
Gesundes Hobby: Selbst wer nur einfache Arbeiten im Garten verrichtet, stärkt bereits Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. − Foto: BGL
Gesundes Hobby: Selbst wer nur einfache Arbeiten im Garten verrichtet, stärkt bereits Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. − Foto: BGL
Die Sportbegeisterung der Deutschen steigt und steigt. Besonders beliebt sind Radfahren, Schwimmen, Joggen – aber auch Gärtnern. Jeder zwölfte Deutsche gibt laut der Techniker Krankenkasse (TK) mittlerweile seinen Garten als Hobby an. Gärtnern, fragen sich jetzt viele, zählt das denn überhaupt als Sport?
Wohlfühlprogramm für Körper und Geist"Bei Gartenarbeit handelt es sich in der Regel um langandauernde Belastungseinheiten mittlerer oder hoher Intensität. Dies ist einer sportlichen Aktivität wie Kraft- oder Ausdauertraining sehr ähnlich", erklärt der Sportmediziner Dr. Johann Graf aus Vilshofen (Landkreis Passau). So ist Gartenarbeit als eine sehr umfassende Aktivität bekannt. Die Bewegung an der frischen Luft sorgt für Abhärtung, der Wechsel zwischen Arbeits- und Ruhephasen bringt Ausgleich, und die getane Arbeit schafft Zufriedenheit – ein Wohlfühlprogramm für Körper und Geist.
Selbstverständlich sind nicht alle Gartenaktivitäten gleichzusetzen. So kann man Rasenmähen mit Spazierengehen vergleichen, Arbeit an Bäumen und Sträuchern gleicht laut Dr. Johann Graf dem Krafttraining. Also die Fitnessclubmitgliedschaft kündigen und auf Gartenarbeit umsteigen? "Kraftsport im Fitnesscenter trainiert die Muskelgruppen gleichmäßig und ohne große Verletzungsgefahr. Auch Ausdauersport ist effektiver und intensiver", weiß der Sportarzt. Wer also gezielt sportlich sein will, für den ist Gartenarbeit mit Sicherheit nicht genug Auslastung.
Ältere Menschen jedoch decken ihr tägliches Bewegungspensum häufig durch die Arbeit im Garten. "Ältere Menschen, die Putzen und Einkaufen als schwierig empfinden, behaupten dies nur sehr selten von der Gartenarbeit", sagt Eva Hesselschwerdt, Präventionsberaterin bei der TK. So bezeichnet der Bund Deutscher Gartenfreunde (BDG) Gartenarbeit als das Geheimnis "erfolgreichen Alterns".
Die meisten empfinden die Arbeit im Grünen schlichtweg als entspannend. Sportliche Betätigung ist hier nur ein Nebenaspekt. "Die meditative Gartenarbeit belebt psychisch. So leben Menschen, die sich viel in der Natur bewegen, zufriedener", bestätigt Dr. Johann Graf. Zudem steigern auch einfache Arbeiten bereits Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Viele Muskeln werden durch das abwechslungsreiche Bewegungsspektrum angesprochen. Eine Stärkung des unteren Rückens, der Waden- und Oberschenkelmuskulatur sowie der Unterarm- und Handmuskeln sei zu beobachten, weiß der Sportmediziner.
Damit Gartenarbeit ein Segen für Seele und Körper bleibt, sollte man lediglich beachten, extreme Kraftanstrengungen zu vermeiden. "Besonders bei einseitig gebückter oder knieintensiver Tätigkeit ist Vorsicht geboten", mahnt Dr. Johann Graf. − the
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