
Eine Alternative zum Abstechen der Rasenkanten ist eine Beeteinfassung aus Stein. Die Steine sollten möglichst bündig mit dem Erdreich abschließen. − Foto: Hilke Segbers
Eine Alternative zum Abstechen der Rasenkanten ist eine Beeteinfassung aus Stein. Die Steine sollten möglichst bündig mit dem Erdreich abschließen. − Foto: Hilke Segbers
Wird der Rasen im Hausgarten nicht regelmäßig in seine Schranken gewiesen, erobert er die angrenzenden Beete. Dort machen die Gräser Zier- und Nutzpflanzen Konkurrenz. Das zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Die natürliche Variante ist der nahtlose Übergang zwischen Rasen und Beet, auch "Englische Rasenkante" genannt. Sie ist vor allem im naturnahen Garten sehr beliebt. Damit der Rasen nicht in die Beete eindringt, wird er abgestochen sowie zusätzlich oder alternativ abgeschnitten. "Zum Abstechen eignet sich ein Rasenkantenstecher oder auch ein Spaten", erklärt Klaus Müller-Beck, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn. Wichtig sei vor allem, dass die Kante des Werkzeuges scharf ist. Dann lasse sich die Grasnarbe mit wenig Kraftaufwand durchtrennen. Bei gerade verlaufenden Beetkanten bietet es sich an, die Stechkante zuvor mit einem Holzbrett oder einer Schnur zu markieren.
Grenze immer wieder ausgleichenDie abgestochenen Grasflecken und -ausläufer werden von Erde befreit und entfernt. Bei diesem Arbeitsgang wird das Erdreich am Beetrand gleichzeitig gut gelockert. Allerdings entsteht im Laufe der Zeit ein immer größerer Höhenunterschied zwischen Beet und Rasen. Die Kante sollte von Zeit zu Zeit daher mit Mutterboden ausgeglichen werden. "Wie oft im Jahr abgestochen werden muss, richtet sich nach der Gräserart. Die Lägerrispe (Poa supina) beispielsweise bildet schnell umfangreiche Ausläufer", sagt Klaus Müller-Beck. Der Rand müsse hier während der Wachstumsperiode unter Umständen alle vier bis sechs Wochen nachgearbeitet werden. Bei anderen Gräserarten könne auch einmal im Laufe der Wachstumssaison reichen − allzu vorwitzige Halme werden ab und zu mit der Schere getrimmt.
Das Abstechen der Kante ist zwar eine kostengünstige, aber auf jeden Fall eine arbeitsintensive Maßnahme. Wer sich diese Mühe nicht Jahr für Jahr machen möchte, sollte über eine Beeteinfassung nachdenken. "Sowohl sehr dauerhaft als auch pflegeleicht sind Beeteinfassungen aus Stein", sagt Lutze von Wurmb, Vize-Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef bei Bonn. Passend zu Gartenwegen, Terrasse und Hausfassade kann Naturstein, Granit, Klinker, Backstein oder Beton eingesetzt werden.
Das Material werde in einer Breite von 10 bis 20 Zentimetern verlegt. "Der große Vorteil ist: Auf diesem Steinrand kann ich mit einem Rad des Mähers fahren und damit beim Rasenmähen auch die Gräser an der Kante gut erwischen", erläutert Lutze von Wurmb. Dafür müssen die Steine aber auch bündig mit dem Erdreich abschließen.
Rasenkantensteine als AlternativeAllerdings suchen sich Gräser gerne einen Weg durch Fugen − zweireihig verlegte Pflastersteine erschweren das. Sie können auch in zwei Höhen nebeneinandergesetzt werden, was ein schönes Gestaltungselement ist. Die Alternative sind Rasenkantensteine aus Beton. "Sie besitzen auf einer Seite eine halbrunde Ausbuchtung und auf der anderen Seite das passende Gegenstück", erläutert Norbert Franke, Präsident des Bundes- verbandes Deutscher Gartenfreunde in Berlin. So entstehen scharnierartige Verbindungen zwischen den Steinen ohne allzu große Fugen. "Vor allem bei geschwungenen Rasenkanten kommt dieser Vorteil gut zum Tragen."
Eine gute architektonische, aber nicht ganz so pflegeleichte Lösung sind Kanten aus diversen Materialien, welche senkrecht in den Boden gesetzt werden. "Seit einigen Jahren sind vor allem dünne Profile aus Edelstahl, verzinktem Stahl oder Aluminium sehr gefragt", hat Rasenexperte Klaus Müller-Beck beobachtet. Sie seien nahezu unverwüstlich, vergleichsweise günstig und wirkten nebenbei noch als Wurzelsperre.
Preiswerter, aber etwas aufwendiger im Einbau als Metallkanten sind Einfassungsbänder aus Gummi oder Profile aus Kunststoff. "Sie sind jedoch weit weniger beständig, werden vor allem bei Frost leicht brüchig und bergen dann mit ihren scharfen Kanten bei der Arbeit im Beet eine hohe Verletzungsgefahr", warnt Norbert Franke. Er rät stattdessen zu Palisaden aus angespitzten Rundhölzern. "Damit die Spitzen nicht zu schnell faulen, sollten sie kesselimprägniert sein oder zusätzlich geschützt werden. Dafür können sie beispielsweise in Dachpappe gewickelt werden."
Nacharbeiten mit dem Freischneider nötigAlle vertikal eingesetzten Begrenzungen haben einen Nachteil: "Damit sie ihre Funktion erfüllen, nämlich das Ausufern des Rasens eindämmen, müssen die Metallkanten einige Zentimeter aus der Grasnarbe aufragen", erläutert Klaus Müller-Beck. Aber so könne der Rasenmäher eine breite Grasspur entlang der Kante nicht schneiden. "Sie muss regelmäßig von Hand nachgearbeitet werden − mit einer Rasenkantenschere, einem Freischneider oder einem Trimmer." In puncto Pflegeaufwand bringen diese Kanten damit im Vergleich zum nahtlosen Übergang wenig Gewinn.
So wie der Rasen ins Beet wuchert, können auch Zierpflanzen über den Rand hinausragen, wo sie beim Mähen leicht beschädigt werden. "Beim Pflanzen muss ausreichend Platz für die Entwicklung der Gewächse eingeplant werden", rät Lutze von Wurmb. Vor allem bei Bodendeckern sei dies wichtig. "Sie sollten in einem Abstand von 20 bis 30 Zentimetern zum Rasen gesetzt werden." − tmn
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Redaktion Karin Polz Tel. 0851 / 802 363 E-Mail: karin.polz@pnp.de Anzeigenverkauf Mediaberater |