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Gartengestaltung

Palme statt Tanne: Klimawandel im Garten

von Dorothée Waechter

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Die Forschung hat herausgefunden, dass der Ginkgobaum mit den klimatischen Anforderungen der Zukunft gut zurechtkommt.  − Foto: Cook/pixelio.de

Die Forschung hat herausgefunden, dass der Ginkgobaum mit den klimatischen Anforderungen der Zukunft gut zurechtkommt.  − Foto: Cook/pixelio.de

Die Forschung hat herausgefunden, dass der Ginkgobaum mit den klimatischen Anforderungen der Zukunft gut zurechtkommt.  − Foto: Cook/pixelio.de


Noch vor wenigen Jahren waren Oliven-, Zitronen- und Mandarinenbäume als Gartengehölze hierzulande undenkbar. Mittlerweile wachsen sie ebenso wie Palmen in dem einen oder anderen Hausgarten. Das sind die ersten Folgen des Klimawandels. Sieht so in Zukunft die Bepflanzung in den Gärten aus? Mediterrane Pflanzen statt Nordmanntanne, Kastanie und Platane?

Mit diesen Fragen setzt sich die Wissenschaft auseinander − vor allem fürs Stadtgrün. Die Einschätzungen sind vernichtend: "Die heimischen Arten funktionieren unter den veränderten Bedingungen nicht mehr", erläutert Philipp Schönfeld von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Schon jetzt haben die heimischen Arten unter den Standortbedingungen in den Großstädten ihre Belastungsgrenze erreicht.

Besonders robuste Arten für die StädteDaher wird ihr Wuchsverhalten unter veränderten Klimabedingungen in der Zukunft gar nicht mehr getestet. Stattdessen werden Arten aus anderen Kontinenten geprüft − vor allem für den Einsatz an Straßen. Dort müssen sie mehr aushalten als im Hausgarten.

"Im Zuge der Veränderungen des Klimas sind unter anderem erhöhte Durchschnittstemperaturen, längere Trockenphasen und eine höhere Neigung zu Starkregen festzustellen", sagt Peter Menke, Vorstand der Stiftung "Die Grüne Stadt" in Düsseldorf. Einige dieser Aspekte wirken verstärkt in den Städten mit viel Beton und Teer. Es ist dort wärmer, und es verdunstet mehr Wasser.

Wachsen also bald Orangen am Straßenrand und Kinder pflücken Pfirsiche im Park? "Es wäre ein Fehler, die mediterrane Vegetation zum Vorbild zu nehmen", sagt Peter Menke. Zwar verzeichne die Statistik einen Anstieg der Temperaturen im Sommer, doch die Winter werden den Prognosen zufolge hart und kalt wie heute bleiben. Das zeigt sich im Hausgarten: Immer mehr Hobbygärtner pflanzen mediterrane Gewächse und werden oft enttäuscht. Die Pflanzen erfrieren in strengen Wintern.

"Trockenheitsresistenz als Auswahlkriterium für neue Gehölze in unseren Breiten reicht nicht aus", sagt daher Philipp Schönfeld. Die Pflanzen müssten durchaus Temperaturen von minus 20 Grad aushalten. Und daher müssten Exemplare gesetzt werden, die mit starken Temperaturschwankungen zwischen heißen Sommern und kalten Wintern zurechtkommen.

Es gibt weitere Anzeichen, dass die bislang beliebten Gehölze dem Klimastress immer schlechter standhalten. Sie fallen häufiger Schädlingen und Krankheitserregern zum Opfer. Ein Beispiel ist die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): Wirft sie bereits im Hochsommer ihr Laub ab, ist die Kastanienminiermotte schuld. Platanen (Platanus x hispanica) leiden häufig unter der Massaria-Pilzkrankheit, wodurch die Äste spröde werden und brechen.

Neue Arten aus Japan und ChinaGut mit den künftigen Anforderungen kommen den Untersuchungen zufolge die hierzulande schon gerne gepflanzte Hainbuche (Carpinus betulus), der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) und der Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos) zurecht, sagt Schönfeld. Die Forscher testen auch den Perlschnurbaum (Sophora japonica "Regent"). Er stammt aus China und Korea, die Sorte entstand in den USA. Die Baummagnolie (Magnolia kobus) wächst in Japan, wo auch der Dreizahnahorn (Acer buergerianum) herkommt. Die Heimat des Eisenholzbaumes (Parrotia persica) liegt im Nordiran und Südrussland.

Neben den klimatischen Belastungen müssen die Bäume ästhetischen Anforderungen genügen − sie sollen ja ins Stadtbild passen. Sie brauchen beispielsweise eine bestimmte Größe. An der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim werden derzeit 20 Arten geprüft. "Bei einem Teil der Pflanzen wird der Laie die Unterschiede kaum erkennen", erklärt Philipp Schönfeld. "Man muss schon genau hinsehen, um den Unterschied zwischen der Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) und einer Hainbuche (Carpinus betulus) zu erkennen."

In der engeren Auswahl befinden sich auch Gehölze, die wie Amberbäume (Liquidambar styraciflua) durch ihre späte, sehr leuchtende Herbstfärbung auffallen. Eine Blütenallee mit Baummagnolien könnte ebenfalls ein neuer Blickfang werden.

"Im Hausgarten ist die Klimaveränderung sicher kein relevanter Aspekt für die Baumwahl", sagt Peter Menke. Auch haben die wenigsten sehr große Bäume wie Kastanien oder Platanen im Garten. Hier werden in naher Zukunft daher eher optische als klimatische Aspekte Veränderungen in die Bepflanzung bringen, erwarten Experten. Die Grundstücke werden immer kleiner, und damit nimmt das Angebot an klein- und schmalkronigen Bäumen zu.

Spalierbäume für kleine FlächenPhilipp Schönfeld empfiehlt für Hausgärten beispielsweise die Kugelsteppenkirsche (Prunus x eminens "Umbraculifera"). Sie sei nicht nur für enge Räume geeignet, sondern im Wechsel der Jahreszeiten stets attraktiv. Schön sei auch der Apfeldorn (Crataegus x lavallei "Carrierei"), der im Herbst rote Früchte trägt. "Auch die Formbäume nehmen zu", sagt Menke. Das sind Kugel-, Dach- oder Spalierbäume, deren Wuchs Gärtner durch regelmäßigen Schnitt im Zaum halten können. Spalierobst kann an Hauswänden hochranken.

Neben den klassischen Obstbäumen Apfel, Kirsche und Birne könnten sich im Hausgarten immer mehr Exoten durchsetzen − denn die Menschen lieben das Ungewöhnliche. Eine solche neue Obstsorte ist die Papau (Asimina triloba). Zugleich aber greifen immer mehr zu den alten, zeitweise verschmähten Sorten: Denn sie tragen besonders schmackhafte Früchte und sind robuster. − tmn



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Dokument erstellt am 2012-11-16 13:05:03







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