
Testeten in Reit im Winkl bei drei Metern Schnee eine neue Schneeschuhwanderroute: Maria Perreiter vom Chiemgau Tourismus e. V. (von links) und die Journalisten Jörg Bornmann und Christine Haberlander. − Fotos: Alexandra Königseder
Testeten in Reit im Winkl bei drei Metern Schnee eine neue Schneeschuhwanderroute: Maria Perreiter vom Chiemgau Tourismus e. V. (von links) und die Journalisten Jörg Bornmann und Christine Haberlander. − Fotos: Alexandra Königseder
Bild herunterladenLeises Knirschen auf der frisch gespurten Wanderstrecke im Schnee und Vogelgezwitscher, das ist alles, was an diesem Vormittag in den Wäldern hoch über Reit im Winkl zu hören ist. Fünf Schneeschuh-Neulinge hat Sepp Haslberger bei drei Metern Schnee im Schlepptau. Auf dem Programm steht eine neu ausgeschilderte Wanderroute für Schneeschuhgeher. Startpunkt ist Reit im Winkl, das auf 700 Höhenmetern liegt. An der Gemeindekirche vorbei auf dem ausgeschilderten Weg Richtung "Dorflift" stapfen alle dem 77-jährigen Haslberger hinterher. Ungewohnt fühlen sich die überdimensionalen Fußsohlen an. "Die Fußstellung beim Gehen sollte wie gewohnt sein. Die Schneeschuhe werden Schritt für Schritt übereinander gezogen", erklärt der gebürtige Reit-im-Winkler.
Lawinengefahr nicht unterschätzenBereits seit einigen Jahren haben die bayerischen Schneegebiete den Trend des Schneeschuh- und Winterwanderns erkannt. Im Chiemgau werden in Inzell, Ruhpolding, Reit im Winkl, Schleching, Bergen und Marquartstein geführte Touren angeboten. Der pensionierte Volksschullehrer Sepp Haslberger führt mehrere Schneeschuhgruppen pro Woche und weiß, warum Einsteiger zunächst nicht alleine gehen sollten: "Die Lawinengefahr darf auch beim Wandern nicht unterschätzt werden. Es braucht schon eine gewisse Ortskenntnis und vor allem Bergerfahrung, um einschätzen zu können, wie sicher ein Hang ist." Zudem sei es für Anfänger noch schwierig vorauszusehen, welchen Kraftaufwand es erfordere, eine ungespurte Route zu gehen. "Es ist freilich viel leichter, auf einem ausgetrampelten Weg zu gehen. Wenn man aber mit den Schneeschuhen in gänzlich unberührtes Gelände kommt und bei jedem Schritt bis zu den Knien einsinkt, kann die Tour doppelt so anstrengend sein", sagt Sepp Haslberger.

Schneeschuhwanderwege sind grün ausgeschildert.
Schneeschuhwanderwege sind grün ausgeschildert.
Nach etwa 200 Höhenmetern erreicht die Gruppe die sogenannte Eckkapelle, die malerisch in der Winterlandschaft liegt und zur Rast einlädt. Der Weg zur 1710 errichteten Kapelle lässt sich zwar über die grünen Markierungen ausmachen, trotzdem sollten Schneeschuhgeher mit Karten ausgestattet sein. "Bei drei Metern Schnee fällt die Orientierung auch Einheimischen manchmal nicht leicht, weil gewohnte Orientierungspunkte nicht mehr zu sehen sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Wanderer deswegen immer entsprechendes Kartenmaterial dabeihaben", erklärt der 77-Jährige.

Wanderführer Sepp Haslberger misst die Schneehöhe.
Wanderführer Sepp Haslberger misst die Schneehöhe.
Bild herunterladenVor allem die Stille in der unberührten Natur sei es, die Wanderer in den Bergen suchen. "Aber nur im Winter sieht man ab und an einen Schneehasen", weiß Haslberger und deutet augenzwinkernd auf Spuren im glitzernden Weiß. Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg verspricht der erfahrene Bergsportler freie Sicht auf den Hochkönig, "falls das Wetter passt". Und das tut es. Auf 1100 Höhenmetern blicken die Winterwanderer auf das österreichische Bergmassiv.
Wegen der Kälte sind die Pausen im Freien beim Schneeschuhgehen allerdings verhältnismäßig kurz. Bergfex Haslberger kennt die Entschädigung: "die besten Kaspressknödel Bayerns" auf der Hutzenalm. Egal, ob angebraten mit Salat oder in einer Rindsbrühe − die einheimischen Bergführer wissen um die Schmankerl der Almen. Der halbstündige Abstieg ins Tal gleicht gestärkt und aufgewärmt dann eher einem Spaziergang.
INFO
Pauschalangebot: "Spuren im Schnee" beinhaltet zwei Nächte mit Frühstück in einem Vier-Sterne-Gästehaus sowie eine geführte Schneeschuhwanderung und ein Kaminzauber-Menü.
Auskünfte: Mehr Informationen, auch zum Ausleihen von Schneeschuhen oder weiteren geführten Touren, unter
0861/9095900 oder im Internet unter www.chiemgau-tourismus.de.
Die Autorin Alexandra Königseder, Redakteurin der Passauer Neuen Presse, wanderte auf Einladung von Chiemgau Tourismus e. V.
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Redaktion Karin Polz Tel. 0851 / 802 363 E-Mail: karin.polz@pnp.de Anzeigenverkauf Mediaberater |