
Gartenwege sollten möglichst ohne Stolperfallen angelegt sein. − Foto: Karin Polz
Gartenwege sollten möglichst ohne Stolperfallen angelegt sein. − Foto: Karin Polz
Den Ruhestand im eigenen Garten genießen: Das ist der Traum vieler Hausbesitzer. Und tatsächlich haben Gärten eine so positive Wirkung auf das Wohlbefinden älterer Menschen, dass sie in Seniorenheimen schon lange zu Therapiezwecken eingesetzt werden. Doch nicht jede Außenanlage ist für die Herausforderungen des Alters gerüstet. Wer lange etwas von seinem Garten haben will, sollte sich rechtzeitig um eine altersgerechte Umgestaltung kümmern.
Treppen und Stufen durch Rampen ersetzenDas Alter geht bei vielen Senioren mit körperlicher Gebrechlichkeit einher, so dass sie auf Gehhilfen wie einen Rollator oder gar den Rollstuhl angewiesen sind. Für die spätere Lebensphase muss der Garten deshalb vor allem barrierefrei sein. Treppen und Stufen sollten durch flache Rampen ersetzt werden. Ein ebenerdiges Wegenetz im Garten stellt sicher, dass man selbst im Rollstuhl den Lieblingsplatz noch erreichen kann. Die Wege sollten mindestens 1,20 Meter breit sein, um bequem und sicher darauf fahren zu können. Sitzmöglichkeiten und Rastplätze an verschiedenen Punkten dienen nicht nur als Wendeinseln, sondern machen den Garten zu einem Ort der Erholung.
Besonders wichtig ist die sichere Begeh- und Befahrbarkeit der Wege. Daher darf das Pflaster beispielsweise keine großen Fugen aufweisen, in denen sich die Gehhilfe verhakt oder der Rollator kaum zu schieben ist. Zudem sollten alle Arten von Unebenheiten vermieden werden. Sie können Rollator und Rollstuhl ins Wanken bringen und erfordern viel zusätzliche Kraft, um sie zu überwinden. Idealerweise ist der Belag möglichst griffig und rutschfest, denn bei älteren Menschen sind Stürze die häufigste Ursache für Verletzungen. Wer zusätzlich noch für eine Beleuchtung der Wege sorgt, minimiert das Unfallrisiko. Wichtig: Auch Terrassen oder Eingänge zu Garagen und Geräteschuppen sollten ohne Schwellen oder Stufen zu betreten sein.
Wer auch mit zunehmendem Alter und trotz körperlicher Einschränkungen noch Freude und Entspannung bei der Gartenarbeit finden möchte, kann sich diese durch einige Tricks erleichtern. Eine große Herausforderung für ältere Hobbygärtner sind Tätigkeiten am Boden. Blumen und Gemüse können aber auch bequem in Hochbeeten angebaut werden, die bei Bedarf sogar mit einem Rollstuhl unterfahrbar sind. Mühsames Unkrautzupfen kann durch ein Anti-Unkraut-Vlies minimiert werden. Für den pflegeleichten Obstanbau eignen sich niedrige Spaliere, Stämmchen oder Obstbäume mit kleinen Kronen, die auch Rollstuhlfahrer erreichen können. Kräuter, aber auch Früchte wie Erdbeeren, lassen sich in gut erreichbaren Hängeschalen anpflanzen. Sinnvoll positionierte Blumentöpfe ergänzen die Anbaumöglichkeiten.
Je nachdem, wie der Garten bisher angelegt ist, kann die Umgestaltung unterschiedlich aufwendig und kostspielig sein. Generell richten sich die Kosten nach der Größe des Gartens und nach Art und Umfang der anfallenden Erd-, Bau- und Pflanzarbeiten. Bei der Planung der barrierefreien Anlage helfen Gartenbauingenieure. Sie beraten und erstellen Ausführungs- und Pflanzpläne. Die Kosten dafür betragen meist 8 bis 14 Prozent der errechneten Bausumme. Diese beträgt erfahrungsgemäß schon für einen Garten mit 500 bis 1200 Quadratmetern zu gestaltender Fläche durchaus bis zu 25 000 Euro.
Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Garten umgestalten zu lassen, sollte rechtzeitig nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen und einen Finanzierungsplan erstellen. Auch Bausparverträge können dafür eingesetzt werden − selbst wenn ihre Verwendung auf wohnwirtschaftliche Zwecke begrenzt ist . "Dazu gehören aber auch die Außenanlagen und somit der Garten", weiß Alexander Nothaft, Sprecher vom Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin. − np
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Redaktion Karin Polz Tel. 0851 / 802 363 E-Mail: karin.polz@pnp.de Anzeigenverkauf Mediaberater |