Das Gras um den Grabstein mit der Nummer 227 ist abgetreten, muss jedes Jahr neu angepflanzt werden. "J. Dawson, gestorben am 15. April 1912" ist in den kleinen Felsblock auf dem "Fairview Cementery" in Halifax gemeißelt. Doch entgegen vieler Vermutungen liegt hier nicht Jack Dawson, die fiktive Figur aus dem Kinofilm Titanic, begraben, die 1997 Leonardo DiCaprio berühmt machte. Die Liebesbriefe, Blumen und Beileidsbekundungen erreichen James Dawson, einen irischen Kohle-Schaufler, der mit dem Luxusliner im Atlantik versank.
Es ist nur eine von 121 Ruhestätten für Opfer der Titanic, die hier am Stadtrand von Halifax beerdigt wurden. Vom Hafen der Provinzhauptstadt Nova Scotias aus lief nach den Notrufen der Titanic eine großangelegte Rettungsaktion an. Doch die Schiffe konnten nur noch Leichen bergen. Angehörige, die sich den Rücktransport ihrer Lieben nicht leisten konnten, ließen die Opfer in Halifax beerdigen. Nicht identifizierte Passagiere liegen nur mit einer Nummer gekennzeichnet unter dem ostkanadischen Gras.
Der Geschichte dieser dramatischen Suche widmet sich auch eine Dauerausstellung im Schifffahrtsmuseum direkt am Hafen von Halifax. Besucher erfahren hier viel über persönliche Schicksale von Opfern und die Rettungsbemühungen der Kanadier.
In seiner Pracht kann man den Luxusliner wenige hundert Meter weiter im Zentrum der Stadt bewundern. Im Public Gardens, einem Park in viktorianischem Stil, schwimmt ein verkleinerter Nachbau des Schiffs ruhig im Teichwasser. Umgeben von Bananenbäumen, Kakteen und Blumenbildern entspannen hier von Frühling bis Herbst die Einwohner der Provinzhauptstadt.
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Redaktion Karin Polz Tel. 0851 / 802 363 E-Mail: karin.polz@pnp.de Anzeigenverkauf Mediaberater |