

Berlin - Die Deutsche Bahn fordert für Mängel bei Berliner S-Bahnen 350 Millionen Euro Schadenersatz. Eine entsprechende Klage gegen den Fahrzeughersteller Bombardier Transportation wurde beim Landgericht Berlin eingereicht, wie die Bahn am Montag mitteilte.
Bombardier wies die Ansprüche zurück und nannte die Vorwürfe rufschädigend. Die Berliner S-Bahn kämpft seit 2009 mit Defekten bei ihren Wagen. Zusammen mit anderen Verfahren der Bahn gegen Bombardier liegt der Streitwert bei mehr als 500 Millionen Euro.
Der Versuch, sich außergerichtlich auf einen Kompromiss mit Bombardier zu einigen, sei erfolglos geblieben, sagte ein Bahnsprecher. Nach dem Ende einer Stillhaltefrist habe sich das Unternehmen nun zu einer gerichtlichen Klärung der Ansprüche entschieden. Die Zeitung "Bild am Sonntag" hatte am Wochenende über die beabsichtigte Klage berichtet.
Die Bahn argumentierte, sie habe mit hohem finanziellem Aufwand die Räder und Achsen der S-Bahn-Baureihe 481 durch eine Neukonstruktion ersetzen müssen. Außerdem habe man Bremsanlagen und Fahrmotoren umbauen und zum Teil austauschen müssen.
Bombardier wies darauf hin, dass die Gewährleistungspflicht für die Baureihe 481 "im gegenseitigen Einvernehmen" im Jahr 2007 ausgelaufen sei. Bis zu diesem Zeitpunkt seien die Wagen regelmäßig zu mehr als 98 Prozent einsatzbereit gewesen. Das sei auch im Vergleich zu ähnlichen Transportsystemen in Europa "eine sehr gute Zahl". Die Berliner S-Bahn sei von Beginn an für ihre eigenen Wartungsarbeiten verantwortlich gewesen, fügte der Hersteller hinzu. Bombardier habe "keinerlei vertragliche Verpflichtungen zur Wartung und Reparatur der 481-Reihe".
Die Bahntochter S-Bahn Berlin fuhr 2009 wegen technischer Probleme, aber auch mangelnder Wartung in die Krise. Zeitweise stand ein großer Teil des Wagenparks nicht zur Verfügung. Die Deutsche Bahn streitet sich bereits in zwei Gerichtsverfahren mit dem kanadischen Bombardier-Konzern, der auch einer ihrer wichtigsten Lieferanten ist.
In dem einen Fall am Berliner Landgericht geht es um Schadensersatz wegen Problemen mit der Neigetechnik und den Achsen an Regionalzügen. Der andere Fall ist nach Bahnangaben beim Landgericht München anhängig. Hier geht es laut einem früheren Bericht der "Süddeutschen Zeitung" um eine Beweissicherung für Probleme mit Bremsen an S-Bahn- und Regionalzügen. Die Forderungen der beiden Verfahren summieren sich laut Bahn auf rund 160 Millionen Euro.
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