• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 2.09.2014

Ostbayern

Heute: 19°C - 6°C

präsentiert von:


Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...






Maximal zwei Blütenfarben werden für ein Beet ausgesucht: Hier dominieren pinke und weiße Rosen.  − Foto: Marion Nickig/dpa

Maximal zwei Blütenfarben werden für ein Beet ausgesucht: Hier dominieren pinke und weiße Rosen.  − Foto: Marion Nickig/dpa

Maximal zwei Blütenfarben werden für ein Beet ausgesucht: Hier dominieren pinke und weiße Rosen.  − Foto: Marion Nickig/dpa


Ein belebendes Orange oder ein kühles Blau: Die psychologische Wirkung von Farben auf unser Gemüt ist längst bekannt. Wohnungen und Häuser werden oft nach Farbthemen eingerichtet, auch Farbgärten gibt es. Die Aufteilung und Gestaltung der Gärten nach Farbe wurde lange nur in England und in den Niederlanden gepflegt, doch auch in Deutschland ist das inzwischen ein Trend.

Die Gestaltung ist sehr einfach: Bei der Planung werden nur Pflanzen ausgesucht, deren Blüten die gleichen ein bis zwei Hauptfarben haben. Sie schmücken ein Beet oder einen ganzen Gartenteil. Das Grün von Hecken und Büschen bildet den Hintergrund für die leuchtenden Blüten.

Blau wirkt beruhigend, Gelb belebend"Je konsequenter man beim Einsatz von Farben ist, desto beeindruckender ist das Ergebnis, denn man bringt dadurch eine optische Ruhe in den Garten", erläutert Isabelle Van Groeningen, Leiterin der Gartenschule an der Königlichen Gartenakademie Berlin-Dahlem. Ein weiß-blauer Garten beispielsweise wirke viel eleganter als ein buntes Gewirr aus Violett, Orange, Gelb und Blau.

Lila ist nicht gleich lila: Lavendel gibt in verschiedenen Farbabstufungen.  − Foto: GPP/Downderry/dpa

Lila ist nicht gleich lila: Lavendel gibt in verschiedenen Farbabstufungen.  − Foto: GPP/Downderry/dpa

Lila ist nicht gleich lila: Lavendel gibt in verschiedenen Farbabstufungen.  − Foto: GPP/Downderry/dpa


"Wichtig ist in erster Linie, dass die Farbgebung des Gartens der Persönlichkeit des Besitzers entspricht, denn mit seiner Lieblingsfarbe will man sich ja einen privaten Raum schaffen", sagt Isabelle Van Groeningen. Wer auf andersfarbige Lieblingspflanzen nicht verzichten will, kann statt eines kompletten Gartens auch nur Beete oder Teile des Grundstücks einfarbig gestalten. Allerdings müsse innerhalb des Bereichs das Konzept konsequent umgesetzt werden. Nur so werden auch die gewünschten Effekte erzeugt.

Blüten aus einer Farbfamilie kommen zwischen dem Grün besonders gut zur Geltung.  − Foto: BGL/dpa

Blüten aus einer Farbfamilie kommen zwischen dem Grün besonders gut zur Geltung.  − Foto: BGL/dpa

Blüten aus einer Farbfamilie kommen zwischen dem Grün besonders gut zur Geltung.  − Foto: BGL/dpa


Blau habe eine kühle, elegante und sehr beruhigende Wirkung, sagt Melanie Wiethölter, Gärtnerin im Botanischen Garten in Münster. Zudem vergrößerten helle Blautöne den Garten optisch. Beispiele für die Bepflanzung sind − je nach Jahreszeit und Standort − der Eisenhut, Storchschnabel, Glocken-blumen, Lupinen oder Kornblumen. "Der Rittersporn ,Elmfreude‘ ist dunkelblau und hat ein weißes Zentrum. Er passt gut in blau-weiße Kombinationen", sagt Melanie Wiethölter.

Gelb-, Orange- und Rottöne werden als belebend, fröhlich und warm empfunden. Gerade ein leuchtendes Gelb mag die Gartenhistorikerin: "Es kann ein wenig Sonne in eintönige und triste Kombinationen bringen." Allerdings können die kräftigen Farben raumergreifend sein − und daher zu üppig in sehr kleinen Gärten wirken.

"Aufpassen sollte man auch bei Kombinationen mit anderen Farben, damit das Bild nicht zu bunt und unruhig wird", erklärt Melanie Wiethölter. Intensive Rottöne etwa von Mohn, Rosen, Taglilien oder dem Kalifornischen Goldmohn sollten daher nur Ton in Ton kombiniert werden.

Pink und Rosa sind gut kombinierbarRosa- und Pinktöne haben eine fröhliche, belebende und erfrischende Wirkung in den Beeten. "Diese Farbtöne lassen sich auch sehr gut mit Blau oder Weiß kombinieren, denn sie sind wahre Alleskönner", findet Melanie Wiethölter. Beispiele für die Bepflanzung sind Kapmargerite, Rosen, Wicken, Schleierkraut, Geranien und Cosmeen.

Weiße Rabatten haben ein berühmtes Vorbild, den Themengarten "White Garden of Sissinghurst Castle" in der englischen Grafschaft Kent. Das fünf Hektar große Anwesen ließen die Schriftstellerin Vita Sackville-West und ihr Mann, der Diplomat Sir Harold Nicolson, anlegen. Heute ist es ein Park mit jährlich 160 000 Besuchern.

Weiß wirkt wie Blau ebenfalls kühl und elegant. Das Besondere jedoch ist, dass eine Vielzahl weißer Blüten in den Abendstunden den ganzen Garten erleuchten kann, erläutert Melanie Wiethölter. "Sie machen dunkle Ecken hell, können allerdings bei direktem Sonnenlicht auch etwas blenden."

Isabelle Van Groeningen empfiehlt dafür etwa die weiße Clematis "Madame Le Coultre". Schneeglöckchen, Magnolien, Salbei oder der Entenschnabel-Felberich ergänzen die weiße Pracht. Langweilig ist diese Bepflanzung nicht, denn keine Blüte ist reinweiß: Geranien sind eher Cremeweiß, Kamelien haben rote Einsprengsel und Funkien einen bläulichen Hauch.

Damit das Konzept vom Gärtnern nach Farbe auch aufgeht, ist eine gute Planung wichtig. "Grundsätzlich sollte man den Standort − also Licht und Boden sowie die Blühfolge der einzelnen Pflanzen − berücksichtigen", erklärt Melanie Wiethölter. Idealerweise werden Gehölze, Stauden, Einjährige und Zwiebelpflanzen höhengestaffelt kombiniert und die Blühzeiten der Pflanzen berücksichtigt. "Es sollten keine großen, leeren Löcher entstehen, sondern es sollte möglichst zu jeder Zeit etwas blühen."

Doch auch die Blätter sind wichtig: Deren unterschiedliche Grüntöne werden in ein- oder zweifarbigen Gärten stärker wahrgenommen. "Damit die Pflanzung nicht zu langweilig wird, kann man beispielsweise mit hellgrünen oder silbrigen Blättern sowie besonderen Blattformen einen willkommenen Kontrast schaffen", sagt Isabelle Van Groeningen.

Der Anteil der auffälligen Blätter sollte aber 15 bis 20 Prozent der Gesamtbepflanzung nicht übersteigen. Sonst wird laut Isabelle Van Groeningen die Wirkung der Farbgestaltung wieder aufgehoben − und der Anblick ist unruhig. − tmn



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten





Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am




article
519831
Gartengestaltung
Beete kommen jetzt Ton in Ton daher
Ein belebendes Orange oder ein kühles Blau: Die psychologische Wirkung von Farben auf unser Gemüt ist längst bekannt. Wohnungen und Häuser werden oft nach Farbthemen eingerichtet, auch Farbgärten gibt es. Die Aufteilung und Gestal
http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/garten/519831_Beete-kommen-jetzt-Ton-in-Ton-daher.html
2012-09-08 06:00:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2012/08/31/teaser/120831_1507_29_37403674_rot_teaser.jpg
news



PNP-Ratgeber Garten


Ratgeber Garten

Ratgeber Garten durchsuchen:
suchen



Alle PNP-Ratgeber:




Kontakt


Karin Polz
Redaktion
Karin Polz
Tel. 0851 / 802 363
E-Mail: karin.polz@pnp.de

Anzeigenverkauf
Mediaberater




Gartentelefon


Haben Sie auch eine Frage zu Ihrem Garten? Die Leser der Passauer Neuen Presse können sich dazu an das Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie wenden,  0931/9801-147, oder eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de schicken. Am Gartentelefon stehen Experten Montag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr für Auskünfte zur Verfügung.




Anzeige