dienstag wurde der Betrieb bei der Firma TechnoSan stillgelegt. Am Donnerstag nun hat die Geschäftsführung eine Stellungnahme herausgegeben.  − Foto: Kleiner

Am Dienstag wurde der Betrieb bei der Firma TechnoSan stillgelegt. Am Donnerstag nun hat die Geschäftsführung eine Stellungnahme herausgegeben.  − Foto: Kleiner

Am Dienstag wurde der Betrieb bei der Firma TechnoSan stillgelegt. Am Donnerstag nun hat die Geschäftsführung eine Stellungnahme herausgegeben.  − Foto: Kleiner


Zwei Tage nach Entzug der Betriebsgenehmigung für den Standort Neuötting hat die Firma TechnoSan am späten Donnerstagnachmittag mit einer Presseerklärung (siehe unten) auf die Vorwürfe von Staatsanwaltschaft und Polizei reagiert, die zur Betriebsschließung seitens des Landratsamtes führten. Geschäftsführer Alexander Czetsch und weitere Mitarbeiter stehen im Verdacht des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfallstoffen (§326 StGB) und der Geschäftsführer darüber hinaus des Betrugs.

Die Behörden sparen mit konkreten Informationen, "um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden". Nach PNP-Informationen hat die Firma TechnoSan in der Kiesgrube der Firma Freudlsperger in Mühldorf mehrere Tausend Tonnen Teer-Schutt eingelagert, der höher mit krebserregenden PAKs (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe) kontaminiert war, als die TechoSan-eigene Analytik angab und als dort eingebaut werden dürfte. Etwa die Hälfte des stark belasteten Materials  wurde von TechnoSan wieder abgeholt, der Rest liegt noch immer in Mühldorf.

Der Tatvorwurf des Betrugs ergibt sich daraus, dass stärker kontaminierte Stoffe in qualitativ besser abgesicherten Deponien gelagert werden müssten, was wiederum teurer sei. Seitens der Polizei war zu erfahren, dass es um "viel Geld" gehe.

Die Presseerklärung von TechnoSan im Wortlaut

"Der Entzug der Betriebserlaubnis steht im Zusammenhang mit der Untersuchung bei einer Deponie in Mühldorf, auf der TechnoSan als eines von mehreren Unternehmen Bauschutt entsorgt hat. In dem Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein. Nach Angaben der Behörden bestand und besteht für Mensch und Umwelt keine Gefahr.

Der Schutz der Umwelt steht für TechnoSan an erster Stelle. Das Unternehmen hat im Mai 2012 davon erfahren, dass bei Bauschutt auf der Mühldorfer Deponie erhöhte Grenzwerte festgestellt wurden. TechnoSan hat umgehend reagiert und sich mit der Betreiberfirma abgestimmt. Unabhängig von der Frage des Verursachers und im Interesse einer zeitnahen Lösung hat TechnoSan große Teile des Bauschutts abgeholt und fachmännisch aufbereitet.

Gleichzeitig überprüft TechnoSan laufend sein Qualitätsmanagement. Daraus resultierend mussten Anfang November 2012 Konsequenzen gezogen werden. Das Unternehmen hat den zuständigen Betriebsleiter in Neuötting von seinen Aufgaben entbunden.

"Wir arbeiten seit Jahren sehr offen und konstruktiv mit allen Behörden zusammen. Gerade deswegen haben uns die Maßnahmen der zuständigen Behörden überrascht. TechnoSan verurteilt jede Straftat und ist an einer raschen Aufklärung interessiert. Dafür kooperieren wir in allen Fragen eng und vertrauensvoll mit den zuständigen Behörden", sagt TechnoSan-Geschäftsführer Alexander Czetsch. Das Unternehmen wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die strengen Umwelt-Kontrollen weiter zu verbessern.

Bei dem Bauschutt handelt es sich um Erde und Steine, die organische Teerverbindungen enthalten, deren Konzentrationen über den zulässigen Grenzwerten liegen. Die organischen Verbindungen sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl und besonders stark in Teer enthalten, wie er in den 70er-Jahren im Straßenbau verwendet wurde. Die Verbindungen werden durch Wasser nicht ausgewaschen." − ecsMehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 16. November.



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