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Unterneukirchen/München  |  08.11.2012  |  22:35 Uhr

Wer die "Spatzen" kauft, bekommt ihn zu hören

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Mit den JazzMastersAllStars trat Claus Reichstaller zu Beginn des Jahres bei der Burghauser Jazzwoche auf. Neben seinen eigenen Projekten und einer Jazz-Professur verdingt er sich als Studiomusiker.  − Foto: Kleiner

Mit den JazzMastersAllStars trat Claus Reichstaller zu Beginn des Jahres bei der Burghauser Jazzwoche auf. Neben seinen eigenen Projekten und einer Jazz-Professur verdingt er sich als Studiomusiker.  − Foto: Kleiner

Mit den JazzMastersAllStars trat Claus Reichstaller zu Beginn des Jahres bei der Burghauser Jazzwoche auf. Neben seinen eigenen Projekten und einer Jazz-Professur verdingt er sich als Studiomusiker.  − Foto: Kleiner


Bekannt ist er als Jazztrompeter − dass der im Landkreis Altötting aufgewachsene Claus Reichstaller jahrelang den Klang der Kastelruther Spatzen mitgeprägt hat, dürfte selbst unter den eingefleischten Fans der Volksmusik-Idole nur den wenigsten bewusst sein. Auf vier Alben sprang Reichstaller für Spatzen-Trompeter Walter Mauroner ein. Als Betrüger sieht er die Südtiroler dennoch nicht. Schließlich sei es gang und gäbe in der Branche, dass auf Produktionen nur Studiomusiker zu hören sind.

Seit Tagen stehen die als erfolgreichste Vertreter des volkstümlichen Schlagers gefeierten Kastelruther Spatzen in der Kritik. Deren früherer Produzent hatte am Dienstag enthüllt, dass auf den Alben nicht sie selbst, sondern nur Studiomusiker zu hören seien. Von Betrug ist seitdem die Rede.

Gelassener sieht Claus Reichstaller die Angelegenheit. Aufgewachsen in Unterneukirchen, leitet der 49-Jährige heute das Jazz-Institut an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Nebenbei verdingt er sich als Studiomusiker − etwa bei den Kastelruther Spatzen. Bei vier Produktionen sei er in den letzten Jahren mit dabei gewesen, wie er gegenüber der PNP sagt. Verwerflich empfindet er das Engagement nicht. "In der Musikbranche ist das ganz normal. Sowohl im volkstümlichen Bereich als auch in der Pop-Musik oder beim Jazz."

Dass auf den Alben statt der Originale häufig Studiomusiker zu hören sind, hänge mit den Ansprüchen zusammen, die an Studioaufnahmen gestellt würden. "Wenn eine Band so erfolgreich ist, braucht sie eine Produktion auf höchstem Niveau", so Reichstaller. "Das ist ein wenig wie bei Kinoproduktionen. Dort kommen bei heiklen Szenen auch Stuntmen zum Einsatz. Und dennoch spricht keiner von Betrug."

Eines wisse er: "Bei den Konzerten spielen sie live." Das und die Tatsache, dass sämtliche Studiomusiker auf den Booklets der CDs angegeben werden, genüge, um die Südtiroler vom Betrugsvorwurf freizusprechen. "Wer sich das Album anschaut, kann ja sehen, dass Studiomusiker drauf sind." − ckl



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