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Das Skigebiet Carezza bietet sonnige Südwesthänge − und weite Blicke über das Etsch- und Eisacktal hinweg bis zu den Bergriesen des Ortlermassivs sowie der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen. Georg Eisath, der Präsident des Skigebiets, zählt einer Touristin die Namen besonders prägnanter Berge auf.  − Fotos: Schießl/Guldner

Das Skigebiet Carezza bietet sonnige Südwesthänge − und weite Blicke über das Etsch- und Eisacktal hinweg bis zu den Bergriesen des Ortlermassivs sowie der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen. Georg Eisath, der Präsident des Skigebiets, zählt einer Touristin die Namen besonders prägnanter Berge auf.  − Fotos: Schießl/Guldner

Das Skigebiet Carezza bietet sonnige Südwesthänge − und weite Blicke über das Etsch- und Eisacktal hinweg bis zu den Bergriesen des Ortlermassivs sowie der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen. Georg Eisath, der Präsident des Skigebiets, zählt einer Touristin die Namen besonders prägnanter Berge auf.  − Fotos: Schießl/Guldner

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Wer auf der Brenner-Autobahn die Ausfahrt Bozen-Nord in Richtung des Bergdorfes Tiers verlässt, kommt nach einer halben Stunde Fahrt in das mit 16 Liften und 40 Pistenkilometern zwar relativ kleine, aber jetzt wieder umso feinere Familien-Skigebiet Carezza-Karerpass. In die sonnenverwöhnte Gegend am Fuße der Felsbastionen Rosengarten und Latemar wurden in den vergangenen vier Jahren über 20 Millionen Euro investiert. Dies honorierte der ADAC-Skiguide mit den Auszeichnungen "Top-Skigebiet" und "Aufsteiger des Jahres 2010", was aber − gottlob − nichts an der Beschaulichkeit änderte.

Der Ausblick macht stumm. Man fühlt sich, hier vor dem Restaurant "Laurins Lounge" in 2337 Metern Höhe, fast wie im Flugzeug − stießen nicht im Rücken die Zinnen des Felsmassivs Rosengarten nochmals rund 600 Meter fast senkrecht in den Himmel. Kein naher Berg blockiert die Sicht nach vorne in Richtung Südwesten: 40, 50 Kilometer freier Blick, hinweg über sanfte Hänge, den 2100 Meter tiefer liegenden Tal-Einschnitt der Etsch mit Bozen mittendrin. Und endlich dahinter auf die Fels- und Eisriesen von Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen − und als Krönung den vergletscherten 3900 Meter hohen Ortler.

Lohnend: Eine Schneeschuhwanderung mit Artur Obkircher.

Lohnend: Eine Schneeschuhwanderung mit Artur Obkircher.

Lohnend: Eine Schneeschuhwanderung mit Artur Obkircher.

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Beziehungen zum Bayerwald"Sagen Sie mal, Sie kommen doch aus Passau. Kennen Sie das Arberskigebiet − und den dortigen Chef? Und wie ist es mit Mitterfirmiansreut? Und mit Hochficht?" Georg Eisath hebt die Augenbrauen. "Na?", fragt er, "na?". "Äh, ah, natürlich", stottere ich, "aber wie kennen Sie diese Skigebiete und deren Chefs?" Der 54-Jährige lächelt und sagt sichtlich erfreut über die gelungene Überraschung: "Ja mei, das brachte mein früherer Job mit sich . . ."

Georg Eisath ist mehrheitlicher Anteilseigner der Liftanlagen in der Skiarena Carezza-Karerpass. Und Hotelier. Und er gilt bei vielen Einheimischen als Retter dieser Region. Zu Ansehen und Geld kam der Maschinenbauingenieur als Mitbegründer der Firma Technoalpin. Die stellt Beschneiungsanlagen her. "Und das hat mich in Skigebiete in alle Welt − und auch in den Bayer- und Böhmerwald − geführt", klärt er auf. Vor einigen Jahren stieg Eisath aus seiner Firma aus und konnte den Niedergang seines Heimatskigebiets Carezza-Karerpass nicht länger mitansehen.

Das Gebiet lag − was das Skiangebot anbelangte − am Boden. Dabei war der Karerpass einst eines der ersten Skigebiete in Südtirol überhaupt. Vor 61 Jahren zog als erste Aufstiegshilfe der Paolina-Lift Skifahrer in die Höhe. Das Gebiet gedieh prächtig, war doch die Region um Karersee und -pass bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert ein begehrtes Urlaubsdomizil mit vielen Prominenten, die in dem noch heute stehenden großen Grand Hotel nächtigten: Kaiserin Sisi, Karl May, Winston Churchill oder Luis Trenker sind nur einige unter ihnen.

Doch das "sonnigste Skigebiet Südtirols" (Monika Fill vom Tourismusverein Tiers) kam in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts in immer größere finanzielle Probleme: Gäste blieben aus, weil es keinen Liftverbund gab, Teile des Skigebiets schlossen, einige Eigentümer gingen pleite.

"Das ist ja meine Heimat, ich musste handeln", schildert Georg Eisath ernst. 2008 stieg der ehemalige Firmenchef ein − volle Kanone sozusagen. Er baute neue Lifte, ließ Pisten anlegen, installierte an die 170 Schneekanonen, schuf Pistenbullis an und baute ein Speicherbecken mit fast 100 000 Kubikmetern Fassungsvermögen. "Wichtig ist mir dabei, dass die Ursprünglichkeit unserer schönen Heimat nicht verloren geht und dass die Natur nicht leidet", versichert der Ex-Manager und nunmehrige Skigebiets-Präsident.

Dafür tue er auch einiges, sagt er. Zusammen mit dem schweizerischen Arosa habe man das Pilotprojekt "Alpine Klimaskigebiete" mit dem Ziel gestartet, den Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Liftbetrieb, Pistenpräparierung und künstliche Beschneiung sollen energieeffizienter werden. Da gebe es neue Ansätze: So etwa würde die Schneedicke gescannt, um den Schneekanonen- und Pistenraupeneinsatz zu minimieren, oder auf mehr Solarenergie gesetzt, oder mittels GPS die Pistenraupenrouten optimiert. Eisath hat ein Ziel: "Der Energieverbrauch muss um 30 Prozent runter."

"Runter" wollen nun auch wir von der Laurins Lounge, dem höchsten Punkt des Skigebiets Carezza-Karerpass zur 1730 Meter hohen Frommer Alm und dort nochmals 400 Höhenmeter tiefer nach Welschnofen. Der obere Teil der Abfahrt ist durchaus anspruchsvoll, der Rest nur ein Genuss. Selbst in der Hauptsaison sind die bestens präparierten Pisten nicht überlaufen − und wer eine Pause einlegen will, kann dies in urigen Almhütten tun. Laute Musik, überfüllte Selbstbedienungs-Restaurants und marktschreierische Sensationen sucht man gottlob vergebens. "Die Ursprünglichkeit ist uns wichtig", sagt Georg Eisath. Und: Die Sensation sei eh die Landschaft mit sanften Almen und grandiosen Felsburgen.



 
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Copyright © Passauer Neue Presse 2012
Dokument erstellt am 2012-02-10 10:32:21







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