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Zum Putzen reicht oft sauberes Wasser. − Foto: Marianne J./www.pixelio.de

Zum Putzen reicht oft sauberes Wasser. − Foto: Marianne J./www.pixelio.de

Zum Putzen reicht oft sauberes Wasser. − Foto: Marianne J./www.pixelio.de


Frühlingsfrische Reiniger, ein WC-Stein mit Zitronenaroma und das Desinfektionsspray im Dauereinsatz: Zu viele Reinigungsmittel schaden nicht nur uns, sondern auch der Umwelt. Doch auf was verzichten und bei was zugreifen?

Die Regale im Supermarkt sind voll von Putzmitteln mit unbekannten Inhaltsstoffen. "Als Verbraucher kann ich nicht ohne weiteres erkennen, welches Mittel am besten für die Umwelt ist", sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Die Euroblume dient aber als gute Orientierung." Das Europäische Umweltzeichen kennzeichnet europaweit nachhaltige Produkte.

"Auf Putzmittel mit einem orangefarbenen Gefahrensymbol sollte man generell verzichten", rät Sarah Häuser vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin. Diese enthielten oft stark wirkende Stoffe, die besonders schädlich sind. Die Alternative ist aber anstrengend: "Ich muss eben eher mechanisch reinigen. Also meine Hände benutzen und länger schrubben."

Etwas mehr Körpereinsatz ist sowieso die wichtigste Maßnahme. Denn grundsätzlich sollten Verbraucher so wenig wie möglich Putzmittel verwenden. "Am besten immer die Dosierungs- und Sicherheitshinweise lesen und befolgen", sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt am Main. "Viele benutzen die zehnfache Menge, frei nach dem Motto ,viel hilft viel‘". Aber wird die Dosierung überschritten, helfe auch kein Umweltzeichen mehr.

Gut sind besonders hochkonzentrierte Produkte, rät Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau. "Je mehr man ein Produkt zur Anwendung verdünnen muss, desto umweltverträglicher ist es." Da nur eine geringe Menge auf den Lappen oder ins Putzwasser kommt, muss der Verbraucher seltener nachkaufen − so wird weniger Energie für den Transport verbraucht, und das Müllaufkommen ist geringer.

Die meisten Mittel sind sowieso überflüssig: "Für den Haushalt reichen ein Allzweckreiniger, Handspülmittel, eine Scheuermilch, ein Sanitärreiniger und ein WC-Reiniger auf Basis von Zitronensäure", sagt Marcus Gast. Damit komme man problemlos aus. Außerdem enthielten viele Spezialmittel besonders schädliche chemische Stoffe.

Für die Böden im Haus eigne sich ein einfacher Allzweckreiniger, rät Gast. "Alle feucht zu reinigenden Oberflächen können damit geputzt werden. Ein Parkettreiniger beispielsweise ist dann nicht erforderlich, wenn versiegeltes Parkett nebelfeucht gewischt wird." Im Bad reichen Sanitär- und WC-Reiniger. Chemische Kalkentferner seien überflüssig, erklärt Dirk Petersen. "Verkalkte Armaturen können sehr einfach gereinigt werden: Dazu taucht man Tücher in Essig, wickelt sie um die Armaturen und lässt das Ganze eine Nacht wirken." Kalkablagerungen im Duschraum können Verbraucher verhindern oder zumindest mindern, indem sie die Dusche nach jedem Gebrauch mit einem Abzieher säubern. "Generell sollte man seine alte Zahnbürste nicht wegschmeißen. Mit der kann man sehr gut die Fugen reinigen", sagt Dirk Petersen.

Und ist mal der Abfluss verstopft, rät Sarah Häuser, nicht mit der chemischen Keule ranzugehen. "Abflussreiniger sind natürlich besonders aggressiv, wenn sie sogar Haare auflösen sollen." Mechanische Hilfsmittel wie Saugglocken oder Spiralen bekommen die Abflüsse auch frei. Haarsiebe beugen Verstopfungen vor.

Auch beim guten Duft sollte nicht übertrieben werden: "Im Bad besser lüften statt synthetischen Fliedermuff drübersprühen", empfiehlt Marcus Gast weiter. Duftsprays seien umweltbelastend und häufig allergieauslösend. "Auch WC-Steine haben kaum Reinigungswirkung, sondern belasten das Abwasser." Desinfektionsmittel hätten im Haushalt generell nichts zu suchen. "Diese Produkte sind umweltgefährdend und fördern Allergien." Eine Ausnahme sei nur, wenn der Arzt es anordnet.

Um die Küche sauber zu halten, reicht für alle fettigen Verschmutzungen der Allzweckreiniger. "Backofensprays erübrigen sich, wenn ich den Backofen nach jeder Nutzung mit einem sanften Reinigungsmittel auswasche", erklärt Dirk Petersen. Es gilt: Je schneller man die Verschmutzungen entferne, desto besser lassen sie sich auch mit milden Produkten beheben. Für hartnäckige Verkrustungen und stark eingetrocknete Stellen eignet sich Scheuermilch.

Auch chemische Glasreiniger mit Alkohol wie Ethanol und Propanol müssen nicht verwendet werden. "Stattdessen einfach Spülmittel mit Wasser verdünnen", erläutert Gast. Und streifenfrei bekommt man die Fenster mit dem Abzieher − und eben etwas Körpereinsatz.  − tmn



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585555
Hausarbeit
Sauberkeit auch ohne chemische Keule
Frühlingsfrische Reiniger, ein WC-Stein mit Zitronenaroma und das Desinfektionsspray im Dauereinsatz: Zu viele Reinigungsmittel schaden nicht nur uns, sondern auch der Umwelt. Doch auf was verzichten und bei was zugreifen?Die Regale im Supermarkt sin
http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/bauen_und_wohnen/wohnen/585555_Sauberkeit-auch-ohne-chemische-Keule.html
2012-12-07 19:00:00
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