
Rund 30 Zuhörer und eine Atmosphäre, die so aufgeladen war wie selten: Szene aus der Gemeinderatssitzung in Erharting am Mittwochabend. − Foto: Brandl
Rund 30 Zuhörer und eine Atmosphäre, die so aufgeladen war wie selten: Szene aus der Gemeinderatssitzung in Erharting am Mittwochabend. − Foto: Brandl
In einer streckenweise turbulenten und in aufgeladener Atmosphäre verlaufenen Sitzung hat der Gemeinderat von Erharting (Landkreis Mühldorf am Inn) am Mittwoch wichtige Entscheidungen zum umstrittenen "Netto"-Logistikzentrum an der Staatsstraße 2092 getroffen. Die meisten Beschlüsse fielen mit zwei Gegenstimmen, bei den Diskussionen im Rat wurde deutlich, dass das Gremium nicht einhellig hinter dem Vorhaben der Supermarktkette steht, ein rund 290 Meter langes und 150 Meter langes Logistikzentrum zu bauen, von dem aus Verbrauchermärkte in einem Umkreis von bis zu 120 Kilometer beliefert werden sollen. Auch den Angaben von "Netto" bezüglich der Schaffung von Arbeitsplätzen wurde offen Skepsis entgegen gebracht.
Im Verlauf der knapp dreistündigen Sitzung kam es auch zwischen Bürgermeister Georg Kobler, Geschäftsleiter Walter Gruber und Räten sowie den Zuhörern zu heftigen Diskussionen. Letztlich wurde mehrheitlich der Vorhaben-bezogene Bebauungsplan samt Umweltbericht "Sondergebiet Erharting an der St 2092" beschlossen, das Rats- und das Bürgerbegehren zu dem Vorhaben wurden zugelassen. Der Urnengang soll am Sonntag, 2. Dezember stattfinden.
Auch in der Nachbarstadt Töging (Landkreis Altötting) verfolgt man das Vorhaben sehr genau: Soll doch das Logistikzentrum mit Lkw-Waschplatz und Tankstelle im Bereich des Töginger Wasserschutzgebietes errichtet werden. Die Stadt Töging hat beschlossen, ihr Wasserschutzgebiet aufrecht zu erhalten und will dafür viel Geld ausgeben. Aber: Dieser Aspekt erscheint den Erhartinger Räten nicht so wichtig. Töging sei nicht darauf angewiesen, das Wasserschutzgebiet in diesem Bereich aufrecht zu erhalten, es gebe Alternativen. Und: Auch ein Anschluss an die "Mettenheimer Gruppe" sei doch möglich, so die Argumentation. − afbMehr darüber lesen Sie am Freitag, 9. November, in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse (Alt-Neuötinger/Burghauser Anzeiger).
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