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28.11.2012  |  19:37 Uhr

Zweiohr-Effekt: Deutscher Zukunftspreis für bessere Hörgeräte

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Berlin - Wortsalat, Nachhall oder nervenraubendes Pfeifen: Mit solchen Hörgeräten soll irgendwann Schluss sein. Für einen zukunftsweisenden Schritt in diese Richtung haben Forscher der Universität Oldenburg und des Elektrokonzerns Siemens den Deutschen Zukunftspreis im Wert von 250 000 Euro gewonnen.



Sie entwickelten Hörgeräte mit einem Zweiohr-Effekt. Dafür werden Hörgeräte an beiden Seiten des Kopfes mit Hilfe digitaler Technik und ohne Kabel in einem System verknüpft. Entscheidend für diese Weiterentwicklung sind Rechenverfahren, die den Schall vom linken und rechten Ohr vergleichen und Störgeräusche unterdrücken.

Bundespräsident Joachim Gauck verlieh die begehrte Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin. "Viele suchen Lösungen für große Probleme unserer Zeit", sagte er. Der Zukunftspreis solle die Menschen sichtbar machen, die solche gute Ideen entwickelten und auch umsetzten. "Sie sind für mich Vorbilder. Mit ihrer Neugier, ihrer Leidenschaft und ihrer Beharrlichkeit", ergänzte er.

In Europa gilt jeder sechste Erwachsene als schwerhörig, bei Senioren ist es bereits jeder zweite. Und die Gesellschaft altert weiter. Schlecht hören zu können ist nicht nur anstrengend, es hat oft auch eine soziale Komponente. Schwerhörige können Gesprächen in geräuschvoller Umgebung kaum folgen. Tägliche Missverständnisse sorgen zusätzlich für Frust. Die Folge ist oft ein Rückzug. "Wir möchten auch dazu beitragen, dass Menschen den Mut haben, frühzeitig ein Hörgerät zu tragen. Sie sollen wieder dazugehören", sagte der Leiter des Siegerteams, Birger Kollmeier.

Die Ideen aus Oldenburg und München bauen darauf auf, dass für das Hören das Zusammenspiel von beiden Ohren entscheidend ist. Wie erst zwei Augen das räumliche Sehen möglich machen, ermöglichen zwei Ohren das räumliche Hören - zum Beispiel eine saubere Trennung von verschiedenen Geräuschquellen und die Unterdrückung von Störschall oder Nachhall. Bis Ende der 90er Jahre waren Hörgeräte allerdings auf jeweils nur ein Ohr ausgerichtet.

Die nun ausgezeichneten Forscher legten mit ihren Erkenntnissen den Grundstein für den Siegeszug ihres Zweiohr-Effekts. 2004 brachte Siemens die ersten Hörgeräte dieser Art auf den Markt, inzwischen gibt es weitere technische Verbesserungen. Die Entwicklungen laufen bei allen Herstellern weltweit. Rund 500 000 Geräte kämen in Deutschland inzwischen schon zum Einsatz, bei drei Millionen Hörgeräten pro Jahr insgesamt, sagte Kollmeier.

Beim Wettbewerb um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften unterlagen Projekte zur Radartechnik, digitalen Sicherheitstechnologie und Komprimierung von Videodaten. Der Preis des Bundespräsidenten, der zum 16. Mal vergeben wurde, gilt auch als Qualitätssiegel für die Vermarktung.








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Berlin - Wortsalat, Nachhall oder nervenraubendes Pfeifen: Mit solchen Hörgeräten soll irgendwann Schluss sein. Für einen zukunftsweisenden Schritt in diese Richtung haben Forscher der Universität Oldenburg und des Elektrokonzerns Siem
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