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Geranien stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen − es gibt auch ungewöhnliche Erscheinungen wie die gestreifte Sorte 'Graziosa Piccola Royal Soft Pink'.  − Foto: Andrea Warnecke

Geranien stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen − es gibt auch ungewöhnliche Erscheinungen wie die gestreifte Sorte 'Graziosa Piccola Royal Soft Pink'.  − Foto: Andrea Warnecke

Geranien stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen − es gibt auch ungewöhnliche Erscheinungen wie die gestreifte Sorte 'Graziosa Piccola Royal Soft Pink'.  − Foto: Andrea Warnecke


Ein sonniger Balkon, einige Kästen am Geländer und als Blumenschmuck eine Auswahl von stehenden und hängenden Pelargonien − so lautet das Standardrezept für die sommerliche Wohlfühloase. Die Dauerblüher sind im Volksmund besser bekannt als Geranien. Sie stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen. Und damit das so bleibt, geht die Züchtung mit der Mode. "Gefragt sind derzeit Farben wie kräftiges Weinrot und zweifarbige Sorten mit einem Auge", sagt Beate Kollatz, Referentin der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden.

Ursprung in SüdafrikaUrsprünglich stammen Pelargonien aus Südafrika. "Sie zählen zusammen mit den Gattungen Geranium und Erodium zu den drei großen Gattungen in der Familie der Storchschnabelgewächse, der sogenannten Geraniaceae", sagt Martin Freiberg, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Universität Leipzig. Die Namensgebung für diese Gattungen bezieht sich auf die Frucht, die an langschnabelige Vögel erinnert.

Die botanischen Namen leiten sich aus der griechischen Sprache ab: Geranos heißt Kranich, Erodios Reiher und Pelargos Storch. Irgendwann sind Namen und Übersetzungen durcheinandergeraten. Aus den Geraniaceae wurden die Storchschnabelgewächse, und aus den Pelargonien wurden die Geranien. "Während die Gattungen Erodium und Geranium in Mitteleuropa heimisch sind, kommen die über 200 Wildarten von Pelargonium in Südafrika vor", sagt Martin Freiberg.

Die meisten Arten sind mehrjährige Halbsträucher, die im unteren Bereich verholzen. Ein Teil kommt auch im Übergang zum Wüstenklima vor. Typisch für diese Arten sind sukkulente Blätter und Triebe. "Man kann diese besondere Fähigkeit, Wasser im Gewebe zu speichern, auch an den dickfleischigen Blättern der hängenden Geranien erahnen", erläutert der Botaniker.

Ende des 17. Jahrhunderts gelangten die ersten Pflanzen nach Europa. Im Botanischen Garten von Leiden wurden die farbenprächtigen Blumen kultiviert, und schon bald begann die Züchtung. Für die bis heute andauernde Beliebtheit gibt es zwei Gründe: Geranien blühen den ganzen Sommer und nehmen eine kurzzeitige Trockenheit nicht vollkommen übel.

"Zunächst sollte man bei der Pflanzung auf ein hochwertiges Substrat achten", rät Beate Kollatz. "Es zeichnet sich dadurch aus, dass es strukturstabil und gut durchlüftet ist." Eine Blumenerde, die zu viel Wasser hält, kann den Wurzeln schaden. Außerdem sollten die Pflanzen immer in der vollen Sonne platziert werden. "Natürlich hängt der Zustand auch von der Witterung ab", sagt Beate Kollatz. "Bei anhaltend regnerischem Sommerwetter sehen die Pflanzen nicht so schön aus."

Geranien haben großen DurstDer Wasserbedarf von Pelargonien ist nicht zu unterschätzen. "Eine einzelne Pflanze benötigt etwa vier bis sechs Liter Wasser pro Woche", berichtet Beate Kollatz von den Ergebnissen einer Studie. Das bedeutet, selbst wenn man ein Balkongefäß mit Wasserspeicher hat, sollte man täglich gießen. Auch bei Regen sollte man mit dem Finger in der Erde fühlen, ob sie noch feucht ist. "Ist das Blattwerk dicht, wirkt es wie ein Schirm und verhindert, dass ausreichend Regenwasser an die Wurzeln gelangt."

Pelargonien gehören zu den sogenannten Starkzehrern. Das bedeutet, sie benötigen viele Nährstoffe. "Direkt nach der Pflanzung reicht zunächst der Vorrat aus dem frischen Substrat", sagt Beate Kollatz. Später könne man mit Langzeitdünger oder wöchentlichen Düngergaben mit dem Gießwasser für eine gute Ernährung sorgen. Grundsätzlich seien die Dosierungsangaben auf der Packung zu befolgen. Als typische Mangelerscheinung beschreibt Beate Kollatz kleine Blätter und spärliche Blüten.

Die verschiedenen Arten werden in verschiedene Sektionen eingeteilt, erläutert Martin Freiberg. "Für die gärtnerische Kultur sind dabei nur drei dieser Gruppen von Bedeutung." Die Pelargonium-Zonale-Hybriden sind gekennzeichnet durch runde Blätter und einen aufrechten Wuchs. Die Pelargonium-Peltatum-Hybriden werden auch Hängegeranien genannt, was den typischen Wuchs beschreibt. Beide schmücken sich mit bunten, meist roten und rosafarbenen Blüten. "Mittlerweile gibt es sogar eine gelbblühende Geranie", weiß Beate Kollatz.

Starker Duft durch ätherische ÖleDie dritte Gruppe sind die Duftpelargonien. Sie haben eher unauffällige Blüten, tragen aber in den Blättern Drüsen, die mit ätherischen Ölen gefüllt sind. "Diese Düfte haben zwei Funktionen", erklärt Martin Freiberg. "Zum einen sollen Schädlinge abgewehrt werden, und zum anderen mindert die Duftwolke in trockenen Gegenden die Verdunstungsrate." Die ätherischen Öle haben neben ihrem Duft eine antibakterielle Wirkung. Daher werden die Inhaltsstoffe nicht nur für die Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie gewonnen, sondern auch als pflanzlicher Arzneiwirkstoff.

Im Frühjahr können Geranien, die im Herbst aus den Balkonkästen zum Überwintern ins Haus geholt wurden, wieder mehr ins Helle gestellt werden. "Werden die Tage länger und das Licht intensiver, holt man die Pflanzen in die Wohnräume", rät Martin Freiberg. Die Blätter brauchen Zeit, um sich an die Helligkeit anzupassen, andernfalls nehmen die Pflanzen Schaden. "Zuvor sollte man die zurückgeschnittenen Pelargonien in frische Erde topfen", erläutert Beate Kollatz. "Die Pflanzen werden sachte angegossen, und bald treiben die Pelargonien aus dem Stock neu aus." − tmn



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404534
Pflanzenporträt
Geranien: Klassiker für Fenster und Balkon
Ein sonniger Balkon, einige Kästen am Geländer und als Blumenschmuck eine Auswahl von stehenden und hängenden Pelargonien − so lautet das Standardrezept für die sommerliche Wohlfühloase. Die Dauerblüher sind im Volksmun
http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/garten/404534_Geranien-Klassiker-fuer-Fenster-und-Balkon.html
2012-05-07 00:00:00
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