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Über 200 000 Rentiere gibt es in Lappland. Miia Marjaranta hat einige von ihnen vor den Schlitten gespannt.  − Fotos: Sascha Rettig

Über 200 000 Rentiere gibt es in Lappland. Miia Marjaranta hat einige von ihnen vor den Schlitten gespannt.  − Fotos: Sascha Rettig

Über 200 000 Rentiere gibt es in Lappland. Miia Marjaranta hat einige von ihnen vor den Schlitten gespannt.  − Fotos: Sascha Rettig


Es ist knackig kalt in dieser Winternacht in Luosto. Knapp 20 Grad minus sind es in dem finnischen Dorf ungefähr 90 Kilometer nördlich des Polarkreises, und so gut wie niemand ist unterwegs. Lediglich einen Japaner treffen wir an einer Hütte am See, der – thermodick eingepackt – Holz hackt und damit das lodernde Feuer anheizt. Wie wir erfahren, ist er vor allem nach Lappland gekommen, um die Polarlichter zu sehen, jene mal grünen, mal blauen, seltener rötlichen Lichtspiele, die bei klarem Wetter so weit oben im Norden Europas besonders gut zu beobachten sind.

Es soll ein gutes Jahr für Polarlichter sein. Bislang war der Japaner jedoch glücklos, und auch in dieser, seiner letzten Nacht in Lappland stehen die Chancen schlecht. "Es ist zu wolkig", sagt er etwas geknickt und legt noch einen Scheit nach. Die Polarlichter sind hier immer ein Thema. Täglich werden wir angesprochen, ob wir sie schon gesehen hätten. Im Fernseher unseres Hotels gibt es eine Aurora-Borealis-Vorhersage. Und vielerorts hängen Fotos dieses Naturschauspiels. Die Arctic Academy macht in ihrem "Aurora House" einstündige Präsentationen, um das Phänomen zu erklären. Das Hotel "Aurora Chalet" bietet schon seit einigen Jahren einen SMS-Alarm an, der zum Unmut des Chefkochs schon mal dafür sorgt, dass die Gäste aufspringen und ihren Rentierbraten kurzzeitig links liegen lassen.

Santa Claus gewährt Besuchern eine kurze Audienz. Wer sich aber mit ihm fotografieren lassen will, muss dafür bezahlen.

Santa Claus gewährt Besuchern eine kurze Audienz. Wer sich aber mit ihm fotografieren lassen will, muss dafür bezahlen.

Santa Claus gewährt Besuchern eine kurze Audienz. Wer sich aber mit ihm fotografieren lassen will, muss dafür bezahlen.


In diesen Tagen aber bleibt der Alarm aus. So können wir uns auf all die anderen Aktivitäten konzentrieren, die neben Skifahren typisch für Lappland sind und die man auch in Luosto unternehmen kann – diesem beschaulichen Ort, der gerade mal ein paar hundert Einwohner hat.

Eine der sonderbarsten Möglichkeiten, sich dort die Zeit zu vertreiben, ist sicherlich das Eisfischen. Dafür fahren wir mit Guide Tuomas Karjalainen vom Schneesafari-Anbieter "Snow Games" auf einem Motorschlitten zu einem nahegelegenen See. Der Bohrer, den er dort auspackt und mit dem wir unsere kleinen Löcher ins Eis drillen, geht ihm fast bis zur Brust. Dagegen wirkt es geradezu drollig, wie klein die Plastikangel ist, die er hervorholt. Ruhig, konzentriert, hocken wir damit schließlich irgendwo im lappländischen Nirgendwo. Von der Kälte ist nichts zu spüren im dicken Thermo-Overall, in dem man aussieht wie ein Polar-Michelin-Männchen. Hier können wir durchatmen, Gedanken ordnen oder einfach in der Weite und Ruhe dieser Landschaft den Stress abfallen lassen − auch wenn wir keine Fische fangen.

Eisfischen mit Tuomas Karjalainen ist kalt und entspannend.

Eisfischen mit Tuomas Karjalainen ist kalt und entspannend.

Eisfischen mit Tuomas Karjalainen ist kalt und entspannend.


Ruhig ist es auch bei dem Ausflug mit den Rentieren ein paar Minuten außerhalb von Luosto. Nur die Glöckchen, die ihnen um den Hals hängen, bimmeln durch die Stille. Rentiere gibt es viele in Lappland – über 200 000. "Und damit sogar 20 000 mehr als Menschen", sagt Miia Marjaranta, die nahe Luosto auf einer Rentier-Farm arbeitet. Viele werden geschlachtet, werden zu Wurst und Braten. Die geduldigen, durchweg kastrierten Rentierkerlchen, die den Schlitten in der Tagesdauerdämmerung der winterlichen Polarnacht durch den knirschenden Schnee ziehen, blieben von diesem Schicksal verschont.

"Ich habe den Weihnachtsmann schon nach seinem geheimen Wort gefragt, das die Rentiere zum Fliegen bringt", erzählt Miia Marjaranta später, als wir uns am Feuer in einem tipiähnlichen Zelt, einer finnischen Kota, wärmen. "Aber er wollte es mir nicht verraten." Der Weihnachtsmann, dem wir einen Tag später einen Besuch abstatten, lebt tatsächlich nicht weit weg von Luosto, im "Santa Claus Village" direkt am Polarkreis bei der 60 000-Einwohner-Stadt Rovaniemi. Umgeben von Shops, Outlets und Kinderschneevergnügungen hat der dicke, freundliche, alte Mann sein Büro hinter einer schweren Tür, wo man ihn das ganze Jahr über besuchen kann. Die kurze Audienz kostet nichts – das gemeinsame Foto hingegen schon. Auch das offizielle Postamt des Weihnachtsmannes ist gleich nebenan: Über 600 000 Briefe aus aller Welt sind dort 2011 angekommen und wurden von fleißigen Wichteln gelesen, sortiert und soweit möglich mit einem Weihnachtsmannbrief beantwortet.

In Rovaniemi treffen wir auch Ville Vaisanen von "Unique Lapland", der mal Leibwächter in den USA war, aber inzwischen wieder nach Finnland zurückgekehrt ist. Auch mit Vaisanen geht es in die Natur, doch er hat Action im Sinn. Dafür packt er uns in Thermokleidung, und dann wird das Schneemobil gezündet. Laut und mit 115 PS rauschen wir die Piste entlang, bis wir auf einem freien Feld ankommen. "Jetzt probieren wir mal ein paar Stunts", kündigt Vaisanen an und zeigt das Fahren auf einem Schneemobil-Ski – eines der Kunststücke, die sonst auf dem Programm einer mehrtägigen "Snowmobiling Academy" stehen. Bei den furchtlosen Versuchen wird uns zwar im Overall immer heißer, bis auf ein zweisekündiges Erfolgserlebnis bleiben die Ski der schweren Maschine aber am Boden. "Morgen werdet ihr überall Muskelkater haben", sagt er zum Abschied.



 
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Dokument erstellt am 2012-11-30 14:16:59







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