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Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Spezial / PNP-Spendenaktion "Kinder in Rumänien 2009" Freitag, 12. März 2010
GRUSSWORT PETER MAFFAY
Grusswort - Peter Maffay


SPENDENAKTION 2009
Kinder in Rumänien 2009
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SPENDENAKTION 2009

PNP-Weihnachtsaktion »Ein Licht im Advent«

Eine Trutzburg
soll Kinder stark machen


Hunger, Armut, Elend, Krankheiten, Gewalt, Vernachlässigung: Die Not von Kindern ist in Rumänien oft noch groß. Dort will Peter Maffay, dessen Stiftung sich um traumatisierte Buben und Mädchen kümmert, eine alte Kirchenburg zu einem Schutzraum für Kinder umfunktionieren. Die PNP-Weihnachtsaktion unterstützt ihn dabei.

Transsilvanien, der sagenumwobene Landstrich im Herzen Rumäniens, ist ein Paradies für Nostalgiker. Eingesäumt von den stolzen Gebirgszügen der Karpaten schmiegen sich sanfte Täler an dunkle Wälder, in denen noch immer Wölfe und Bären leben. Verfallene Dörfer mit ihren mächtigen Kirchenburgen, die vom Reichtum früherer Tage zeugen, versprühen morbiden Charme. Auch Radeln (rumänisch Roades) ist so ein Ort, der längst vergangenen Zeiten entsprungen scheint. Aus dem Dorfbrunnen schöpft eine alte Frau Wasser. Auf einem der Felder ringsum pflügt ein Bauer mit seinem Pferdegespann. Die Szenerie gleicht einer Märchenkulisse.

Doch mit guten Feen und wackeren Prinzen hat das Leben hier nicht viel zu tun. Der Alltag in Radeln ist hart. Das moderne Leben, wie es Europäer kennen, hat in der kleinen Gemeinde im Kreis Kronstadt (rumänisch Brasov) noch nicht Einzug gehalten. Es gibt keine Kanalisation, kaum ein Haus hat fließendes Wasser, geheizt wird mit Holz in Öfen, die mehr Rauch in den Raum befördern als zum Schornstein hinaus. Die verfallenen Häuser drohen über den Köpfen ihrer Bewohner einzustürzen, Wind pfeift durch die Mauerritzen, kaputte Fenster sind notdürftig geflickt. Das sind Lebensbedingungen, die Kinder krank machen.

Acht Kinder hausen auf 20 Quadratmetern

Wie den elfjährigen Gunea. Er muss dringend am Herzen operiert werden. Eine Vene ist verengt, das Blut kann nicht zirkulieren. Immer wieder passiert es, dass sein kleines Herz aussetzt und er zusammenklappt. Mit den Eltern und seinen drei Geschwistern lebt Gunea in Radeln. Seine Mutter Enika Cazar (35) kümmert sich um die Kinder, während ihr Mann versucht, als Tagelöhner das magere Familieneinkommen von etwas mehr als 100 Euro im Monat aufzubessern. Damit sie sich die Operation, Medikamente, den Krankentransport und die üblichen Schmiergelder für Ärzte und Pfleger leisten können, müssen sie sich Geld von Verwandten leihen. Gunea ist nicht das einzige Sorgenkind der Familie. Sein kleinerer Bruder Robbi (5) hat bereits eine Odyssee durch das marode und korrupte rumänische Gesundheitssystem hinter sich. Sieben Mal wurde der Kleine an der Prostata operiert. Der Raum, in dem die Kinder zu viert auf einem Sofa schlafen, ist zugig, der Rauch aus dem Ofen beißt in den Augen.

Ein paar Häuser weiter den Berg hinauf wohnt Maria Magdalena (5). Das Mädchen wächst unter Umständen auf, die kaum vorstellbar sind. In einer vielleicht 20 Quadratmeter großen Baracke hausen acht Kinder und die Mutter. Ein altes Fass dient als Ofen. Die hygienischen Zustände sind eine Katastrophe: Essensreste kleben am Boden, Fliegen umkreisen den Teller Suppe auf dem Tisch, Lumpen türmen sich auf der einzigen Schlafstätte, auf der ein kranker Bruder des Mädchens fiebrig liegt. Ein klebrig-süßer Geruch hängt in der Luft. Man mag sich nicht ausdenken, mit wie vielen Parasiten sich das kleine Mädchen ihr Zuhause teilen muss.

Geschichten wie die von Gunea und Maria Magdalena sind es, die den Musiker Peter Maffay in Rumänien tätig werden lassen. „Kinder haben es nicht in der Hand, in welche Lebensumstände sie hineingeboren werden“, sagt Maffay. Doch Erwachsene können ihnen ein besseres Leben bieten. Davon ist der unermüdliche soziale Kämpfer überzeugt. Seit vielen Jahren setzt er sich mit seiner gleichnamigen Stiftung für traumatisierte Kinder ein, bietet Buben und Mädchen aus Deutschland und anderen Teilen Europas eine Auszeit von ihren Schicksalen, von Armut, Gewalt, Missbrauch, schweren Krankheiten.

Sein jüngstes Projekt hat ihn nach Radeln geführt, zurück zu seinen Wurzeln. Peter Maffay stammt aus Siebenbürgen, wurde am 30. August 1949 als Peter Alexander Makkay in Kronstadt geboren. Die deutschstämmige Familie litt unter den Repressalien des kommunistischen Regimes. Als 13-Jähriger reiste er mit seinen Eltern nach Deutschland aus, wuchs in Waldkraiburg auf. Erst vor zweieinhalb Jahren wagte sich Maffay wieder in die alte Heimat - und verliebte sich in sie. „Ich war überrascht, wie viele Emotionen lebendig waren“, erinnert er sich. „Das fühlt sich heute alles anders an, total angenehm.“ Der Atem der Demokratie, der heute durch Rumänien wehe, dieses „Aufrichten im ganzen Land“ habe ihn bestärkt, etwas zu unternehmen. Vielleicht ist es auch ein bisschen Dankbarkeit dafür, wie gut sein eigenes Leben verlaufen ist, die Peter Maffay den Orten seiner Kindheit zurückgeben will. „In Rumänien ist die Not natürlich immens“, sagt Maffay. „Dort gibt es noch mehr als sonst irgendwo in Europa den Bedarf, Kindern, die aus sozial schwachen Strukturen kommen, zu helfen. Oder Kindern, die traumatisiert sind.“

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Lage in Rumänien verschärft. Mitten in der EU leben Tausende Menschen in bitterster Armut. Auf den Staat können sie sich nicht verlassen. Er benötigt selbst dringend einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds - den es allerdings nur bei einer funktionierenden Regierung gibt. Am 6. Dezember soll eine Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Amtsinhaber Traian Basescu und seinem sozialdemokratischen Herausforderer Mircea Geoana die seit Wochen andauernde politische Krise im Land beenden.

Kläranlagen und ein ärztlicher Stützpunkt

Dass sich damit aber auch etwas für die vielen bedürftigen Mädchen und Buben ändern wird, ist kaum vorstellbar. Die Zahl der Straßenkinder ist zuletzt wieder angestiegen, Familien können ihre Kinder nicht mehr ernähren und schieben sie in staatliche Heime ab, wo sie mehr verwahrt als betreut werden. In den Städten wurden Notküchen eingerichtet. Die Solidarität unter den Menschen ist nicht besonders groß - jeder kämpft ums eigene Überleben. Peter Maffay will sich mit diesem Fatalismus nicht abfinden. Ein Schutzraum für Kinder - diese Vision möchte er in Radeln verwirklichen. Die mächtige Kirchenburg, die in früheren Jahrhunderten den Siebenbürger Sachsen Zuflucht bot, wenn Tataren oder Osmanen angriffen, soll ihre Symbolkraft künftig auf Kinder ausüben. In dem alten Pfarrhaus am Fuß der Burg will die Stiftung ein Kinderferienheim errichten, in dem rumänische, aber auch benachteiligte Kinder aus Deutschland und anderen Teilen Europas Schutz und Ruhe finden und Therapien erhalten. Gleichzeitig will die Stiftung etwas für die Kinder vor Ort tun, die Infrastruktur fördern, Kläranlagen im Dorf bauen, einen ärztlichen Stützpunkt gründen. Eine Begegnungsstätte soll entstehen, wo Kinder musizieren, spielen, lernen, lachen - wo sie Kind sein dürfen. Patenschaften mit dem Handwerk sind angedacht, um den Männern und Frauen im Dorf Auswege aus der Armut und der Perspektivlosigkeit aufzuzeigen. Dazu können Sie, liebe Leser, beitragen. Die PNP-Weihnachtsaktion „Ein Licht im Advent“ unterstützt in diesem Jahr die Peter Maffay Stiftung. Ihre Spenden helfen, damit dieser Schutzraum für Kinder entstehen kann. Schenken Sie den Buben und Mädchen in Rumänien die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

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