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Thema - Internet

Rund 29 000 Haus- und Abschlussarbeiten haben manche Anbieter im Angebot

Tausende wissenschaftliche Arbeiten im Angebot  - 'hausarbeiten.de' berechnet pro Exemplar zwischen 1,49 und 349 Euro. (Scrennshot) Bei vielen landet sie nach monatelanger Quälerei einfach in der Schublade - eine Diplom- oder Examensarbeit steht meist allenfalls in der Fachbibliothek. Im Internet lässt sich die Arbeit dagegen ohne großen Aufwand publizieren. Seiten wie www.diplom.de wird aber oft vorgeworfen, sie machten es Studenten noch leichter, von anderen abzuschreiben.

Rund 29 000 Haus- und Abschlussarbeiten hat www.hausarbeiten.de im Angebot, darunter auch einige Schülerreferate. „Etwa 16 750 davon sind kostenlos, knapp 12 000 kostenpflichtig“, sagt Patrick Hammer, Geschäftsführer der Betreiber-Firma Grin in München. Pro Tag kämen 50 bis 100 weitere Arbeiten an, allerdings werden keine Schulreferate mehr aufgenommen.

Die Seite „diplom.de“ nutzen Hochschul-Bibliotheken, Studenten und Professoren, aber auch Privatfirmen, sagt Björn Bedey, Gründer und Geschäftsführer des Betreibers Diplomica in Hamburg. Auf der Internetseite stehen Rahmendaten, Einleitung, Gliederung und Zusammenfassung wissenschaftlicher Arbeiten. Viele Studenten holten sich hier Anregungen oder schauten, wie andere ein Thema angehen.

"Die kompletten Ausarbeitungen können direkt heruntergeladen, aber auch als Papier-Ausgabe oder CD-ROM nach Hause geschickt werden“, erläutert Bedey. Dafür zahle der Interessierte zwischen 24,50 Euro und 298 Euro, je nach Qualität und Alter der Arbeit. „Der Standardpreis liegt bei 198 Euro.“ Ob der Klick in die Haus- oder Diplomarbeit überhaupt etwas kostet, entscheidet der Autor bei „hausarbeiten.de“ selbst. Zwischen 1,49 Euro und 350 Euro liegen laut Hammer die Preise: „Eine kleine Hausarbeit kann 3,99 Euro kosten, Diplomarbeiten liegen meist zwischen 29 und 49 Euro.“

Ein weiterer Anbieter ist 'diplom.de'. Zwischen 20 und 40 Prozent des Kaufpreises bekommen die Autoren der Arbeiten bei „hausarbeiten.de“ und „diplom.de“. Ein anderes Konzept verfolgt die Seite www.diplome.de des Betreibers AIP24 in Merzig (Saarland). „Wir sind eine übergeordnete Plattform“, sagt der Geschäftsführer Patrick Sander. Über die Seite nehmen Interessenten lediglich Kontakt zu den Anbietern, privaten Autoren oder auch Direktvermarktern wie diplomagentur.de auf. Dafür bekomme AIP24 dann 5 bis 15 Prozent Vermittlungsprovision.

Die Suche zu allen möglichen wissenschaftlichen Themen bringt den Internetseiten allerdings den Vorwurf ein, Studenten das Abschreiben besonders leicht zu machen. Zwar gebe es keine Mogel-Statistik, allerdings habe man das dumpfe Gefühl, dass immer öfter abgeschrieben wird, sagt ein Sprecher des Deutschen Hochschulverbandes in Bonn. Am Computer sei das Kopieren schließlich ganz einfach mit ein paar Tastenkombinationen zu machen.

Katharina Klink für PNP-Online

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© 23.02.2004 PNP-Online