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Artikel Panorama

Passau  |  03.02.2012  |  14:48 Uhr

Meister vs. Bachelor: Heiße Diskussion um Gleichstellung

von Gregor Wolf

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Der PNP-Bericht über die Gleichsstellung von Handwerks-Meistern und Akademikern mit Bachelor-Abschluss hat hohe Wellen geschlagen. Über 125 Kommentare wurden auf pnp.de und der Facebook-Fanseite der Passauer Neuen Presse zum Thema abgegeben. Dabei bewertet ein Großteil der Kommentatoren den Beschluss von Bund, Ländern und Sozialpartnern für falsch.

Nur in wenigen Meinungsäußerungen waren Sympathien für eine Gleichstellung der Abschlüsse zu erkennen. Richtig findet dies zum Beispiel Sigrid Schiller-Bauer: "Ein Handwerksmeister hat viel Geld und Zeit in seine Ausbildung gesteckt, Schulgebühren für die Meisterkurse mussten immer schon aus eigener Tasche bezahlt werden!" "Diese Gleichsstellung war längst überfällig", schreibt auch Waltraud Tiefenböck. Ähnlich beurteilt es Jürgen Seisenberger: "Eine überfällige Aufwertung der beruflichen Ausbildung."

"Man vergleicht Äpfel mit Birnen"

Die Gegner der Gleichstellung sind bei den Kommentatoren allerdings deutlich in der Überzahl. Erster Kritikpunkt: Die Unvergleichbarkeit der Abschlüsse. "Man vergleicht sprichwörtliche Äpfel mit Birnen", findet Stefan Rieger. "Die Ausbildungsrichtungen von Meister, Techniker und Bachelor sind so unterschiedlich", schreibt dazu auch Facebook-User "Ti Mo".

Einige Hochschulabsolventen führen auch zu Felde, dass sich ein technischer Bachelor immer noch auf demselben Niveau wie ein Diplom-Ingenieur (FH) befindet. "Diesen Bildungsstand gleichzusetzen ist ein Schlag für jeden Maschinenbaustudenten. An meiner Hochschule hat sich vom Diplom auf den Bachelor nichts verändert", berichtet pnp.de-User "Student". Lediglich ein Praxissemester sei entfallen. Ähnliche Statements findet man noch öfter.



Studieren, ohne Qualifikation zu erhöhen?

"Warum studieren dann Leute, die den Meister bereits haben", fragt Markus Hlawatsch zurecht, wie einige andere User finden. "Das heißt, wenn jemand den Meister macht und dadurch die Zugangsberechtigung zum Studium erlangt, kann er 3,5 Jahre Vollzeit studieren, um nichts an seinen Qualifikationen zu ändern???", stellt Peter Eibl dazu fest.

Letztendlich geht die Kritik an der Entscheidung in Spott über: "Heißt das, ich kann ab jetzt mit meinem Bachelor meiner Freundin die Haare schneiden?", schreibt David Mitterer.  Als "Witz des Jahres" bezeichnet derweil Stefan Brunner die Gleichstellung.  "Das ist Wahnsinn", empört sich auch Florian Reinold.

Arbeitgeber haben das letzte Wort

Ob die Entscheidung überhaupt Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben wird, bezweifeln allerdings ebenfalls einige Kommentatoren. "Ich glaube nicht, dass das bei der Arbeitswelt in näherer Zukunft so ankommt", findet Miriam Keller. "Es sind die Arbeitgeber, die über Sein und Nicht-Sein bestimmen", stellt auch Eva-Maria Sonnleitner fest. Beide Abschlüsse hätten Vor- und Nachteile.

Auch Stefan Windorfer hofft auf die Akzeptanz eines potentiellen Arbeitgebers: "Ich habe Realschule gemacht, anschließend drei Jahre Ausbildung in einem technischen Beruf. Jetzt mache ich meine allgemeine Hochschulreife nach mit dem Ziel, an der Hochschule in München Fahrzeugtechnik zu studieren. Ich hoffe doch, dass mein späterer Arbeitgeber diesen Weg mehr honoriert, als den einen Kfz-Meisters. Und ich glaube auch daran!"

Kritik an europaweiter Vereinheitlichung

Die Gleichstellung des Handwerks-Meisters mit dem Bachelor wird allerdings auch zur Kritik an der europaweiten Vereinheitlichung instrumentalisiert. "Ich finde es nicht gut, dass deutsche Bildungssystem zugunsten einer europäischen Gleichschaltung zu verschlechtern. Diese Degradierung schadet den Hochschulen und wirft sehr viele Fragen auf." schreibt Hermann Schattenkirchner. Etwas sarkastischer formuliert es Stefan Riedl: "Man hat es endgültig geschafft, eines der besten Bildungssysteme der Welt innerhalb von ein paar Jahren zu zerstören."

Versöhnlichere Töne schlägt Maxim Marksitzer an: "Und je länger ich darüber nachdenke, finde ich es gut. So kann man sich wirklich auf EU-Ebene bewerben und muss nicht mehr bangen, dass der eigene Abschluss nicht anerkannt wird."


Einen ausführlichen Bericht mit Stimmen aus Ostbayern lesen sie in Ihrer Ausgabe der Passauer Neuen Presse (Heimatwirtschaft Niederbayern) am 4. Februar oder HIER.












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Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2012
Dokument erstellt am 2012-02-03 14:52:52
Letzte Änderung am 2012-02-04 14:02:57








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