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Man sieht ihr die Zufriedenheit richtig an: 80 Kilo bringt die Passauerin heute auf die Waage. Der harte und schmerzhafte Weg hat sich gelohnt.

Man sieht ihr die Zufriedenheit richtig an: 80 Kilo bringt die Passauerin heute auf die Waage. Der harte und schmerzhafte Weg hat sich gelohnt.

Man sieht ihr die Zufriedenheit richtig an: 80 Kilo bringt die Passauerin heute auf die Waage. Der harte und schmerzhafte Weg hat sich gelohnt.


Wer die beiden Fotos sieht, kann kaum glauben, dass es sich um dieselbe Frau handelt. Und auch Andrea Kapfhammer selbst, die innerhalb von eineinhalb Jahren 43 Kilo abgenommen hat, kann es manchmal noch gar nicht fassen. "Es war ein ganz anderes Leben, ich fühlte mich mit meinen 123 Kilo wahrlich nicht mehr wohl in meiner Haut, aber irgendwann ist mir das Ganze entglitten. Wie es überhaupt erst so weit kommen konnte, weiß ich heute gar nicht mehr", erzählt die 42-jährige medizinische Angestellte aus Passau.

 Gesundheitliche Gründe und eine Medikamententherapie ließen ihr Gewicht schier explodieren, wobei Andrea Kapfhammer auch keinen Hehl daraus macht, dass sie übermäßig viel gegessen hat − und vor allem immer wieder zwischendurch.

Der Leidensdruck war groß genug

 Nachdem zwei Diäten fehlgeschlagen waren, nahm die Mutter einer 16-jährigen Tochter bei einer Reha den dritten Anlauf − dieses Mal mit Erfolg. "Der Leidensdruck war groß genug", erinnert sich die Passauerin. So groß, dass sie es sogar schaffte, gleichzeitig mit dem Beginn der Therapie in einer Klinik in Bayrisch Gmain (Berchtesgadener Land) mit dem Rauchen aufzuhören. "Ich lernte mit Hilfe der Experten in diesen drei Wochen, nur noch dreimal am Tag zu essen, Fett und Kohlenhydrate zu reduzieren und regelmäßig Sport zu treiben, und nahm auch gleich einige Kilo ab."

123 Kilo wog Andrea Kapfhammer früher. Zudem war sie starke Raucherin, wie sie selbst zugibt.  − Fotos: Kapfhammer/Hiendl

123 Kilo wog Andrea Kapfhammer früher. Zudem war sie starke Raucherin, wie sie selbst zugibt.  − Fotos: Kapfhammer/Hiendl

123 Kilo wog Andrea Kapfhammer früher. Zudem war sie starke Raucherin, wie sie selbst zugibt.  − Fotos: Kapfhammer/Hiendl


 Doch das Schwierigste stand ihr noch bevor: Diesen Weg auch daheim zu gehen, wenn die Verlockungen wieder da sind, schnell mal ein angebotenes Stück Kuchen zu essen oder beim Fernsehen zu den Chips zu greifen. Aber Andrea Kapfhammer blieb standhaft. Geholfen haben ihr dabei besonders eine Gesprächstherapie, zu der sie sich zu Hause entschlossen hatte, ein regelmäßiges Sportprogramm und vor allem ihre Familie. "Ohne die Rücksicht und das Verständnis meines Mannes und meiner Tochter wäre es nicht gegangen. Ich kann heute nur jedem raten, die Familie miteinzubeziehen. Man muss dazu aber auch seine Wünsche äußern und nicht damit hinter dem Berg halten. Wenn ich zum Beispiel mal Nachtdienst hatte, aß mein Mann abends seine Chips beim Fernsehen. Wenn ich da war, verzichtete auch er darauf."

 Nach eineinhalb Jahren wog Andrea Kapfhammer statt 123 Kilo nur noch 80 Kilo. Was jedoch blieb, waren Massen von überschüssiger Haut. So schlimm, dass ihr die Fettschürze bis zu den Oberschenkeln reichte. Mit bewundernswerter Offenheit berichtet die 42-Jährige von ihren damaligen gesundheitlichen Problemen.

 "Die überschüssige Haut konnte sich besonders am Bauch und an den Brüsten nicht mehr zurückbilden und verursachte wegen ihres Gewichts nicht nur ziehende Schmerzen, sondern es bildeten sich unter der Fettschürze auch Ekzeme und Infektionen."

 Aus diesem Grund entschloss sich Andrea Kapfhammer, bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf eine Operation zu stellen, bei der die überschüssige Haut entfernt werden sollte. Ein harter Weg, denn der erste Antrag wurde abgelehnt und erst nach einem Widerspruch und einem Zweitgutachten konnte sie sich die überschüssige Haut am Bauch operieren lassen.

 Obwohl der Eingriff schmerzhaft war und zwei große Narben hinterließ, würde Andrea Kapfhammer diesen Weg immer wieder gehen.

1,3 Kilo Haut wurden am Bauch wegoperiert

 "Heute habe ich einen flachen Bauch und auch wenn die Streifen von den Geweberissen nicht mehr weggehen und die Narben von einer Hüfte zur andren reichen, fühle ich mich rundum wohl, seit diese großen Hautlappen weg sind. 1,3 Kilo Haut schnitten die Chirurgen weg." Die Brustoperation erfolgte sieben Monate später.

 Wichtig, so resümiert sie, war auch die Gesprächstherapie, denn heute weiß die Passauerin, wie sie die Fallen umgehen kann, damit sie nicht wieder zu viel isst. Heute kann sie auch nein sagen, wenn ihr jemand etwas anbietet, das sie eigentlich gar nicht will. Trotzdem gönnt sie sich hin und wieder etwas Süßes. Ihr Credo: "Wenn es mir gutgeht, kann ich problemlos auf Süßes verzichten und tue es auch. Und wenn ich mal einen weniger guten Tag habe, dann gönne ich mir eine Kleinigkeit."

 Eines ist Andrea Kapfhammer am Schluss des Gesprächs mit der PNP noch wichtig zu betonen: "Von ganzem Herzen möchte ich meinem Mann Werner, unserer Tochter Julia und meiner Hausärztin Frau Dr. Huhnstock für ihre Unterstützung danken. Ohne sie hätte ich heute keine 80 Kilo."












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Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2012
Dokument erstellt am 2011-08-11 15:24:06
Letzte Änderung am 2011-08-25 13:47:26







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Sandra Hiendl
Tel. 0851 / 802 829
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