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Auf schmalen Wegen, entlang der rund 3000 Kilometer Bewässerungskanäle, der Levadas, lassen sich die einzigartige Natur und Landschaft der Insel bequem und abseits von jedem Trubel erkunden. Hier auf dem Bild wurde die Wasserleitung an einer Engstelle hoch über einer Schlucht mit Platten abgedeckt und damit selbst zum Weg.  − Fotos: Ernst Deubelli

Auf schmalen Wegen, entlang der rund 3000 Kilometer Bewässerungskanäle, der Levadas, lassen sich die einzigartige Natur und Landschaft der Insel bequem und abseits von jedem Trubel erkunden. Hier auf dem Bild wurde die Wasserleitung an einer Engstelle hoch über einer Schlucht mit Platten abgedeckt und damit selbst zum Weg.  − Fotos: Ernst Deubelli

Auf schmalen Wegen, entlang der rund 3000 Kilometer Bewässerungskanäle, der Levadas, lassen sich die einzigartige Natur und Landschaft der Insel bequem und abseits von jedem Trubel erkunden. Hier auf dem Bild wurde die Wasserleitung an einer Engstelle hoch über einer Schlucht mit Platten abgedeckt und damit selbst zum Weg.  − Fotos: Ernst Deubelli

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Madeira − hier verbrachte im vergangenen Jahrhundert Großbritanniens Premierminister Winston Churchill seinen Urlaub mit Malen und Spaziergängen, hier lernte die österreichische Kaiserin Sisi in mehrmonatigen Aufenthalten ihre Schwermut zu vergessen. Heute entdecken zunehmend Aktivurlauber und Familien die Insel, die nur etwa halb so groß wie der Landkreis Passau ist.

Die Vielfalt der Natur entdecken die Urlauber bequem auf schmalen Wegen entlang der jahrhundertealten Wasserkanäle, der "Levadas". Auf einer Länge von über 3000 Kilometern durchziehen diese oft nur einen halben Meter breiten Kanäle die gesamte Insel. Sie führen bei geringem Gefälle Wasser aus den regenreichen Bergen und Tälern an der Nordküste in die Terrassengärten an den Südhängen der Inseln.

Noch vor wenigen Jahren, als die kleinräumige Landwirtschaft wirtschaftlich an Bedeutung verlor, schienen auch die Wasserkanäle und die sie begleitenden Wege in Vergessenheit zu geraten. Heute sind sie ein touristisches Juwel, denn sie führen durch Dörfer und Gärten, entlang an steilen Schluchten und durch einen urwüchsigen Dschungel.

Neben der Pflanzen- beeindruckt auch die Tierwelt: So können Delfine und Pottwale vor der Küste beobachtet werden, und es gibt Exkursionen zu Robben-Kolonien auf den unbewohnten Nachbarinseln Ilhas Desertas.

Typisch für die Landwirtschaft auf Madeira sind kleinflächige Betriebe. Im Bild: Bananen-Plantagen in der Nähe von Câmara de Lobos.

Typisch für die Landwirtschaft auf Madeira sind kleinflächige Betriebe. Im Bild: Bananen-Plantagen in der Nähe von Câmara de Lobos.

Typisch für die Landwirtschaft auf Madeira sind kleinflächige Betriebe. Im Bild: Bananen-Plantagen in der Nähe von Câmara de Lobos.

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Geografisch und geologisch betrachtet, ist das kleine Eiland inmitten des Atlantiks eine der spektakulärsten Regionen der Welt. Auf kleinstem Raum finden sich hier fünf von weltweit sechs verschiedenen Klimazonen. An der Südküste gedeihen auf Meereshöhe tropische Südfrüchte und auf den Gipfeln der Berge in bis zu 1860 Metern herrscht ein alpines bis subarktisches Klima.

Die steilen Ufer fallen in eine Tiefe bis über 4000 Meter ab, geschuldet einem vor Jahrmillionen entstandenen Vulkan. Weil Madeira über Jahrtausende weitgehend von den Kontinenten isoliert war, andererseits aber über Hunderte Jahre mit allen nur denkbaren exotischen Pflanzen aus allen Erdteilen bepflanzt wurde, entstand in den verschiedenen Klimazonen eine einzigartige Mischung der Vegetation mit ganzjähriger Blütenpracht. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 20 und 26 Grad. 

Lorbeerwälder und EukalyptusbäumeIhren Namen verdankt die Insel ihrem dichten Bewuchs. Madeira bedeutet in der portugiesischen Sprache Holz. Und noch heute, trotz zunächst heftiger Brandrodung, um auf den steilen Hängen in aufwendig angelegten Terrassen Landwirtschaft zu betreiben, sind weite Teile der Insel dicht bewaldet, zum Teil sogar mit den für Madeira ursprünglich typischen Lorbeerwäldern und Erikabäumen, aber auch mit Farnen aus Ozeanien oder aus Australien eingeführten Eukalyptusbäumen.

In den landwirtschaftlich genutzten Terrassen entlang der Südküste gedeihen Bananen, Papayas, Maracujas und selbst so exotische Früchte wie Ananas-Bananen, Philodendron-Früchte oder Baum-Tomaten. Vereinzelt finden sich auch noch Zuckerrohrgärten, die beinahe ein Jahrhundert lang, vor der Entdeckung Amerikas, zum Reichtum der Seefahrer-Nation Portugal beitrugen und Rohrzucker als "weißes Gold" lieferten.

Die Zuckerrohrkulturen wurden durch Weinbau abgelöst. Madeira-Wein wurde über die Jahrhunderte zu einem Synonym für die Insel. Noch heute wird die Tradition bei Blandy’s in der Hauptstadt Funchal in den jahrhundertealten Gemäuern eines früheren Klosters und späteren Gefängnisses gepflegt.

Über Jahrhunderte war Madeira Raststation für Seefahrer und später auch für Flugbootpassagiere auf dem Weg von Europa nach Südamerika und zurück, oder auf den Routen von Europas Norden nach Südafrika oder über das Kap weiter nach Asien und retour.

Selbst der Seefahrer Christoph Kolumbus besuchte 1478 die Insel und heiratete die Tochter des Statthalters der Nachbarinsel Porto Santo. Jahrhunderte später machten die Polarforscher Roald Amundson und Robert Falcon Scott mit ihren Expeditionsteams auf dem Weg in die Antarktis Zwischenstation auf Madeira.

Moderne Abenteurer können für ein bisschen Nervenkitzel eine der bekanntesten Attraktionen Madeiras ausprobieren: die Korbschlittenfahrt bergab von Monte nach Funchal. Diese Tradition der Korbschlitten, die zwei Personen Platz bieten und aus Holz und Weidenruten gefertigt sind, geht auf das Jahr 1850 zurück, als sie von Geschäftsleuten des Ortes benutzt wurden. Das ungewöhnliche Transportmittel wird von zwei Männern gesteuert, die das Gefährt mit ihren Stiefeln lenken und abbremsen. Eine rasante Fahrt führt die Passagiere durch die steilen und durch jahrelanges "Schleifen" der Holzkufen fast spiegelglatten Gassen.

INFO Ausflugsziele: Auf dem Monte sind die weitläufigen Gärten "Jardim do Monte Palace" mit der Kunstsammlung des Mäzens Joe Berardo und die nahegelegene Kirche "Unserer Lieben Frau von Monte". Hier hat der letzte Kaiser von Österreich, Karl I., der 1921 mit seiner Frau Zita nach Madeira verbannt wurde, seine letzte Ruhestätte gefunden. Er starb am 1. April 1922, fast mittellos geworden, an einer Grippe. 2004 wurde er durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

 Unterkünfte: "Atrio", Öko-Hotel im Stil einer historischen Quinta, eingebettet in einen Park in Calheta, www.atrio-madeira.com; "Vila Porto Mare", Wellness-Hotel in Funchal, unmittelbar an der Küste gelegen, www.portobay.com; "Reid’s Palace", das absolute Nonplusultra, hier wohnten unter anderem Sisi und Churchill. Wer in der Churchill-Suite wohnen möchte, sollte allerdings 2500 Euro pro Nacht kalkulieren, www.reidspalace.com.

Auskünfte: Im Internet unter www.visitmadeira.de.

Autor Ernst Deubelli, Redakteur der Passauer Neuen Presse, besuchte Madeira auf Einladung von Turismo de Portugal.













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Copyright © Passauer Neue Presse 2012
Dokument erstellt am 2012-02-17 13:50:19







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