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Altötting  |  07.03.2013  |  11:44 Uhr

"Konve": In Altötting erfinden 23 junge Leute die Kommune neu

von Magnus Altschäfl

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In der  Freizeit an die Sonne  − bei schönem Wetter ist der  Innenhof Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens der "Konve". Theresa Gauer (v. l.), Simon Aicher, Julian Biebl (auf dem Dach), Marcel Seehuber, Claudia Buchner, Walter Märkl und Mehmet Ünal wollen nicht allein und anonym wohnen.

In der Freizeit an die Sonne − bei schönem Wetter ist der Innenhof Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens der "Konve". Theresa Gauer (v. l.), Simon Aicher, Julian Biebl (auf dem Dach), Marcel Seehuber, Claudia Buchner, Walter Märkl und Mehmet Ünal wollen nicht allein und anonym wohnen. | Foto: Gauer

In der Freizeit an die Sonne − bei schönem Wetter ist der Innenhof Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens der "Konve". Theresa Gauer (v. l.), Simon Aicher, Julian Biebl (auf dem Dach), Marcel Seehuber, Claudia Buchner, Walter Märkl und Mehmet Ünal wollen nicht allein und anonym wohnen. - Foto: Gauer


Die Wohnanlage in der Altöttinger Konventstraße voll junger, eher linksgerichteter Mieter ist ein beliebtes Ziel für rechte Umtriebe − Farbbeutel, beschmierte Wände und mehr. 16 Wohnungen mit jeweils rund 50 Quadratmetern Fläche befinden sich in den zwei Häusern, alle sind belegt. Neben 21 jungen Menschen wohnt im Altöttinger Mieter Konvent e.V. (AMK) − "Konve" − auch Walter Märktl (74) mit seiner Frau Cecilia. Die Mieter verstehen sich als alternative selbstverwaltetes Wohnprojekt, wie es in Bayern nur zwei weitere − in München und Regensburg − gibt.

Als 2009 bekannt wird, wer da um den Erwerb des Komplexes buhlt, sprechen besorgte Bürger bei Bürgermeister Herbert Hofauer vor. Die jungen Leute mit den bunten Haaren sorgen für Nervosität in der Ruhestandssiedlung. "Der Bürgermeister war dann vor Ort und wir haben ihm gesagt: ,Wir kaufen das!‘", erklärt Bewohnerin Theresa Gauer (28). Dann wurde renoviert. "Bis auf Sanitäranlagen, Heizung und Teile der Elektrik haben alles wir gemacht", sagt Theresa nicht ohne einen gewissen Häuslebauerstolz. Ein großer Vorteil sei dabei die bunte Mischung der Bewohner. "Wir haben Akademiker und alle möglichen Handwerksberufe."

Die Zweifel der Nachbarn verfolgen. Auch, weil sich viele Vorurteile nicht bewahrheiteten. Alle AMKler hätten einen Job, wie die 28-Jährige betont. Viele Leute hätten ein falsches Bild der "Konve". "Die glauben, wir sind lauter Arbeitslose, Alkoholiker und was weiß ich." Wohnen dürfte in der "Konve", wenn etwas frei wäre, prinzipiell jeder, der gewillt ist, sich auch einzubringen. Andere Kriterien gibt es nicht. Lediglich Personen mit rechter Gesinnung sind ausdrücklich nicht erwünscht.

Ein bisschen politisch motiviert ist die Altöttinger Kommune schon, richtige ideologische Ziele verfolgt man aber nicht. "Wir unterstützen das Bündnis gegen Rechts und bieten unsere Räume für Veranstaltungen an", schildert Theresa Gauer das politische Engagement. Vom Revolutionsgeist der Kommune 1 ist eher wenig zu spüren und auch von freier Liebe keine Spur. Das sind aber auch nicht die Ziele eines alternativen Wohnprojekts im Jahr 2013.
Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 7. März oder HIER.



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