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Die Landzunge Knivsjelodden ist nur zu Fuß zu erreichen. Vielleicht ist das der Grund, dass hierher kaum Besucher kommen. Schön für Wanderer: Sie können ungestört den Blick vom nördlichsten Punkt Europas aus genießen.  − Fotos: Christoph Maier

Die Landzunge Knivsjelodden ist nur zu Fuß zu erreichen. Vielleicht ist das der Grund, dass hierher kaum Besucher kommen. Schön für Wanderer: Sie können ungestört den Blick vom nördlichsten Punkt Europas aus genießen.  − Fotos: Christoph Maier

Die Landzunge Knivsjelodden ist nur zu Fuß zu erreichen. Vielleicht ist das der Grund, dass hierher kaum Besucher kommen. Schön für Wanderer: Sie können ungestört den Blick vom nördlichsten Punkt Europas aus genießen.  − Fotos: Christoph Maier


Elvis Presley durfte nicht in den Eisbärenclub. Denn aufgenommen wird nur, wer Hammerfest, die nördlichste Stadt Europas auf 70 Grad 40 Minuten nördlicher Breite, besucht hat. Der King war nicht hier. Man kann in dieser Anekdote durchaus einen tieferen Sinn sehen. Wie die Mitgliedschaft im Eisbärenclub bekommt man die Finnmark, die Region um Hammerfest ganz im Norden von Norwegen, nicht einfach vor die Füße gelegt. Am besten lässt sich ihre schroffe und schlichte Schönheit auf die harte Tour erleben – zu Fuß, im Kanu, auf dem Mountainbike.

Die Offenheit der Landschaft macht den Reiz der Finnmark aus, sagt Christine Witt. Die 43-Jährige ist aus Berlin ausgewandert und lebt seit sechs Jahren auf der Insel Sørøya, die wenige Kilometer von Hammerfest liegt. Witt leitet die Schule im 80-Einwohner-Örtchen Akkerfjord. Sie hat nur elf Schüler. "Wir sind wie eine große Familie. Ich war von Anfang an beeindruckt davon, wie offen die Menschen hier sind. Und nach der Arbeit kann ich direkt in die Natur."

Auf dem Weg von Akkerfjord auf den Kjøttvikvarden − einen kleinen Berg an der Küste der Insel, 319 Meter über dem Meer − versperren kein Baum und kein Strauch den Blick auf die zahllosen Buchten, aufs Meer und die Dutzende winzigen Binnenseen. Wege oder Straßen gibt es kaum. So weit das Auge reicht, ist der Boden bedeckt von niedrigen Beerengewächsen und Moos, das jeden Schritt abfedert. Dazwischen stehen Millionen winziger bunter Blüten. Dann und wann geht es über schroffe, flechtenbewachsene Felsen und Geröll. Man kann hier stundenlang gehen, ohne einem Menschen zu begegnen.

Nur 80 Einwohner leben im Fischerdorf Akkerfjord auf der Insel Sørøya.

Nur 80 Einwohner leben im Fischerdorf Akkerfjord auf der Insel Sørøya.

Nur 80 Einwohner leben im Fischerdorf Akkerfjord auf der Insel Sørøya.


Für Outdoor-Enthusiasten mit der richtigen Ausrüstung macht diese Einsamkeit die Provinz Finnmark während des polaren Sommers von Mitte Juni bis Ende August zu einem wunderbaren Revier. Auch wegen des sogenannten Jedermannsrechts: Über 90 Prozent der Fläche gehören dem Staat, hier darf jeder ungefragt gehen und auch bleiben – sprich: campen –, wo er will. Die Finnmark rund um die Städte Hammerfest und Alta ist auch in dieser Hinsicht ein offenes Land. Einstellen muss man sich darauf, dass Sommer hier Höchsttemperaturen von 15 Grad bedeutet und in den geschützteren Gegenden im Landesinneren einen endlosen Kampf gegen die Stechmücken. Und darauf, dass es nördlich des Polarkreises im Sommer 24 Stunden hell ist.

Wer damit leben kann, erlebt Norwegen hier von einer Seite, die die Kreuzfahrttouristen auf der Hurtigruten nur erahnen können. Das gilt auch für den äußersten Norden. Das Mietauto wird wenige Kilometer entfernt von dem riesigen Busparkplatz geparkt, an dem die Pauschaltouristen zu ihrem Nordkap-Besuch aussteigen. Knivsjelodden, eine Landspitze, die südlich des berühmten Kaps parallel in die See ragt, ist nur zu Fuß zu erreichen.

Der Weg führt kilometerweit durch karge Felslandschaft. Nur hier und da lockern Moose und Gräser das Bild auf. Pausenlos bläst Wind. Eine Rentierherde frisst sich durchs magere Grün am Wegrand. Den letzten Abschnitt muss man sich über nackte Granitplatten kämpfen, die flach zum Meer hin abfallen. Jeder Blick nach Osten zeigt das markante Kliff des Nordkaps unter dem wolkenverhangenen Himmel. Tatsächlich liegt die Spitze des Knivsjelodden wenige Bogenminuten nördlicher als das berühmte Nordkap, das für gewöhnlich als der nördlichste Punkt Europas gilt. Am Endpunkt der Wanderung wartet statt der imposanten Weltkugel-Skulptur am Kap, die jährlich Millionen von Besuchern anzieht, eine einfache Steinpyramide. Im "Gipfelbuch" stehen Mitte des Sommers erst knapp 300 Namen.

In der Gegend um Alta, der zweiten größeren Stadt der Finnmark, ist das Klima etwas gemäßigter. Die Täler sind dicht bedeckt mit niedrigen Birkenwäldern. Der Ort ist benannt nach dem Alta-Fluss, einem weltberühmten Revier für Lachsfischer. Am besten lässt er sich im Kanu mit dem Paddel in der Hand erforschen. Der Fluss fließt hier zwar relativ gemütlich dahin, doch stellenweise wird es auf den Stromschnellen zwischen den Kiesbänken abenteuerlich. Handyempfang gibt es schon einen Kilometer außerhalb der Stadt nicht mehr. Das Schöne an Nordnorwegen, sagt Kanu-Scout Trygve, ist: "Wenn man hierher geht, reicht es eigentlich nicht, im Büro die ,Out-of-Office‘-Funktion im Outlook-Express einzustellen − Sie bräuchten wirklich eine ,Out-of-World‘-Funktion."

Christoph Maier ist Redakteur bei der Südostbayerischen Rundschau, die zu den Regionalausgaben der Passauer Neuen Presse gehört. Er reiste auf Einladung von Innovation Norway.

INFO Anreisen: Lufthansa und SAS fliegen täglich ab München nach Oslo. Dort gibt es Anschlussflüge nach Alta mit Norwegian.

 Übernachten: Rica Hotel Hammerfest, Zimmer ab 990 Kronen, etwa 123 Euro.

 Essen: In der "Mikkelgammen" in Hammerfest bekommt man ein samisches Abendessen mit Kulturvermittlung am Lagerfeuer für 499 Kronen, umgerechnet 62 Euro.

 Wandern: Geführte Wandertour zum Kjøttvikvarden buchbar über Hammerfest Turist, www.hammerfest-turist.no für 550 Kronen, also etwa 68 Euro. Kanu- oder Mountainbike-Touren am Alta-Fluss werden von Glød Alta ab 1390 Kronen, 173 Euro, angeboten, www.glodalta.no.

 Besichtigen: Wiederaufbaumuseum Hammerfest, hier sind die Geschichte der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und der folgende Wiederaufbau dokumentiert. Das Alta-Museum ist Fundort prähistorischer Steinzeichnungen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, 11 Euro Eintritt, www.alta.museum.no.

 Auskunft: Informationen gibt es unter www.visitnorway.com oder www.northernnorway.com.




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Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am 2013-09-05 13:06:30







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