
Das Übersteigen des Ortsschildes gehört zum Brauch der Handwerker-Wanderschaft. Danach machte sich Ben Wurm auf den Weg, die „Walz“. − Fotos: Kojer
Das Übersteigen des Ortsschildes gehört zum Brauch der Handwerker-Wanderschaft. Danach machte sich Ben Wurm auf den Weg, die „Walz“. − Fotos: Kojer
In früheren Zeiten war die Wanderschaft für junge Zimmerergesellen fester Bestandteil ihres Berufslebens. Heute gehen nur noch wenige auf die Walz − einer davon ist Ben Wurm aus Feichten, der sich jetzt mit Kollegen auf den Weg gemacht hat.
Ben Wurm schloss sich dem Schacht „freie Vogtländer Deutschlands“ an. Mit Schacht wird eine Vereinigung von Handwerkern (überwiegend Bauhandwerker) bezeichnet, die auf Wanderschaft sind oder waren. An viele Traditionen ist die Walz geknüpft. Weithin erkennbar ist die Tracht, in der die Gesellen reisen. Auffällig sind der Stenz, ein gewundener Wanderstock, und die Tracht − beim Zimmermann schwarze Schlaghose, Weste, Jackett und Hut. Beim Schacht der „freien Vogtländer Deutschlands“ wird die Ehrbarkeit in Form einer goldenen Anstecknadel im eingeschlagenen Hemd auf der Brust getragen. Ebenfalls wichtig ist der Ohrring, der links getragen wird. In früheren Zeiten war der Ohrring, der aus Gold oder Silber sein muss, die Versicherung, wenn dem Gesellen etwas zustieß, vernünftig begraben werden zu können. Die Habseligkeiten, die die Gesellen mit sich führen, werden im Charlottenburger („Charlie“), ein zu Rollen geschnürtes Tuch, über der Schulter getragen.

In Richtung Süden machte sich die Gruppe Handwerker auf, die ihren neuen Begleiter daheim abholten.
In Richtung Süden machte sich die Gruppe Handwerker auf, die ihren neuen Begleiter daheim abholten.
Seinen Heimatort verließ Ben auch auf traditionellem Weg. Der Brauch der Wandergesellen sieht vor, dass nach Verabschiedung und dem Eingraben der Flasche Schnaps, der Geselle direkt über das Ortsschild steigen muss. Danach machten sich Ben und die Gesellen auf den Weg − mit Stenz und „Charlie“ in Richtung Süden. − ukAusführlich berichtet der Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger am 2. Juli.
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