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Cremiges Fruchtfleisch bietet die Paw Paw (Asimina triloba). Die auch Indianerbanane genannte Frucht hat aber nichts mit einer Banane gemein.

Cremiges Fruchtfleisch bietet die Paw Paw (Asimina triloba). Die auch Indianerbanane genannte Frucht hat aber nichts mit einer Banane gemein.

Cremiges Fruchtfleisch bietet die Paw Paw (Asimina triloba). Die auch Indianerbanane genannte Frucht hat aber nichts mit einer Banane gemein.


Sternfrucht oder Litschi gibt es heute an vielen Obsttheken im Supermarkt zu kaufen. In der Gärtnerei sieht das oft anders aus. Das hat durchaus seinen Grund: Schließlich wächst nicht jede exotische Frucht hierzulande im Garten. Und wenn einer Banane die Sonne fehlt, merkt man das auch geschmacklich. Es gibt aber einige Pflanzen, die im Garten oder im Kübel bei uns prächtig wachsen und von deren Früchten man noch nicht so viel gehört hat.

"Eine absolute Trendpflanze ist Asimina triloba", sagt Tanja Ratsch, Gartenbauingenieurin und Fachbuchautorin aus Nersingen bei Neu-Ulm (Bayern). Häufig wird diese Pflanze als Paw Paw, Papau oder Indianerbanane bezeichnet. "Allerdings hat diese Frucht nichts mit der Banane gemein", erklärt Tanja Ratsch. Sie wächst an einem kleinen, in Nordamerika beheimateten Baum, der einen halbschattigen Platz auf nährstoffreichem Boden benötigt.

Zwei Pflanzen nötig zur BestäubungWill man nicht nur den Schmuck der purpurnen Glocken im Garten haben, sondern auch Früchte ernten, benötigt man immer zwei Bäume unterschiedlicher Sorte, damit die Befruchtung klappt. "Bis auf wenige Ausnahmen wie den selbstfertilen Sorten Sunflower und Prima, ist eine Kreuzbestäubung mit Pollen von Pflanzen unterschiedlicher genetischer Herkunft notwendig", erläutert Tanja Ratsch.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch − in China sind die Früchte jedoch ähnlich beliebt wie bei uns der Apfel.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch − in China sind die Früchte jedoch ähnlich beliebt wie bei uns der Apfel.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch − in China sind die Früchte jedoch ähnlich beliebt wie bei uns der Apfel.


Der Geschmack der tropfen- bis eiförmigen Früchte ist schwer zu beschreiben. "Das Fruchtfleisch ist weich und sahnig-cremig", berichtet die Buchautorin. "Aber man kann den Geschmack nicht in eine Schublade stecken." Der Baum wächst langsam und wird zwischen zwei und zwölf Meter hoch. "Damit ist Papau eine empfehlenswerte Alternative zu traditionellen Obstgehölzen im kleinen Hausgarten", rät Hilke Steinecke, wissenschaftliche Betreuerin des Pflanzenbestandes im Palmengarten der Stadt Frankfurt.

Schon seit vielen Jahren wird der Blauschotenstrauch (Decaisnea fargesii) als besondere Gartenpflanze kultiviert. Gerade im Herbst, wenn die Blätter abgefallen sind, fallen die blau bereiften Fruchtstände auf, die von der Form an Bohnen erinnern. "Dem Aussehen hat der Pflanze den Namen ‚Finger des toten Mannes‘ zu verdanken", sagt Hilke Steinecke.

Die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica) findet man nur selten an der Obsttheke − im Wintergarten gedeihen sie aber gut.  − Fotos: Tanja Ratsch

Die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica) findet man nur selten an der Obsttheke − im Wintergarten gedeihen sie aber gut.  − Fotos: Tanja Ratsch

Die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica) findet man nur selten an der Obsttheke − im Wintergarten gedeihen sie aber gut.  − Fotos: Tanja Ratsch


Im Innern der Schote werden die Samen von einem geleeartigen Fruchtfleisch umhüllt. Es hat eine feine säuerlich-fruchtige Note, ganz ähnlich wie der nah verwandte Blaugurkenwein (Akebia), der als Kletterpflanze in der Fassadenbegrünung gerne verwendet wird. Der Blauschotenstrauch wird bis zu drei Meter hoch und trägt von April bis Mai kleine gelbe Blüten.

Deutlich süßer schmecken die Früchte des Karamellstrauchs (Leycesteria formosa). In unseren Breiten ist dieser Strauch winterhart, allerdings friert das Holz in der Regel stark zurück. Neue Triebe wachsen aus dem Wurzelstock. "Hübsch ist dieser Strauch mit seinen rosa Hochblättern und den schwarzen Früchten", erläutert Hilke Steinecke. Die Blütenstände hängen lang herunter, und unter den schützenden rosa Hochblättern zeigt sich im Frühsommer eine weiße Blüte, wo später die nach Karamell duftenden Beeren sitzen. "Die Früchte sind besonders bei Vögeln beliebt", weiß die Botanikerin.

Beim Namen Erdbeerbaum läuft einem das Wasser im Mund zusammen. "Die Früchte kann man mal naschen. Ihr Geschmack ist allerdings eher nichtssagend", ernüchtert Tanja Ratsch. Sie rät, die Früchte als Schmuck an der Pflanze hängen zu lassen. "Die Ernte wird dann von den Vögeln übernommen." Die buschigen, immergrünen Gehölze kommen im Mittelmeerraum vor. Die schnittverträglichen Bäume mit den weißen Blütendolden können im Kübel oder im milden Weinbauklima als ausgepflanzter Zierstrauch gehalten werden. "Allerdings darf man den Wasserbedarf bei der Topfkultur nicht unterschätzen", sagt Tanja Ratsch.

Richtig köstlich und fruchtig sind die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica). "Loquat, wie die Frucht auch genannt wird, findet man selten an der Obsttheke, denn die Früchte mit der bepelzten Schale, sind druckempfindlich", sagt Tanja Ratsch. Sie rät, den attraktiven Zierstrauch mit den großen, immergrünen Blättern im Wintergarten auszupflanzen oder bei Kübelkultur im Haus zu überwintern, denn die Blüte setzt spät im Herbst ein und kann sich über die Wintermonate hinziehen. Nur so sei die Ernte auch gesichert. Darüber hinaus sollte man veredelte Wollmispeln den Sämlingen vorziehen, da sie früher Früchte tragen.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein eher unscheinbarer Strauch. In China haben die Früchte jedoch eine Stellung, die bei uns mit dem Apfel vergleichbar ist. "Die Früchte werden gut einen Zentimeter groß und tragen auch die Namen Chinesische Dattel und Brustbeere", erläutert Hilke Steinecke. Die Botanikerin empfiehlt, die geernteten Früchte zu einer Marmelade zu verarbeiten. Der dornige Strauch ist relativ winterhart und im Mittelmeerraum sogar eingebürgert.

Eine botanische Besonderheit stellt der Rosinenbaum (Hovenia dulcis) dar. "Das ist eine spannende Pflanze", sagt Hilke Steinecke. "Die Früchte sind nicht genießbar, aber die verzweigten Fruchtstiele weisen Verdickungen auf, die wie Rosinen schmecken." Der sommergrüne Strauch wächst eintriebig und wenig verzweigt. Im Weinbauklima ist er winterhart und ansonsten anspruchslos. − tmn



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Nutzgarten
Mal kein Apfel: ungewöhnliche Naschereien
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2012-09-23 06:00:00
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