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Berühmte Straße statt berühmter Stars: Eva Longoria und Teri Hatcher lassen sich nicht blicken, doch ihr Film-Zuhause in der Wisteria Lane lässt sich in den Universal-Studios unweit Los Angeles begutachten.  − Fotos: Sascha Rettig

Berühmte Straße statt berühmter Stars: Eva Longoria und Teri Hatcher lassen sich nicht blicken, doch ihr Film-Zuhause in der Wisteria Lane lässt sich in den Universal-Studios unweit Los Angeles begutachten.  − Fotos: Sascha Rettig

Berühmte Straße statt berühmter Stars: Eva Longoria und Teri Hatcher lassen sich nicht blicken, doch ihr Film-Zuhause in der Wisteria Lane lässt sich in den Universal-Studios unweit Los Angeles begutachten.  − Fotos: Sascha Rettig

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Glitzer und Glamour, der Traum vom Erfolg und so viele Filmstars, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll: Wenn man an Hollywood denkt, sprudeln die verheißungsvollen Assoziationen nur so los. Wer aber tatsächlich einmal nach Los Angeles fährt und die Gegend um den Hollywood Boulevard erkundet, muss sicher viele seiner Traumfabrikvorstellungen begraben.

Mehr als 2400 Sterne am Walk of FameRund hundert Jahre nachdem mit der Nestor Motion Picture Company das erste Studio in Hollywood eröffnet wurde, ist das Herz dieses Stadtteils in erster Linie eines: eine überschaubare Touristenmeile, die zwar schon bessere Zeiten gesehen hat, aber in den vergangenen Jahren wieder etwas aufpoliert wurde. Noch immer feiert sich die Industrie hier rund um die mehr als 2400 goldenen Sterne am Walk of Fame selbst – und am ausschweifendsten zur jährlichen Oscar-Verleihung im Februar, wenn der ganze Straßenzug vor dem Kodak Theatre tagelang gesperrt wird.

Tourguide Breeanna Judy kann einiges über die Vergangenheit und Gegenwart der kalifornischen Filmmetropole erzählen − gerne macht sie das an den Originalschauplätzen, wie hier am Grauman’s Egyptian Theatre.

Tourguide Breeanna Judy kann einiges über die Vergangenheit und Gegenwart der kalifornischen Filmmetropole erzählen − gerne macht sie das an den Originalschauplätzen, wie hier am Grauman’s Egyptian Theatre.

Tourguide Breeanna Judy kann einiges über die Vergangenheit und Gegenwart der kalifornischen Filmmetropole erzählen − gerne macht sie das an den Originalschauplätzen, wie hier am Grauman’s Egyptian Theatre.

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Ansonsten sind Stars relativ selten in Sichtweite. Zwischen den zahllosen Souvenirshops, Geschäften und Fast-Food-Restaurants führen am Hollywood Boulevard aber trotzdem immer wieder Spuren in die glanzvolle Vergangenheit und zu vielen legendären Drehorten der amerikanischen Traumfabrik.

Schließlich war es auch dort, wo 1922 in einem Kinopalast von Sid Grauman die erste Hollywood-Filmpremiere stattfand. "Hier am Egyptian Theatre wurde der rote Teppich erfunden", erklärt Tourguide Breeanna Judy mit ansteckendem Enthusiasmus. "Grauman änderte einst die Wahrnehmung der Schauspieler, indem er sie wie Adlige behandelte und Filmstars aus ihnen machte." Mit seinen Kinopalästen wollte er die Zuschauer damals in eine fremde Welt entführen und einen luxuriösen Gegenentwurf zu den Nickelodeons schaffen, in denen die breite Masse für fünf Cent − also einem Nickel − Filme schauen konnte. Als das Egyptian Theatre dann 1992 geschlossen wurde, war das symptomatisch für den verblassenden Glamour Hollywoods. "Glücklicherweise wurde es für einen symbolischen Dollar an die American Cinematheque verkauft", erklärt Breeanna Judy. Seitdem ist das prachtvoll restaurierte Gebäude mit den großen Säulen und aufgemalten Hieroglyphen ein Programmkino.

Eines der großen Wahrzeichen ist aber ein anderer Kinopalast, in dem nach wie vor Filmpremieren stattfinden: Das Grauman’s Chinese Theatre mit seinem geschwungenen Pagoden-Dach und den zahlreichen chinesischen Verzierungen, die Grauman damals zur Eröffnung 1927 aus Fernost für Tausende Dollar einfliegen ließ. "Es hat sich über die Jahrzehnte kaum verändert", erklärt Judy. Allerdings kommen immer wieder neue Hand- und Fußabdrücke von Filmberühmtheiten hinzu. Mehrere hundert sind es bereits: John Wayne hinterließ im feuchten Zement beispielsweise seinen Faustabdruck, hatte aber für einen Westernheld ziemlich kleine Füße. Groucho Marx drückte seine Zigarre mit in den feuchten Zement. Und Humphrey Bogart kritzelte ein "May you never die until I kill you" hinein. An diesem Tag verewigen sich gerade die drei Stars der Twilight-Reihe. Versteckt hinter einer Phalanx hysterischer Fans, sind sie allerdings nicht zu sehen.

Vorbei an Chers HochhauswohnungOb wir mit einem Star-Stadtplan, einer "Map of the Stars", mehr Glück beim Promi-Schauen haben? Oder vielleicht doch mit einer Tour namens "Homes of the Stars", die hinter dem Kodak Theatre startet? Wir sitzen jedenfalls im Mini-Bus von Victoria, die von Anfang an ein hohes Tempo vorlegt und auf dem Weg über den Sunset Boulevard in Richtung Luxusbezirk Beverly Hills fährt: links schauen, rechts hinsehen. Die Namen möglicherweise in Luftlinie lebender Promis rattert sie mit ihrer rauchigen Stimme im Sekundentakt ins Mikro: Im dreizehnten Stock dieses Hochhauses wohne Cher. Lindsay Lohan hingegen sei rausgeschmissen worden. Und dort oben hinter dem Fenster ist das Zimmer, in dem Michael Jackson kurz vor seinem Tod gefunden wurde. Ringo Starr hat Sterne am Eingangstor. Und dass in einer der zahlreichen Villen mal Elvis gewohnt hat, erkennt man an den gekritzelten Fan-Hinterlassenschaften.

Weil Victoria einen Umweg fahren muss, landen wir auf dem Mulholland Drive, der geschlängelten Straße hoch über Los Angeles, die durch David Lynchs gleichnamigen Mystery-Thriller bekannt wurde. Von dort kann man auch gut die großen Lettern des Hollywood-Schriftzugs sehen, der ursprünglich nur als eine überdimensionale Werbefläche für den Immobilienverkauf gedacht gewesen war und einst durch eine Initiative von Stars wie Alice Cooper gerettet werden konnte.

Ansonsten aber gilt auf der Startour: Wie man sieht, sieht man nichts – oder zumindest nicht viel und vor allem niemanden, der einem Hollywoodstar auch nur ähnlich sieht. Stattdessen kann man vor allem Gärtner lateinamerikanischer Herkunft beobachten, die die Hecken der Vorgärten in den vielen menschenleeren, gewundenen Straßen in Form bringen. Und man lernt mehr über die Westküstenarchitektur der Reichen und Schönen. Allerdings kann man sich später froh schätzen, wenn die zahlreichen fotografierten Tore, Villen und Hecken noch irgendwie zuzuordnen sind.



 
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Dokument erstellt am 2012-01-27 14:06:29







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