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Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Spezial / PNP-Spendenaktion "Kiews traurige Kinder" Sonntag, 14. März 2010
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PNP-Aktion
»Ein Licht im Advent« für Kiews traurige Kinder
Das Elend ist zwei Flugstunden entfernt

Diese Familie, bestehend aus Mutter Alfina, Baby Oleg und den Kindern Olga und Mischa, lebt in einem Erdloch im Wald am Stadtrand von Kiew. Alleinerziehende Mütter sind in der Ukraine, wo der Durchschnittslohn bei 120 Euro liegt,  oft zur  bitteren Armut verdammt. Foto: Sünder In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, erleben tausende Kinder Tag für Tag die Hölle auf Erden. Ihnen ist die Weihnachtsaktion von PNP und UNESCO in diesem Jahr gewidmet. PNP-Autor Heinz Sünder erklärt, wie Ihre Hilfe Großes bewirken kann.

Aus dem Loch im Boden steigt dampfend Luft in die eisige Winterkälte von Kiew: Es ist der Einstieg in einen Schacht der Fernwärmeversorgung. Und es ist der Einstieg in die Unterwelt der ukrainischen Millionenmetropole. Dort unten ist es dreckig, schmierig und feucht. Aber es ist warm, man kann dort überleben. In diesem Loch hausen Menschen - Straßenkinder. Es sind fünf. Drei noch sehr jung, zwei schon älter. Die beiden älteren Kinder sind krank: Das 16-jährige Mädchen hat Aids, der 17-jährige Junge hat Hepatitis. Die drei jüngeren Kinder, das jüngste ist sieben, sind unterernährt, haben Hautkrankheiten und sind verlaust. Und alle schnüffeln die Dämpfe eines Klebstoffs. Die vertreiben für kurze Zeit das Elend und den Hunger - und sie zerstören die Lungen und das Gehirn. Diesen Kindern wollen wir helfen.

Präsidenten-Gattin Katerina Juschtschenko besucht krebskranke Kinder  in einer Spezialklinik. Foto: Sünder Ortswechsel. Eine Spezialklinik für krebskranke Kinder in Kiew. Hier ist das Sterben Alltag und der Tod ein ständiger Gast. Von den Wänden blättert die Farbe, in einem kleinen Zimmer hängen fünf Krebs-Kinder am Tropf und ihre Mütter sind bei ihnen. Ein Mädchen liegt im Sterben, ihre Chance stand bei unserem Besuch vor fünf Wochen noch 1:100. Ihre Mutter war bei ihr. Wie alle Mütter dieser Welt wollte sie die Hoffnung nicht aufgeben, hoffte auf ein Wunder. Aber Wunder gibt es keine in Kiew. Was diese Kinder und Mütter brauchen, ist finanzielle Unterstützung. Denn sehr oft geht die Chemotherapie nicht weiter, das Budget ist ausgeschöpft, die Behandlung muss unterbrochen werden - und alles Hoffen ist umsonst. Auch diesen Kindern wollen wir helfen.

Die vierjährige Lisa verbrannte sich beim Spielen mit Streichhölzern schwer. Ihre Kleidung  aus Chemiefasern  fraß sich tief in die Haut hinein. Das kleine Mädchen  hat  bereits vier  Operationen hinter sich. Foto: Sünder Erneuter Ortswechsel: die Kiewer Zentralklinik für brandverletzte Kinder. Es ist das Wimmern, das einen fertig macht. Dieses hilflose Wimmern kleiner Kinder, die Schmerzen erdulden, die von Kopf bis zum Fuß in Bandagen gewickelt sind - und die in ihrem kleinen Herzen längst begriffen haben, dass ihnen nicht geholfen werden kann. Die Ärzte sind gut ausgebildet, sie schuften bis zum Umfallen für ihre kleinen Patienten - aber es fehlt auch hier an Geld. Kinder können nicht ausreichend versorgt werden, kosmetische Operationen müssen warten - und die Kinder leiden. In der Zentralklinik für brandverletzte Kinder haben wir Denis getroffen. Er wurde bei einer Gasexplosion entsetzlich verbrannt, vor allem im Gesicht. Er hat 18 Operationen hinter sich, viele müssen noch folgen. Als wir mit ihm reden wollten, hat er sein Gesicht versteckt. Er weiß, wie er aussieht. Auch diesen Kindern soll es besser gehen.

Die Ukraine im Jahr 2005. Gerade haben sie den 1. Jahrestag der "Orangenen Revolution" gefeiert. Es herrschte keine gute Stimmung. Das Land liegt danieder, die Wachstumsrate ist von elf auf vier Prozent gesunken. Die Läden sind voll - aber nur wenige können auch kaufen. Der Durchschnittsverdienst in der Ukraine beläuft sich auf rund 120 Euro - wenn man Arbeit hat. Die soziale Not ist unglaublich groß.

Oxana (12) lebt schon seit vier Jahren in den  Straßen von Kiew. Durch Betteln versucht sich  das Mädchen durchzuschlagen. Wie hart sie dabei ums Überleben kämpfen muss, zeigen ihre  schlimmen Hautekzeme.
 Foto: Sünder Der ehemalige Sowjet-Staat liegt ganze zweieinhalb Flugstunden von uns entfernt. Aber was wissen wir schon von diesem Nachbarn? Dass es allein in Kiew schätzungsweise 18 000 obdachlose Straßenkinder gibt. Dass Aids sich explosionsartig ausbreitet. Dass die Prostituierten an den Ausfallstraßen immer jünger werden. 13 Jahre, 14 Jahre - das ist an bestimmten Stellen schon das Durchschnittsalter. Dass es Familien gibt, die in den Wäldern am Stadtrand in Erdlöchern wohnen, weil sie die Mieten nicht bezahlen können. Dass eine Mutter mit ihrer total verbrannten und entstellten Tochter nach einer Gasexplosion auf die Straße gesetzt wird. Dass Kinder zusehen müssen, wie der Vater die Mutter erschlägt. Dass Mädchen als Fünfjährige von der Mutter an Männer verkauft werden und vor diesem Leben lieber auf die Straße fliehen.

All diesen Kindern gilt in diesem Jahr die PNP- Weihnachtsaktion "Ein Licht im Advent", die die PNP wieder gemeinsam mit der UNESCO durchführt. Schirmherrin und Partnerin ist Katerina Juschtschenko, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko. Sie bürgt mit ihrem Namen dafür, dass Kiews traurigen Kindern geholfen wird. Und sie wird dafür sorgen, dass Ihre Spendengelder nicht irgendwo versickern, sondern dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in der Klinik für krebskranke Kinder, in der Spezialklinik für Brandverletzungen und in einem Projekt, in dem den Straßenkindern geholfen wird.

"Vaters Haus" nennt sich diese Einrichtung, die von ukrainischen Christen gegründet wurde und nach dem System der SOS-Kinderdörfer organisiert wird. Dort bekommen die geschundenen, kranken und vergewaltigten Straßenkinder von Kiew ein Zuhause und eine Zukunft. Mit Ihren Spendengeldern, liebe Leserinnen und Leser, soll für diese Kinder Platz geschaffen werden. Ein Ort, an dem sie das erste Mal in ihrem Leben in Ruhe spielen, lernen und lachen können.

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