
Erdstallforschung konkret: Nacherleben können Kinder das "Abtauchen" in eine Höhle in diesem Tunnel im kleinen Saal des Bürgerzentrums Burgkirchen/Alz. (Foto: Gerlitz)
Erdstallforschung konkret: Nacherleben können Kinder das "Abtauchen" in eine Höhle in diesem Tunnel im kleinen Saal des Bürgerzentrums Burgkirchen/Alz. (Foto: Gerlitz)
Mit "Erdställen und Schratzln" hat Wolfgang Landsberger, Ausstellungsbeauftragter der Gemeinde Burgkirchen/Alz, für die Veranstaltung rund um Lichtmess ein Thema gewählt, das der Fantasie und der Spekulation keine Grenzen setzt. Jeder Besucher kann so nach Belieben selbst zum Heimatforscher werden, indem er seine eigene Theorie zu Mini-Stollen und Zwergen entwickelt.
Mit gut 100 Gästen wurde die Lichtmess-Ausstellung am Donnerstag im Bürgerzentrum eröffnet. Die musikalische Gestaltung der Feier lag in den Händen des Streichensembles der Musikschule Burgkirchen unter der Leitung von Cornelia Lehfeldt.
Bürgermeister Johann Krichenbauer hieß die Gäste willkommen und erwähnte den vor zehn Jahren von der Burgkirchner Praxisklasse in Gendorf errichteten "Schratzlkopf", der gleichsam als Vorläufer der diesjährigen Lichtmessausstellung betrachtet werden könne. Der Bürgermeister hob auch das umfassende Rahmenprogramm zur Lichtmessausstellung hervor, das es in dieser Quantität bisher noch nicht gab (zum Beispiel das Kursangebot "Schratzlwerkstatt"). Den Besuchern der Ausstellung im Bürgerzentrum wünschte Krichenbauer viel Neugierde.

Bei der Eröffnung der Brauchtumsausstellung rund um Lichtmess im Bürgerzentrum (von links): Wolfgang Landsberger, Ausstellungsbeauftragter der Gemeinde Burgkirchen, Kreisheimatpflegerin Renate Heinrich, Ortsheimatpfleger Alois Remmelberger und Bürgermeister Johann Krichenbauer. In der Bildmitte "Frau Percht" (nahe Verwandte von Frau Holle), hier als lichtes und holdes Wesen. − Fotos: Gerlitz
Bei der Eröffnung der Brauchtumsausstellung rund um Lichtmess im Bürgerzentrum (von links): Wolfgang Landsberger, Ausstellungsbeauftragter der Gemeinde Burgkirchen, Kreisheimatpflegerin Renate Heinrich, Ortsheimatpfleger Alois Remmelberger und Bürgermeister Johann Krichenbauer. In der Bildmitte "Frau Percht" (nahe Verwandte von Frau Holle), hier als lichtes und holdes Wesen. − Fotos: Gerlitz
Als großes Rätsel bezeichnete Landsberger in seinem Einführungsreferat die mindestens 1000 Jahre alten Erdställe, im Volksmund "Schratzllöcher". Die Deutungsversuche der mit bergmännischem Geschick angelegten Erdställe reichen von der christlichen Seelenkammer über Kulthöhlen im Zusammenhang mit Ritualen, Leergräber für Ahnenseelen bis hin zu Vorratskammern und Zufluchtsstätten.
Erdstallforschung sei nicht nur Ausgrabung, sondern auch Bodendenkmal- und Heimatpflege. 13 erforschte Erdställe gibt es nach Landsbergers Angaben im Landkreis Altötting (unter anderem in Willhartsberg in der Gemeinde Burgkirchen, gleich drei in Unterneukirchen, jeweils einen in Wald/Alz, Mauerberg, Kastl usw.). Darauf geht die Ausstellung im kleinen Saal des Bürgerzentrums ausführlich ein.

Höhlenforscher brauchen zum Teil dieselbe Ausrüstung wie Bergsteiger. Deswegen ist der Alpenverein Burgkirchen unter den Leihgebern der Ausstellung (links im Bild Vorsitzender Günther Stautner). Zu sehen sind handgeschmiedete Felshaken zum Abseilen, Steigeisen und genagelte Bergschuhe, alles etwa 60 Jahre alt.
Höhlenforscher brauchen zum Teil dieselbe Ausrüstung wie Bergsteiger. Deswegen ist der Alpenverein Burgkirchen unter den Leihgebern der Ausstellung (links im Bild Vorsitzender Günther Stautner). Zu sehen sind handgeschmiedete Felshaken zum Abseilen, Steigeisen und genagelte Bergschuhe, alles etwa 60 Jahre alt.
Die Öffnungszeiten im kleinen Saal des Bürgerzentrums: Freitag 15 - 19.30 Uhr. Samstag 14:00 - 19:30 Uhr. Sonntag 9:00 - 11:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr. Mo./Di./Mi./Do./Fr. 15:00 - 19:30 Uhr. Samstag, 2. Februar, 14:00 - 19:30 Uhr (anschließend Hoagartn). Die Gemeinde Burgkirchen verlangt traditionell für ihre Brauchtumsausstellung rund um Lichtmess kein Eintrittsgeld. − geMehr zum Thema lesen Sie am Samstag, 26. Januar, im Alt-Neuöttinger Anzeiger
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