• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 26.04.2015

Nutzer:  Passwort:   Login





Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Kastl/Altötting  |  04.09.2013  |  14:24 Uhr

Lebendig im Müll: Tierschützer klagen Altöttinger Mastbetrieb an

von Christoph Kleiner

Lesenswert (54) Lesenswert 38 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken merken merken






Tausende Tiere auf engstem Raum zeigt die von den Tierschutz-Aktivisten gemachte Aufnahme. Den amtlichen Statistiken zufolge überleben durchschnittlich zwei bis drei Prozent der Hühnchen die Mastzeit nicht. Bei 80 000 Tieren wären das rund 2000 Hühnchen pro Mastzyklus.  − Fotos: Mülln

Tausende Tiere auf engstem Raum zeigt die von den Tierschutz-Aktivisten gemachte Aufnahme. Den amtlichen Statistiken zufolge überleben durchschnittlich zwei bis drei Prozent der Hühnchen die Mastzeit nicht. Bei 80 000 Tieren wären das rund 2000 Hühnchen pro Mastzyklus.  − Fotos: Mülln

Tausende Tiere auf engstem Raum zeigt die von den Tierschutz-Aktivisten gemachte Aufnahme. Den amtlichen Statistiken zufolge überleben durchschnittlich zwei bis drei Prozent der Hühnchen die Mastzeit nicht. Bei 80 000 Tieren wären das rund 2000 Hühnchen pro Mastzyklus.  − Fotos: Mülln


Es sind schwer zu ertragende Bilder. Zigtausende Hühnchen auf engstem Raum zusammengepfercht, halbtote Tiere, die zwischen Kadavern in einem Müllcontainer kauern. Entstanden sein sollen die Aufnahmen in einem Mastbetrieb in Kastl im Landkreis Altötting. Katastrophale Bedingungen werfen Mitglieder einer Tierschutzorganisation dem Betreiber vor. Auch der Landrat spricht von "Sauerei".

Monatelang habe man den Hof beobachtet, berichtet Friedrich Mülln vom Verein "SOKO Tierschutz". Der gebürtige Chiemgauer hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verstöße gegen das Tierschutzrecht aufzudecken. Seit 20 Jahren ist er aktiv, doch Verhältnisse wie jetzt in Kastl seien ihm noch nicht untergekommen, sagt er. Nicht die Platznot in den Ställen stößt ihm sauer auf – das habe in der Mast-Industrie System – vielmehr ist es der Umgang mit kranken und für den Handel ungeeigneten Tieren, der Mülln erschüttert. Immer wieder hätten er und seine Mitstreiter beobachten können, wie schwache Exemplare aussortiert und lebendig in der Mülltonne entsorgt worden seien.

Unhaltbare Zustände werfen Tierschutzaktivisten dem Besitzer dieses Mastbetriebs in Kastl nahe Altötting vor. Er soll wiederholt lebende Hühnchen im Müll entsorgt haben.  − Foto: Kleiner

Unhaltbare Zustände werfen Tierschutzaktivisten dem Besitzer dieses Mastbetriebs in Kastl nahe Altötting vor. Er soll wiederholt lebende Hühnchen im Müll entsorgt haben.  − Foto: Kleiner

Unhaltbare Zustände werfen Tierschutzaktivisten dem Besitzer dieses Mastbetriebs in Kastl nahe Altötting vor. Er soll wiederholt lebende Hühnchen im Müll entsorgt haben.  − Foto: Kleiner


Heimlich gemachte Aufnahmen des Vereins zeigen, wie ein flatterndes Tier in den Container geschleudert wird, oder wie versucht wird, ein zappelndes Hühnchen an einem Eimer tot zu schlagen. Im Zuge seiner Tierschutztätigkeit sei er schon in den USA und in China gewesen, derartiges aber sei ohne Beispiel, sagt Friedrich Mülln.

Hofbesitzer Franz H. dagegen hat für die Vorwürfe nur ein Wort übrig: "Blödsinn". Von einem bewussten Wegwerfen lebender Hühnchen könne keine Rede sein. Vor der Entsorgung würden alle Tiere erschlagen. Es könne höchstens sein, "dass danach hie und da wieder eines aufsteht", so seine Erklärung. Wenn, dann sei das ein Versehen und keine Absicht.

Beim Landratsamt Altötting indes will man die Vorwürfe ernst nehmen. Ein tierschutzrechtliches Verfahren soll klären, ob dem Hofbesitzer die Betriebserlaubnis entzogen wird. Zudem hat der Hauptauftraggeber Wiesenhof Schritte angekündigt. Gegenüber der PNP bestätigte der Mutterkonzern, dass man den Vertrag gekündigt und Anzeige erstattet habe. Die in den Videoaufnahmen gezeigte "Art und Weise der Nottötungen an selektierten, nicht lebensfähigen Tieren" stelle "einen klaren Verstoß gegen das geltende Tierschutzrecht" dar – auch wenn es bei internen Kontrollen, auch unangemeldeten, in der Vergangenheit keine Verstöße gegeben habe.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag, 5. September, in der Passauer Neuen Presse oder als registrierter Abonnent hier.








Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2015
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
943479
Kastl/Altötting
Lebendig im Müll: Tierschützer klagen Altöttinger Mastbetrieb an
Es sind schwer zu ertragende Bilder. Zigtausende Hühnchen auf engstem Raum zusammengepfercht, halbtote Tiere, die zwischen Kadavern in einem Müllcontainer kauern. Entstanden sein sollen die Aufnahmen in einem Mastbetrieb in Kastl im Landkreis Al
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/landkreis_altoetting/943479_Lebendig-im-Muell-Tierschuetzer-klagen-Altoettinger-Mastbetrieb-an.html?em_cnt=943479
2013-09-04 14:24:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2013/09/05/teaser/130905_0158_29_41336903_hager_stall1_teaser.jpg
news



Anzeige







Anzeige





Anzeige











Schwarz auf Gelb steht es geschrieben, diplomatisch formuliert: Weil der "angemessene Zustand nicht mehr garantiert" werden kann, wurde der Kreuzweg geschlossen. Gemeint sind damit Saufgelage und zurückbleibender Unrat. − Foto: Kleiner

Lange war es ruhig, dann aber kam die Wende: Der Kreuzweg des Altöttinger Marienwerkes wurde...



Am ehemaligen Gasthaus bröckelt die Fassade, Verkehrsteilnehmer und Passanten sind schon einer gewissen Gefahr ausgesetzt. − Foto: Kleiner

Zuerst hat sich der Bürgermeister von Marktl (Landkreis Altötting), Hubert Gschwendtner...



Die Vorstandschaft bei der Jahresversammlung: (v.l.) Kassierin Anneliese Anderson, Justiziarin Evelyn Ofensberger vom Deutschen Tierschutzbund, 2. Vorsitzender Anton Herndl, Vorsitzender Jürgen Weiß, 2. Schriftführerin Karin Auer und 1. Schriftführerin Maria Öllerer. − Foto: Wetzl

Es war eine denkwürdige Jahresversammlung, zu der sich 33 Mitglieder des 250 Personen zählenden...



− Foto: Kleiner

Sie standen schon als Alleinerben im Testament. Der Erlös aus dem Hausverkauf...



In der Blüte stehen die Bäume auf dem Mülleranwesen in Engfurt. Darunter sitzen gemütlich die Besucher beisammen. − Foto: Brandl

Rund 200 Besucher haben sich am Samstagabend auf dem Mülleranwesen von Engfurt (Stadt Töging...





Wollen ihre Blumenbeete erhalten und damit sich und ihre Mitmenschen erfreuen: Marianne Hollnecker (links) und Maria Riedhofer auf deren Terrasse mit Kater Burli, der bei Maria Riedhofer schon vor Jahren Asyl gefunden hat. − Foto: Wetzl

Vergeblich hat sich Richterin Julia Schmid am Dienstag im Amtsgericht Altötting um einen Burgfrieden...



Schwarz auf Gelb steht es geschrieben, diplomatisch formuliert: Weil der "angemessene Zustand nicht mehr garantiert" werden kann, wurde der Kreuzweg geschlossen. Gemeint sind damit Saufgelage und zurückbleibender Unrat. − Foto: Kleiner

Lange war es ruhig, dann aber kam die Wende: Der Kreuzweg des Altöttinger Marienwerkes wurde...



So verwaist wie hier auf dem Bild ist die Altöttinger Notaufnahme nur selten. Seit längerem schon mehren sich Klagen über oft lange Wartezeiten. Der Landrat will reagieren, gibt aber zu bedenken, dass eine Erweiterung das Minus um jährlich eine Million Euro erhöht. − F.: Kleiner

Knapp einen Monat herrschte Ruhe, jetzt aber ist das Thema Kreiskliniken zurück...



Mit Flyern, die an alle Töginger Haushalte verteilt werden, werben die Vertreter der Bürgerinitiative (links) und der CSU für ihre Argumente. − Fotos: Brandl

Zweieinhalb Wochen vor dem Bürgerentscheid über die künftige Trägerschaft der Kindertagesstätte...



Die Kindergärten leisten wertvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit. Die Erzieherinnen tendieren deshalb laut Bürgermeister dazu, wieder Gebühren einzuführen – als Wertschätzung dieser Arbeit. Das Foto zeigt Kinder in der "Werkecke" des Maria-Ward-Kindergartens in der Altstadt. Drexler

Fünf Jahre besteht nun in Burghausen die Kostenfreiheit von Kindergärten. Die Stadt hat bisher diese...





Wollen ihre Blumenbeete erhalten und damit sich und ihre Mitmenschen erfreuen: Marianne Hollnecker (links) und Maria Riedhofer auf deren Terrasse mit Kater Burli, der bei Maria Riedhofer schon vor Jahren Asyl gefunden hat. − Foto: Wetzl

Vergeblich hat sich Richterin Julia Schmid am Dienstag im Amtsgericht Altötting um einen Burgfrieden...