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 − Foto: djd/Daikin

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Der Einsatz erneuerbarer Energien hat beim Hausneubau, aber auch bei Altbauten einen hohen Stellenwert. Das gilt auch für Wärmepumpen. Doch gravierende, für den Nutzer nicht ersichtliche Fehler bei Planung, Montage und Betrieb schmälern ihren Ertrag und verursachen unnötige Kosten.

Eine Wärmepumpe arbeitet umso wirtschaftlicher, je niedriger die Vorlauftemperatur des Heizsystems ist. Hersteller und Installateure werben nicht selten mit höheren Temperaturen, ohne darauf hinzuweisen, dass dann der Stromverbrauch steigt. Ein optimaler Wirkungsgrad ist bei einer Vorlauftemperatur von 35 Grad zu erreichen. Werden zum Beispiel in der unteren Hausetage Fußbodenheizungen und im Obergeschoss Radiatoren beziehungsweise Flachheizkörper installiert, ist ein hoher Stromverbrauch vorprogrammiert. Die Heizung im Erdgeschoss erzeugt wegen ihrer großen Fläche schon mit niedrigen Temperaturen ein behagliches Raumklima. Das Heizkörpersystem im Obergeschoss benötigt jedoch höhere Vorlauftemperaturen, was zu einer Verringerung des Wirkungsgrades und damit zu einer Verschlechterung der Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe führt. Dies kann durch Vergrößerung der Heizflächen kompensiert werden.

Unterhalb der Jahresarbeitszahl 4 arbeitet eine Wärmepumpe nicht effizient. Diese Kennzahl stellt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgewendeter Elektroenergie dar. Die Folgen sind anhand der ersten Jahresabrechnung erkennbar. Da dieser Wert nicht reproduzierbar ist und von vielen Faktoren abhängt, kann das Erreichen einer bestimmten Jahresarbeitszahl nicht gewährleistet werden.

Zu berücksichtigen ist, dass Flächenheizungen im Fußboden oder in der Wand einen hohen Anteil an Strahlungswärme von 55 bis 75 Prozent besitzen. Lüftungs- und Transmissionswärmeverluste werden verringert, was zu einer Energieeinsparung von fünf bis zwölf Prozent führt. Daher kann die Raumtemperatur im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizungsanlage um ein bis zwei Grad niedriger eingestellt werden.

Eine Warmwasserbereitung mit Wärmepumpe ist uneffektiv, weil dafür hohe Temperaturen benötigt werden. Nutzer von Ein- und Zweifamilienhäusern werden kaum darauf hingewiesen, wie wichtig eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem ist. Die Temperatur im Warmwasserspeicher sollte 50 Grad nicht überschreiten. Zur Vermeidung von Legionellenbildung sind jedoch höhere Temperaturen erforderlich. Deshalb schreibt die "Legionellenverordnung" für größere Gebäude ab drei Wohnungseinheiten Warmwassersysteme mit 60 Grad vor. Diese Temperaturen kann eine Wärmepumpe nur mit Verlust bereitstellen. Deshalb bieten einige Hersteller elektrische Zusatzheizungssysteme an, die jedoch zu einer Verschlechterung der Jahresarbeitszahl führen.

Zu beachten ist, dass bei Gebäuden mit optimiertem Wärmeschutz der Anteil der Warmwasserbereitung 40 bis 50 Prozent beträgt, so dass die Wärmepumpe viel Wärme mit verminderter Arbeitszahl bereitstellen muss. Als Alternative wird nicht selten die Warmwasserbereitung mit einem elektrischen Durchlauferhitzer propagiert, obwohl er dreimal so viel Strom wie die Wärmepumpe frisst. Besser ist, sich für alternative Warmwasserbereitungskonzepte, zum Beispiel in Kombination mit Solarenergie, zu entscheiden. Sie verursachen gegebenenfalls höhere Investitionskosten, wirken sich aber auf Dauer positiv aus.

Oft wird die Wärmequelle bei Sondenanlagen − Wärmepumpen mit Kollektorfläche oder Tiefenbohrung − aus Kostengründen zu klein gewählt oder bei Sonden die Bohrlochtiefe beziehungsweise die Anzahl der Bohrungen geringer gehalten als der Wärmebedarf des Hauses eigentlich erfordert. Fehler treten auch bei der Berechnung der Wärmeentzugsleistung des Bodens auf. Werden die empfohlenen Mindestabstände zwischen den Sonden nicht eingehalten, wird dem Boden so viel Wärme entzogen, dass er unterkühlt oder sogar vereisen kann. Das frisst viel Strom.

Häufig wird der hydraulische Abgleich des installierten Heizsystems für nicht so wichtig gehalten oder schlichtweg vergessen. Doch damit können nicht nur etwa 15 Prozent Energie gespart, sondern auch Störungen wie zu kalte Heizung oder Geräusche am Ventil vermieden werden. Statistisch ist nachgewiesen, dass 85 bis 90 Prozent aller Heizungsanlagen gar nicht oder nur unzureichend hydraulisch abgeglichen sind. Nicht nur Heizkörper müssen voreingestellt werden, sondern auch die Fußbodenheizung benötigt eine Feinabstimmung.

Tipp von Dipl.-Ing. Hans-Jörg Rüdiger, Energieberater und Servicepartner des Bauherren-Schutzbundes, Rostock: "Bei der korrekten Dimensionierung der Wärmepumpenanlage für Ihr Haus sind neben der Heizlastberechnung weitere Faktoren zu berücksichtigen. Zu bedenken ist, dass die Wärmepumpe nur an wenigen Tagen im Jahr ihre volle Leistung bringen muss. Während der Heizperiode läuft die Anlage die meiste Zeit im Teillastbetrieb. Manchmal zahlt es sich aus, die Wärmepumpe eine Nummer kleiner zu wählen. Bei extremer Kälte wird die Differenz durch einen elektrischen Heizstab ausgeglichen. Diese kurzzeitige elektrische Höherbelastung ist im Verhältnis zu einer größeren Wärmepumpe verschwindend gering. Zunehmend kommen geregelte Hocheffizienzpumpen zum Einsatz, die im Vergleich zu den herkömmlichen ungeregelten Pumpen zu spürbaren Elektroenergieeinsparungen führen. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich durch Fachleute beraten lassen." − red



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585607
Erneuerbare Energien
Aufgepasst beim Einbau von Wärmepumpen
Der Einsatz erneuerbarer Energien hat beim Hausneubau, aber auch bei Altbauten einen hohen Stellenwert. Das gilt auch für Wärmepumpen. Doch gravierende, für den Nutzer nicht ersichtliche Fehler bei Planung, Montage und Betrieb schmäler
http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/bauen_und_wohnen/bauen/585607_Aufgepasst-beim-Einbau-von-Waermepumpen.html
2012-12-05 06:00:00
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