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Montpellier - Ab nach Südfrankreich! Ein bisschen Sonne und Wärme sollen beim FC Schalke 04 das sportliche Herbst-Grau vertreiben.

Die Fußball-Profis des Revierclubs wollen das letzte Gruppenspiel der Champions League beim bereits ausgeschiedenen Montpellier HSC dazu nutzen, den Akku vor dem Jahresendspurt wieder aufzuladen. Ein Sieg beim Tabellen-Letzten der Gruppe B am Dienstag im Stade de la Mosson käme gerade recht, um das angeknackste Selbstbewusstsein aufzupolieren und verlorenen Kredit bei den Fans zurückzugewinnen. "Natürlich hilft ein positives Ergebnis für die restlichen Spiele", sagte Manager Horst Heldt.

Das sieht auch Huub Stevens inzwischen so. Nach dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse mit dem 1:0-Sieg gegen Olympiakos Piräus hatte Schalkes Trainer noch verkündet, beim französischen Meister nicht auf Biegen und Brechen auf Sieg spielen zu wollen. Mit deutlichen Worten kündigte er vor zwei Wochen eine Personal-Rotation an: "Wir sind schon im Achtelfinale, und für mich ist es nicht so wichtig, ob wir Gruppen-Erster oder -Zweiter werden."

Nach dem 1:1 gegen Mönchengladbach am Samstag aber machte der knurrige Niederländer eine Kehrtwende und stellte klar, dass es keinen Urlaubstrip ans Mittelmeer geben wird. "Wir wollen gerne Gruppensieger werden", betonte Stevens und erläuterte auf Nachfrage: "Ich habe meine Meinung geändert. Ich lerne ja auch dazu."

Ob er in der Metropole der Urlaubsregion Languedoc-Roussillon mit der stärksten verfügbaren Mannschaft antreten wird, ließ Stevens aber auch beim Abflug am Montag in Düsseldorf offen. Definitiv nicht dabei ist Angreifer Jefferson Farfán, der sich vor dem Abflug wegen Problemen mit dem Sprunggelenk abmeldete. "Wir wollen kein unnötiges Risiko eingehen", sagte Stevens. Auch Ibrahim Afellay und Kyriakos Papadopoulos gehören erneut nicht zum Kader.

Wahrscheinlich ist, dass Stevens zudem eine zumindest maßvolle Rotation vornehmen wird, um extrem belasteten Profis die Chance zur Regeneration zu geben. Schließlich werden in den Bundesligaspielen in Stuttgart und gegen Freiburg sowie im Pokal-Achtelfinale gegen Mainz am 18. Dezember die letzten Kräfte in diesem Jahr gebraucht.

Im November vermittelten fast alle Spieler den Eindruck, dass sie froh sind, wenn die rund zweiwöchigen Weihnachtsferien endlich beginnen. In acht Pflichtspielen der vergangenen vier Wochen gelangen den Königsblauen nur zwei Siege. "Ich kann nur sagen, dass wir damit auch nicht zufrieden sind", grantelte Stevens, der angesichts der Negativserie in alte Verhaltensmuster zurückfällt und mächtig herumpoltert: Mal ist es ein "kleiner Teil der Fans", mal sind es die Medien, mal der glitschige Rasen - Sündenböcke für die zuletzt mäßigen Leistungen des so stark in die Saison gestarteten Teams gibt es genug. In einem Satz fasste Stevens seine Gemütsverfassung zusammen: "Ich wollte mich eigentlich nicht mehr ärgern in den letzten Jahren auf Schalke, aber jetzt muss ich es doch."

Da kommt die Torhüterdebatte mit dem gegen Gladbach vollzogenen Wechsel vom bei den Fans in Ungnade gefallenen Lars Unnerstall zu Timo Hildebrand zur Unzeit. Das räumt auch Manager Horst Heldt ein. "Seit dem Weggang von Manuel Neuer ist eine Torhüterdiskussion bei uns kein Thema gewesen. Jetzt haben wir sie."

Dass Stevens in Montpellier nur eine B-Elf auf den Rasen schickt, glaubt Heldt nicht. Schließlich geht es nicht nur um den Gruppensieg und einen womöglich leichteren Gegner im Achtelfinale, sondern auch um eine Siegprämie von einer Million Euro. Heldt meint: "Wenn man in Frankreich ein gutes Ergebnis erzielt, ist das doch auch was wert. Es wird sicher die beste Mannschaft spielen, die wir zurzeit haben."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Montpellier HSC: Ligali - Congré, Yanga-Mbiwa, Hilton, Bedimo - Stambouli, Estrada - Cabella, Belhanda, Utaka - Charbonnier

FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Metzelder (Matip), Fuchs - Jones, Neustädter - Pukki (Barnetta), Holtby, Draxler - Huntelaar

Schiedsrichter: Lahoz (Spanien)








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