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Frankfurt/Main - Eintracht Frankfurt unternimmt nach der erneuten Randale seiner Fans alles, um einer harten Strafe wie einem möglichen Geisterspiel zu entgehen.

Die friedlichen Anhänger des Vereins wollen rund um das nächste Bundesliga-Spiel am Samstag gegen 1899 Hoffenheim ein Zeichen gegen die Chaoten in ihren Reihen setzen. Der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen richtete dazu einen flammenden Appell an den Deutschen Fußball-Bund und alle Zuschauer.

"Wir müssen jetzt zusammen gegen diejenigen vorgehen, die dem Fußball schaden", sagte der Vereinschef. "Da hilft kein Zuschauerausschluss, sondern da hilft nur ein konzertiertes Vorgehen. Dazu brauchen wir den DFB, die Fans und natürlich auch den Verein Eintracht Frankfurt." Der 64-Jährige hatte bereits am Vorabend beim "Fantalk" des TV-Senders "Sport 1" betont: "Jetzt ist nicht mehr die Frage: Was kann man tun? Ich glaube, wir haben alles getan. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es auch nichts mehr nutzt, dass man uns bestraft." Die ganze Klaviatur der Maßnahmen sei längst gespielt.

DFL-Chef Christian Seifert verurteilte die Vorfälle vom Samstag scharf. "Eigentlich müssten die Fans jetzt schweigen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga in Anspielung an die Schweigeaktion "12:12" im vergangenen Jahr. Dabei hatten Fan-Organisationen bundesweit gegen das Sicherheitskonzept der Liga protestiert. "Was ich letzten Samstag in Leverkusen gesehen habe: Da sind wir viel mehr auf dem Weg zum Tod der Fankultur als mit unseren Anträgen beim Sicherheitskonzept", sagte Seifert.

Einige Fans der Eintracht hatten am vergangenen Samstag durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern dafür gesorgt, dass das Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen für sieben Minuten unterbrochen werden musste. Neben einer hohen Geldstrafe droht den Frankfurtern nun auch ein Geisterspiel in der Commerzbank Arena, denn das Sportgericht des DFB wird die Vergehen von Eintracht-Fans in Nürnberg und Düsseldorf in dieser Saison in die Strafe für das Leverkusen-Spiel mit einrechnen. Ein Heimspiel ganz ohne Zuschauer würde für die Eintracht einen Einnahmeverlust von etwa einer Million Euro bedeuten.

Der Verein wehrt sich massiv gegen eine solch harte Form der Kollektivstrafe. "Wenn man das Problem wirklich beseitigen will, ist das Sportgericht dafür der falsche Ort", betonte Vorstandsmitglied Axel Hellmann am Mittwoch noch einmal. Die Frankfurter versuchen aber auch gleichzeitig, verschiedene Signale Richtung DFB zu senden.

Nach Informationen des Vorstands will sich die große Mehrheit der Eintracht-Fans am Samstag vor und während des Hoffenheim-Spiels mit Plakat-Aktionen von den Pyro-Randalierern distanzieren. Außerdem erklärte Bruchhagen am Mittwoch: "Wir wollen anhand der Bilder, die uns zur Verfügung stehen, die Täter vom Samstag ermitteln. Aber wir sind nur ein Fußballverein und nicht die Polizei."

Auch Trainer Armin Veh fand noch einmal deutliche Worte für die Problemfans seines Vereins. "Das belastet uns im sportlichen Bereich. Wir werden jeden Tag mit diesem Mist konfrontiert", schimpfte der Coach. "Fragt diese Typen mal, wer bei uns spielt. Das wissen die gar nicht. Die kommen ja nicht mal ins Kino, wenn die Filme ab 18 sind. Wenn wir sportlich bestraft werden wegen diesen Vollidioten, verstehe ich die Welt nicht mehr."








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