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Der blau blühende Bienenfreund (Phacelia) ist als Bodenverbesserer besonders geeignet. Er kann auch im September noch gesät werden.  − Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Der blau blühende Bienenfreund (Phacelia) ist als Bodenverbesserer besonders geeignet. Er kann auch im September noch gesät werden.  − Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Der blau blühende Bienenfreund (Phacelia) ist als Bodenverbesserer besonders geeignet. Er kann auch im September noch gesät werden.  − Foto: Rainer Sturm/pixelio.de


Die Erntezeit ist die schönste Zeit für Hobbygärtner. Sind die Gemüsebeete erst einmal abgeerntet, kann man direkt mit der Gründüngung beginnen. "Die nicht winterharten erfrieren beim ersten Frost und bleiben als schützende Bodendecke über Winter liegen", sagt Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Für Überwinterungssaaten empfiehlt er preisgünstiges Wintergetreide, zum Beispiel Winterroggen. Wintergetreide kann noch bis Ende Oktober gesät werden. Diese Pflanzen bilden allerdings ein sehr dichtes Wurzelwerk aus und sind später nur mit großer Kraftaufwendung einzuarbeiten oder zu entfernen.

Gründünger schützt aber nicht nur den Boden im Winter. "Unkräuter wie Vogelmiere, Brennnessel, Gänsefuß und Franzosenkraut nutzen jede freie Fläche, um sich auszubreiten. Gründüngungspflanzen besetzen diesen Platz, und die unerwünschten Gewächse haben das Nachsehen", erklärt Brigitte Goss, Gartenbautechnikerin bei der Bayerischen Gartenakademie.

Die Wurzeln des Gründüngers durchlockerten außerdem den Boden. Gerade Tiefwurzler wie Lupinen, Ackerbohnen oder Ölrettich dringen sehr tief auch in schwere Böden ein. Weil Gründüngungspflanzen nicht geerntet werden, wird dem Boden durch sie organische Masse zugeführt. Das macht die Böden fruchtbar. "Die Gründüngungspflanzen entnehmen dem Boden Restnährstoffe, die in der Pflanzenmasse gespeichert und bis ins nächste Vegetationsjahr konserviert werden. Im Frühjahr eingearbeitet, werden sie dann für die erste Gemüsekultur des neuen Gartenjahres wieder freigesetzt", erklärt Brigitte Goss. Weil die Pflanzen den Boden bedecken und durchwurzeln, schützen sie ihn bei Starkregen und Wind vor Erosion.

Stickstoff für den GartenbodenWichtig ist die richtige Auswahl der Pflanzen. Sonnenblumen, Ölrettich oder Bitterlupinen sorgen mit ihren tiefgehenden Wurzeln für eine gute Lockerung der unteren Bodenschichten. Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee und Lupinen sind wichtige Stickstofflieferanten für den Garten. "In der Luft vorkommender Stickstoff von bestimmten Bakterien, die an den Wurzeln der Leguminosen leben, wird in organischer Form gebunden", erklärt Bernhard Rüb. Gründüngung sei also im eigentlichen Sinne keine Düngeform, sondern eine gute Möglichkeit, den Boden zu verbessern.

Fruchtfolge unbedingt beachten Im Gemüsegarten muss auf jeden Fall die Fruchtfolge beachtet werden, müssen die Gründüngungspflanzen auf die Einsaat im kommenden Frühjahr abgestimmt werden. Spinat sollte beispielsweise nicht nach oder vor Roter Bete und Mangold stehen. Senf, Raps und Kresse haben im Gemüsegarten gar nichts zu suchen. Als Kreuzblütler sind sie mit den Kohlgewächsen sowie Rettich und Radieschen verwandt und fördern die Pflanzenkrankheit Kohlhernie. Bei der Gründüngung muss immer darauf geachtet werden, dass Pflanzen aus derselben Familie nicht hintereinander an derselben Stelle angebaut werden, zum Beispiel Sonnen- oder Ringelblumen nicht vor oder nach Salaten.

Gartenbautechnikerin Brigitte Goss empfiehlt als besonders geeigneten Bodenverbesserer den blau blühenden Bienenfreund (Phacelia). Er ist mit keiner Gemüseart verwandt und entwickelt sich meist noch recht gut, wenn er Anfang September gesät wird. Als Stickstoffsammler empfiehlt Goss Winterwicke, Luzerne und Serradella. Diese winterharten Gründünger können bis etwa Mitte September gesät werden und bilden viel Grünmasse. Allerdings lassen sich die groben, verholzten Pflanzenteile, die den Winter über den Boden schützen, im Frühjahr schlecht einarbeiten. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt daher, die Pflanzenreste dieser Gewächse einfach abzumähen und zu kompostieren.

Hier zeigt sich der Vorteil von frostempfindlichen Gründüngepflanzen wie Lupinen, Bienenfreund, Studentenblume und Ringelblume: Nach dem Frost verringert sich die Pflanzenmasse enorm. Als Mulch bleiben die Pflanzenreste den Winter über liegen und werden im Frühjahr eingearbeitet. Besonders gut eignen sich auch Blumensamen als Gründüngung. Geeignet sind Wicken, Sonnen-, Ringel- und Studentenblumen, aber auch Borretsch. Werden sie rechtzeitig eingesät, erfreuen sie im Garten bis zum ersten Frost noch mit einer schönen Blüte.

PRAXISTIPPSGründüngung kann man während der gesamten Vegetationszeit aussäen. Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege in München empfiehlt aber, viele Nachkulturen bereits bis Mitte August auszusäen. Wer das verpasst hat: Gelb-Senf und Bienenfreund (Phacelia) können aufgrund ihres schnellen Wachstums noch bis Anfang September, Roggen und Winterweizen noch bis kurz vor dem ersten Frost angebaut werden. Im Frühjahr und Sommer ist der Boden bereits nach vier bis sechs Wochen, im Herbst nach etwa acht Wochen von einer grünen Pflanzendecke überzogen. Als Gründüngungspflanzenarten eignen sich unter anderem Blaue und Weiße Lupine, Gelbe Lupine, Inkarnat-Klee, Sommer-Wicke, Winterzottel-Wicke, Ackerbohne, Futter-Erbse, Serradella, Öl-Rettich, Gelb-Senf, Winterraps, Bienenfreund, Hafer, Winterroggen und Buchweizen. − dapd



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525323
Gartenpflege
Mit Gründüngung den Gartenboden verbessern
Die Erntezeit ist die schönste Zeit für Hobbygärtner. Sind die Gemüsebeete erst einmal abgeerntet, kann man direkt mit der Gründüngung beginnen. "Die nicht winterharten erfrieren beim ersten Frost und bleiben als schütze
http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/garten/525323_Mit-Gruenduengung-den-Gartenboden-verbessern.html
2012-09-20 06:00:00
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